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E-Mail-Test Sie haben Post!

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Corbis

Bei einem neuen Mail-Schub flattern Ihnen die Nerven? Ihr Elektropostfach droht zu platzen, und Sie gleich mit? In Bürojobs gehören E-Mails zu den größten Stressfaktoren. Viele Angestellte fühlen sich elektronisch versklavt - testen Sie, wie Sie mit Mail-Fluten umgehen.

Für Eilige: Hier geht's direkt zum Test!

Wie Journalisten früher, ohne Internet, schnelle Informationen und neue Blickwinkel gefunden haben, das kann sich Claus Kleber kaum noch vorstellen. Seit neun Jahren moderiert er das "heute journal" des ZDF, seit Jahrzehnten ist er im Beruf. Und im Studio dominiert Technik, das ist enorm hilfreich. Nur die E-Mails lenken Kleber wirklich ab. "Ich habe die Manie, mein Postfach so zu halten, dass es auf den Schirm passt, also nicht überläuft", sagte er dem "Zeit-Magazin". "Ich brauche einfach dieses Gefühl: Eine passt noch rein, dann ist es voll."

Also hat der Moderator über die Jahre eine Marotte entwickelt: Damit das Postfach immer nur einen Bildschirm füllt, beantwortet oder löscht Kleber ständig Mails, "auch noch kurz vor der Sendung, wenn ich eigentlich Wichtigeres zu tun habe. Wahrscheinlich ist das irgendeine Fehlschaltung in meinem Gehirn."

Ähnliche Spleens dürften Millionen Berufstätige kennen. Jeder entwickelt seine eigene Strategie, um die fast pausenlos heranbrandenden Mail-Fluten zu kanalisieren, etwa durch automatische Weiterleitungen und ausgefuchste Sortiersysteme. In etlichen Jobs sind E-Mails die gängige Kommunikationsform, die längst Telefonate, Faxe, Briefe abgelöst hat. Zweifellos ist das ein Segen, flotter und kompakter lassen Informationen sich ja kaum versenden. Aber ein Fluch ist es auch. Denn das Sichten und Löschen, Beantworten und Weiterleiten kann zu einem ewigen Kreislauf des Stumpfsinns werden.

Viele Angestellte sehen Mails als moderne Büropest, die sie dem Burnout näherbringt: weil die ständig übervolle Inbox wie eine Liste zum Abarbeiten wirkt, wie ein puckerndes schlechtes Arbeitsgewissen. "E-Mail macht krank, dumm und arm", so lautet die steile These und zugleich der Buchtitel von Anitra Eggler. Als "Digitaltherapeutin" gibt die Wiener Autorin Tipps für entschleunigtes und gesünderes Arbeiten. "Nur Sklaven sind ständig erreichbar", sagt Eggler (am Mittwoch im KarriereSPIEGEL-Interview).

Re: Fw: AW: Re: WG: Antwort: So kann isch ned abbeide!

Etwas Trost spendet gepeinigten Büromenschen allenfalls die Vision, dass E-Mails vielleicht nur eine "Brückentechnologie" sind, die in den nächsten Jahren ohnehin abgelöst wird. Manche Experten orakeln nämlich, dass vor allem soziale Netzwerke und neue Dienste das Mail-Dauerfeuer löschen helfen werden. Schließlich kann man auch per Facebook oder Twitter, Xing oder LinkedIn persönliche Nachrichten verschicken. Telefon- oder Videokonferenzen ersetzen endloses Rundmail-Pingpong. Betriebsintern sind Instant-Messenger-Systeme eine flinkere Alternative zu E-Mails, so wie Doodle bei der Terminfindung oder Firmen-Netzwerke bei der gemeinsamen Arbeit an Präsentationen und anderen Dokumenten.

Das mag zunächst gefühlte Entlastung schaffen, kann aber bumerangmäßig zurückkommen: Wer sichergehen will, wirklich nichts zu verpassen, erhält am laufenden Meter Benachrichtigungen, wer sich wann auf welchen Webseiten gemeldet hat. Natürlich per E-Mail. Am Ende trudelt statt weniger noch mehr Elektropost ein. Na toll.

