Fast vier Millionen Arbeitnehmer in Deutschland üben leitende Funktionen in Unternehmen aus, so das Statistische Bundesamt. Damit ist gut jeder siebte Mitarbeiter Chef von irgendwem, delegiert Aufgaben, muss Ergebnisse verantworten, ein Team führen. Ein anspruchsvoller Job - der nicht jedem liegt und dem nicht jeder gerecht wird.
Aber der Weg zu mehr Status und Gehalt führt in den meisten Unternehmen über die Führungskarriere. Trotzdem sollten Sie sich zuerst immer fragen: Warum will ich diesen Job machen? Erst dann können Sie sich dem Wie und letztlich dem Was zuwenden. Dieses Vorgehen entspricht dem des britischen Autors Simon Sinek. Er hat das Konzept des "Golden Circle" entworfen und analysiert, was besonders erfolgreiche Menschen tun, um sich und andere zu inspirieren.
Nehmen wir Martin Luther King. Er sagte nicht: "I have a plan...!" Er sagte: "I have a dream...!" Auch hier: Warum mache ich etwas? Was sind die Motive, die mich treiben? Dahinter steht, dass Menschen sich nicht durch rein kognitiv erstellte Pläne und Listen begeistern lassen. Menschen können nicht allein mit dem Kopf entscheiden. Es sind immer emotional gebundene Entscheidungen, die wir treffen; auch die Entscheidung, sich voll und ganz hinter berufliche Ziele zu stellen.
Die Zielelandkarte: Plötzlich ist alles Chefsache
Wie komme ich nun zu dem Warum? Machen Sie ein erstes Brainstorming mit sich selbst oder Vertrauten: Warum wollen Sie den Job machen? Konzentrieren Sie sich nicht auf die gewünschten Resultate, sondern auf das, was Sie motiviert, die Führung in der Abteilung zu übernehmen. Das Warum sollte Ihr emotionales Interesse widerspiegeln.
Um dieses Warum weiter mit Leben zu füllen, sollten Sie nicht in Ihrem Kämmerchen sitzen bleiben und hirnen, sondern folgende klärende Gespräche führen:
Die Ziele ergeben sich aus einem Zusammenspiel der Erwartungen, die Ihr Vorgesetzter an Sie hat, die Sie an sich selbst haben, die Kollegen an Sie haben, Ihr Lebenspartner an Sie hat. Dann heißt es, diese Zielelandkarte zu kommunizieren. Was Sie tun sollten:
Was Sie lassen sollten: Bitte keine emotionalen Äußerungen über den Vorgänger. Werben Sie um Vertrauen. Beschwerden oder Lästereien über Ihren Vorgänger sind tabu. Auch ständige Rückblicke wie "Früher haben wir das immer so und so gemacht!" werden abgestraft.
Und vergessen Sie nicht, erfolgreiche Führungskräfte brauchen drei wesentliche Dinge: Sie müssen Ziele haben. Sie müssen Interesse an anderen Menschen haben. Und Sie müssen in der Lage sein, Gefühle zu zeigen. Auf geht's!

Jeder kennt sie, die kleinen Ärgernisse des Büroalltags. Die Kollegen tratschen, statt zu arbeiten, der Chef hat von Tuten und Blasen keine Ahnung - und für Sauberkeit in der Kaffeeküche fühlt sich keiner zuständig.
Wenn es Ihnen ähnlich geht, dann schildern Sie uns Ihre Bürosorgen per E-Mail , gern auch anonym. Managementberater Dr. Rüdiger Klepsch nimmt sich des Problems an - und gibt Tipps, wie Sie die Situation am besten meistern.
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik KarriereSPIEGEL | RSS |
| alles aus der Rubrik Berufsleben | RSS |
| alles zum Thema Plötzlich Chef - KarriereSPIEGEL | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH