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Erste Hilfe Karriere Die besten Argumente für mehr Gehalt

Gehaltserhöhung: Und das jetzt jeden Monat Zur Großansicht
Corbis

Gehaltserhöhung: Und das jetzt jeden Monat

Ein Gehaltsgespräch kann sehr kurz sein. Auf die Frage: "Warum sollte ich Ihnen mehr zahlen?" sollte Ihnen mehr einfallen als: "Weil ich das Geld brauche." Gehaltsberater Martin Wehrle hat die besten Trümpfe gesammelt, für die Chefs gern etwas springen lassen.

Bevor Ihr Chef grünes Licht für eine Gehaltserhöhung gibt, stellt er sich eine einfache Frage: Lohnt sich das denn? Bekommt die Firma für einen Euro, den sie Ihnen zusätzlich zahlt, vielleicht 1,10 Euro zurück? Dieser Rückfluss des Geldes, unter Chefs Roi genannt ("Return on Investment"), ist das stärkste Argument in einer Gehaltsverhandlung. Wenn es Ihnen gelingt, Ihre Gehaltserhöhung als lohnende Investition zu verkaufen, laufen Sie mit Ihrer Forderung offene Türen ein. Aber wie soll Ihnen diese Beweisführung glücken?

Im Folgenden stelle ich Ihnen vier Trumpf-Argumente mit zahlreichen Beispielen vor, die schon manchen Gehaltstresor geknackt haben:

Trumpf-Argument 1: "Die Firma spart Geld durch mich!"

So packen Sie's an: Mal ehrlich: Wer geht mit dem Geld und dem Material der Firma schon so sparsam um, als müsste er es aus eigener Tasche bezahlen? Genau hier können Sie ansetzen: Wenn die Firma Ihnen gehörte - wo würden Sie mit dem Sparen anfangen? Welche Lecks der Verschwendung würden Sie stopfen? Ich garantiere Ihnen: An Sparmöglichkeiten fehlt es nicht. Halten Sie in Ihrem Leistungstagebuch jeden gesparten Euro penibel fest - und fordern Sie später in der Gehaltsverhandlung einen fairen Anteil vom Fell des Bären, den Sie höchstpersönlich erlegt haben. Einige Spar-Ideen:

  • Sie übernehmen Aufgaben, die bislang gegen Honorar ausgelagert wurden.
  • Sie handeln Rabatte und günstigere Konditionen mit Lieferanten aus.
  • Sie vertreten eine Kollegin und sparen sich so die Kraft von der Zeitarbeitsfirma.
  • Sie vermitteln einen gefragten Arbeitnehmer an die Firma. Die Headhuntergebühr von drei bis vier Monatsgehältern entfällt.
  • Sie machen den Vorschlag, ein zeit- und kostenaufwendiges Papierarchiv durch eine günstige Online-Ablage zu ersetzen.
  • Sie kümmern sich darum, dass Rechnungen schnell beglichen und damit Skonti nicht mehr verschenkt werden.
  • Sie verbessern den Warenfluss und sparen Lagerkosten.
  • Sie sorgen dafür, dass Synergien zwischen Abteilungen genutzt werden. Warum zwei Farbkopierer anschaffen, wenn einer an der räumlichen Schnittstelle reicht?

Trumpf-Argument 2: "Ich bringe der Firma zusätzliches Geld!"

So packen Sie's an: Denken Sie wieder unternehmerisch! Gehen Sie davon aus, jeder zusätzliche Euro flösse in Ihre Tasche. Was würden Sie dann tun, um den Gewinn Ihrer Firma zu steigern? Gibt es neue Kunden, die man an Land ziehen, neue Geschäftsfelder, die man erschließen könnte? Gibt es Ideen von Marktführern der eigenen Branche, die sich auf das Unternehmen übertragen lassen? Ein paar Einnahme-Ideen:

  • Sie ziehen durch Ihre Kontakte neue Aufträge und Kunden für die Firma an Land.
  • Sie entwickeln ein neues Mahnverfahren, das die Zahlungsquote erhöht.
  • Sie denken sich Produkte oder Dienstleistungen aus, die neuen Umsatz bringen.
  • Sie erschließen für Ihre Firma ein neues Geschäftsfeld, an das noch keiner gedacht hat.
  • Sie veröffentlichen Artikel in Fachzeitschriften. Diese kostenlose Werbung macht neue Kunden und Mitarbeiter auf Ihre Firma aufmerksam.
  • Sie gewinnen durch Ihre Kreativität eine Ausschreibung und somit einen Auftrag.
  • Sie machen die Geschäftsführung auf staatliche Zuschüsse aufmerksam, die der Firma zustehen und bislang nicht genutzt werden, zum Beispiel bei Umzügen.

Trumpf-Argument 3: "Die Firma profitiert von meiner verbesserten Qualifikation!"

So packen Sie's an: Stellen Sie sich vor, Sie könnten in eine Zeitmaschine steigen und in die Zukunft reisen. Wie sieht Ihre Firma in einigen Jahren aus? Welche Entwicklungen sind absehbar? Vor allem: Was muss der Mitarbeiter der Zukunft können? Welche Techniken, welche Sprachen, welche Software beherrscht er? Je unentbehrlicher Sie sich für die Zukunft machen, desto besser Ihre Gehaltschancen. So könnten Sie mit Bildung weiterkommen:

  • Lassen Sie sich keinen Fachartikel entgehen, der die Entwicklung Ihrer Branche behandelt. Machen Sie Ihren Chef auf Trends aufmerksam und schlagen Sie entsprechende Fortbildungen für sich vor.
  • Spicken Sie immer wieder bei den Vorreitern Ihrer Branche. Welche Software, welche Techniken sind im Anmarsch? Sorgen Sie dafür, dass Ihre Firma frühzeitig reagiert.
  • Fragen Sie sich, welche Doppelqualifikationen in Ihrer Branche gefragt sind. Wer zum Beispiel ein naturwissenschaftliches Studium durch eines der Betriebswirtschaft ergänzt, steigert seinen Marktwert enorm.
  • Lernen Sie eine Fremdsprache, die in Ihrer Firma kaum einer spricht, die aber in Zukunft nützlich sein wird. Im Zuge einer Osterweiterung könnten sich zum Beispiel Kenntnisse der russischen Sprache und Kultur als wertvoll erweisen.
  • Lassen Sie sich beraten, sei es von einem erfahrenen Freund, der ihr Berufsleben durchleuchtet, oder von einem professionellen Coach. Wichtig ist, dass Sie nicht zwischen Tür und Angel über Ihre Karriere sprechen, sondern gezielt und gut vorbereitet. So können Sie beide gemeinsam Ihre beruflichen Ziele abstecken und über die Umsetzung nachdenken - die Außenperspektive Ihres Gesprächspartners wird Ihnen helfen.

Erste Hilfe Karriere
Diese Experten schreiben wöchentlich wechselnd im KarriereSPIEGEL über Bewerbungen, Karriere und die Wechselfälle des Berufslebens: Gerhard Winkler, Svenja Hofert, Martin Wehrle, Uta Glaubitz (von links oben nach rechts unten)

Sie haben Fragen zu Karrierethemen, Probleme am Arbeitsplatz, Themenanregungen? Unsere Experten freuen sich über Ihre Nachricht!
Trumpf-Argument 4: "Ich habe meine Leistung und meine Verantwortung ausgebaut!"

So packen Sie's an: Suchen Sie jeden Tag nach Möglichkeiten, wie Sie mehr Verantwortung übernehmen und anspruchsvollere Aufgaben anpacken können. Welche Wege sehen Sie, Ihre Abteilung den kurz-, mittel- und langfristigen Firmenzielen näher bringen? Wie können Sie Ihren Chef entlasten und seinen Zielen näher bringen? Wenn Sie so denken, ragen Sie aus der Masse, wachsen mit Ihrer Aufgabe und bieten sich nicht nur für Gehaltserhöhungen, sondern auch für Beförderungen an. Ideen für mehr Verantwortung:

  • Bieten Sie Ihrem Vorgesetzten an, ihn zu entlasten. Jeder seiner Schwachpunkte ist eine Chance für Sie, ihn zu unterstützen.
  • Übernehmen Sie Vorgänge, die zwar wichtig sind, in Ihrem Arbeitsbereich aber als unbeliebt gelten. Dazu gehört oft das Schreiben von Protokollen.
  • Nutzen Sie jede Chance, "Personalverantwortung" zu ergreifen. Ob Sie einen Auszubildenden anleiten, eine neue Mitarbeiterin einarbeiten oder eine Projektgruppe leiten: alles Führungsaufgaben!
  • Entwickeln Sie den Ehrgeiz, jedes Quartal mindestens einen schriftlichen Verbesserungsvorschlag zu machen, am besten in Abstimmung mit Ihrem Chef.
  • Überlegen Sie bei allen Aufgaben, die Ihnen übertragen werden, ob Sie die gewünschte Qualität und Quantität ein wenig übertreffen können.
  • Nutzen Sie jede Chance zu einer Urlaubsvertretung oder einer Rotation der Arbeitsplätze. Das erweitert Ihren Horizont und Ihre Gehaltschancen.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus Martin Wehrles Buch "30 Minuten Gehaltserhöhung", erschienen im Gabal Verlag.

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insgesamt 22 Beiträge
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    Seite 1    
1. Ladenhüter?
dumb nut 13.02.2013
Bei dem vorgestellten Buch handelt es sich wohl berechtigterweise um einen Ladenhüter, der noch beworben werden muss.
2.
Arktuss 13.02.2013
Zitat von sysopLassen Sie sich keinen Fachartikel entgehen, der die Entwicklung Ihrer Branche behandelt. Machen Sie Ihren Chef auf Trends aufmerksam und schlagen Sie entsprechende Fortbildungen für sich vor.[/url]
Ich kann viele Fortbildungen vorschlagen, die findet mein Chef sicher auch toll, wenn ich sie selbst bezahle und in meine Freizeit mache. Ich will mehr Geld weil ich deutlich mehr als 50h die Woche arbeite um die vorhandene Arbeit zu schaffen und weil es mich nervt das Abends um halb Zehn mein Privathandy klingelt weil was nicht funktioniert uns niemand anderes weis wie es zu reparieren ist. Die Antwort von meine Chef dürfte wie immer sein, Fortbildung darf ich gerne am Wochenende machen und mehr Geld gibt es nicht da kein Budget vorhanden ist.
3.
stefansaa 13.02.2013
Zitat von ArktussIch kann viele Fortbildungen vorschlagen, die findet mein Chef sicher auch toll, wenn ich sie selbst bezahle und in meine Freizeit mache. Ich will mehr Geld weil ich deutlich mehr als 50h die Woche arbeite um die vorhandene Arbeit zu schaffen und weil es mich nervt das Abends um halb Zehn mein Privathandy klingelt weil was nicht funktioniert uns niemand anderes weis wie es zu reparieren ist. Die Antwort von meine Chef dürfte wie immer sein, Fortbildung darf ich gerne am Wochenende machen und mehr Geld gibt es nicht da kein Budget vorhanden ist.
Dann sollten Sie kündigen ;) bzw. das ganze mal ansprechen...klar kann der Chef Sie gehen lassen aber was hat er davon? Aber falls es Ihnen ein Trost ist: Mein Chef ist genauso. Das schlimme ist eigentlich nur noch, dass er nie da ist und selbst lieber Urlaub macht. Im Kalender stehen eher private als geschäftliche Termine...wobei eine Afrika-Reise kann sicherlich auch was geschäftliches sein...
4. depp vom dienst
tart 13.02.2013
manche der Ratschläge machen einen zum Depp vom Dienst oder zum Arschkriecher....lol aber für kohle machen wir ja alles...
5.
ag999 13.02.2013
Das beste Argument ist ein besseres Angebot.
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Zum Autor
  • Martin Frommann
    Martin Wehrle (Jahrgang 1970) war Manager, bevor er Karriereberater und Gehaltscoach wurde. Er ist Autor der Bücher "Lexikon der Karriere-Irrtümer", "Ich arbeite in einem Irrenhaus" und "Bin ich hier der Depp?".
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Bewerbungslage prüfen
Wenn Sie in der Bewerbungsphase sind: Kontrollieren Sie den eigenen Erfolg. Als Kennzahlen eignet sich die Zahl ihrer Gesprächseinladungen und der dann tatsächlich ausgesprochenen Angebote. Je genauer Profil und Gehalt (falls dies im Anschreiben oder Folgetelefonat genannt wird) passen, desto höher wird die Quote der Einladungen sein. Sie liegt in einigen Bereichen bei Berufserfahrenen mit gefragten Kenntnissen derzeit bei 50 bis 100 Prozent, in anderen (etwa Marketing, teilweise Human Resources) deutlich niedriger (circa 10 bis 20 Porzent). Eine schlechtere Quote als 10 Prozent ist immer ein Alarmsignal: Da stimmt was nicht mit Strategie und Gehaltsvorstellung.

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