Es hilft ja alles nichts: E-Mails sind gekommen, um zu bleiben. Sie gehen nicht mehr weg, sie werden keineswegs aussterben. Jedenfalls nicht morgen oder übermorgen. Gegen das Schmerzgefühl der elektronischen Versklavung hilft nur ein kluger, gelassener Umgang - indem man sich beim Mail-Versand selbst gut benimmt und darauf baut, dass andere das auch tun.

Fragen auch Sie sich, was Sie von der Zeit, die Sie in Mails investieren, zurückbekommen? Wissen Sie nicht mehr, wie die Welt je ohne E-Mail-Kommunikation funktionieren konnte? Wenn Sie herausfinden wollen, welcher E-Mail-Typ Sie sind und wie viele überflüssige Nachrichten Sie noch löschen müssen, um sich vom Posteingangs-Terror zu befreien, sind Sie beim Mail-Test genau richtig.

  • Jochen Leffers (Jahrgang 1965) ist SPIEGEL-ONLINE-Redakteur und leitet das Ressort KarriereSPIEGEL.

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insgesamt 27 Beiträge
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1. Wirklich schlimm
zick-zack 16.10.2012
Zu viele Mails? Solche Probleme möchte ich auf Arbeit gerne haben! Wenn DAS euer Problem ist: Herzlichen Glückwunsch, ihr habt keine wirklichen Probleme!
2. Satire
Steve__ 16.10.2012
Der Beitrag ist falsch einsortiert. Das passt nur unter "Satire".
3.
marthaimschnee 16.10.2012
Zitat von sysoptesten Sie, wie Sie mit Mailfluten umgehen
Offenbar völlig anders, als ihr euch das scheinbar vorstellen könnt, denn nachdem auch die zweite Frage keine auch nur annähernd passende Antwortmöglichkeit bietet, hab ich den Test kurzerhand abgebrochen. Nur so am Rande, ich habe Mailadressen: eine bei GMX aus den Anfängen des Internet eine auf Arbeit eine hochoffizielle private mit eigenem Domainnamen eine bei Yahoo um damit Wegwerfadressen zu erzeugen eine bei Web.de weil ich mal ein Fax übers Netz verschicken wollte eine bei Google, warum weiß ich nicht mehr und da fehlt heute genaugenommen noch die vom Fratzenbuch und die überflüssige de-Mail, die mir Wirtschaft und Politik gerne aufschwatzen wollen. und die Passwörter stehen in einer Passwortdatenbank, die geschätzte 17 mal an diversen Stellen auf verschiedensten Rechnern und Speichermedien gespiegelt ist! und nein, ich habe kein Problem damit, den sinnvollen Verkehr vom Pseudospam (irgendwelche Nachrichten, die nicht direkt an mich gerichtet sind, aber bei denen ich aus diversen Gründen im Verteiler stehe) und richtigem Spam zu trennen.
4. mailfluten
tokker 16.10.2012
@zick-zack: welche Probleme haben Sie bei der Arbeit? Leiden Sie unter Langeweile? Da Sie die Situation anscheinend nicht kennen, unter Zeitdruck der Flut von mails gerecht zu werden, sollten Sie nichts kommentieren, wovon Sie keine Ahnung haben! erst
5.
nickmason 16.10.2012
Ein ehemaliger Kollege meines inzwischen verrenteten Vaters hatte folgende Abwesenheitsnotiz während seines Urlaubs: "Ich bin bis zum xx.xx.xxxx in Urlaub. Bei Fragen zu [...] wenden sie sich bitte an den Kollegen [...], bei Fragen zu [...] an den Kollegen [...]. *Sollten ihre Fragen bis zur Rückkehr aus meinem Urlaub nicht geklärt sein, wenden sie sich bitte erneut an mich, da alle Mails, die während meiner Abwesenheit eingegangen sind, ungelesen gelöscht werden!*". Nach seiner Rückkehr hat er dann tatsächlich von unten nach oben alle Mails markiert und mit Shift+Delete ins Nirwana geschickt. Somit konnte er nach dem Urlaub entspannt in den neuen Abschnitt starten. Das geht natürlich nur, wenn die Vertreter mitspielen. Und es ist natürlich abhängig vom jeweiligen Arbeitgeber, in diesem Fall hat das angeblich prima funktioniert.
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