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Stewardess hinter den Kulissen "Bitte bestellen Sie kein Bier"

Nur Fliegen ist schlimmer: Stewardess ist ein toller Job - oberflächlich Zur Großansicht
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Nur Fliegen ist schlimmer: Stewardess ist ein toller Job - oberflächlich

Schlecht sitzende Uniformen, ausfallende Triebwerke und warme Spucktüten - der Beruf der Stewardess hat mit Glamour-Image nichts mehr zu tun. Eine Flugbegleiterin erzählt von ihrem Arbeitsalltag. Oft schließt sie sich auf Flügen auf der Toilette ein, um die Nerven zu behalten.

Cornelia S. lebt in der Nähe von Frankfurt und arbeitet als Stewardess. Ihren echten Namen möchte sie nicht in den Medien lesen, ebenso nicht den ihrer Fluglinie.

"Woran erkennt man einen Co-Piloten auf einer Party? Er wird's einem schon erzählen. Und woran erkennt man eine Stewardess? Sie isst über den Mülleimer gebeugt.

Ich esse meist, was an Bord ist. Den Salat aus der First Class und Schokoriegel - den Rest kann man vergessen. Die Hauptberuflichen bringen ihr eigenes Essen mit, ich vergesse es immer.

Ich arbeite seit zehn Jahren als Stewardess, auf einer halben Stelle. Damit finanziere ich mein Studium. Ich sage mir immer wieder: Ich mache den Job wegen der Reisen. Eigentlich passe ich da nicht rein. Es ist alles verdammt oberflächlich.

Das Gute an Frankfurt ist: Man fliegt von Anfang an Langstrecke. Von Berlin aus geht's nur in andere Städte in Europa. In New York war ich schon 20-mal. Man hat bei einer Langstrecke ein, zwei Tage Auszeit bis zum Rückflug. Ich laufe meistens allein herum, erkunde neue Viertel.

Richtig euphorisch war ich nie. Ich habe mir da keine Illusionen gemacht, bei mir auf dem Dorf gibt es viele, die als Stewardess arbeiten und vom Arbeitsalltag erzählt haben. Und die Kollegen sieht man in der Regel sowieso nie wieder.

Biergartenatmosphäre in der Holzklasse

Wer auf einem Flug welche Aufgaben bekommt, hängt davon ab, wie lange man schon dabei ist. Die, die am längsten bei der Fluglinie arbeitet, steht ganz oben auf der Crewliste und darf es sich aussuchen. Die Altgedienten wählen natürlich die First Class, es ist ein ruhiges, langsames Arbeiten. Mir gefällt das gar nicht, ich bin nicht geduldig genug, dem Gast fünf verschiedene Käsesorten zu präsentieren. Die in der First Class werden mit dem Porsche zum Flugzeug gefahren und von der Stewardess abgeholt und zum Platz begleitet. Total übertrieben. Und beide Seiten wissen, dass das nur Show ist, ziehen es aber trotzdem durch.

Ich mag die Biergartenatmosphäre in der Holzklasse viel lieber. Das zeigt schon, dass ich nicht die geborene Stewardess bin. In der Economy gibt's viel mehr Beschwerden, klar, aber das geht bei mir da rein, da raus.

Meistens geht es darum, dass Familien nicht zusammensitzen oder man ewig auf dem Rollfeld steht. Das kommt sehr häufig vor. Das Blöde: Das zählt für uns nicht als Arbeitszeit. Man bekommt ein Grundgehalt und die Flugstunden obendrauf. Deswegen lohnen sich Langstrecken auch viel mehr.

Auf einer Langstrecke habe ich auch meine einzige brenzlige Situation erlebt. Es ging von Frankfurt nach Buenos Aires, überm Meer haben wir auf einmal Rauch gerochen. Viele haben Panik bekommen. Ich war erstaunlich ruhig, zwei Kolleginnen haben geweint, die sind danach zum psychologischen Dienst. Wir sind zurück zu einem Flughafen und haben gewartet, der Fehler wurde nicht gefunden.

Triebwerke fallen häufig aus

Dass ein Triebwerk ausfällt, passiert sehr häufig, ich erlebe das etwa zehnmal im Jahr. Die Passagiere bekommen das meistens nicht mit. Ich merke es auch nur, wenn ich das Flugzeug sehr gut kenne, am Geräusch. Es ist nicht dramatisch.

Mich stört die Enge und die Lautstärke am meisten. Und der mangelnde Sauerstoff. Ich gehe relativ oft in die Toilettenkabine, auch wenn ich die sehr eklig finde. Aber ich brauche das, um mich zu sammeln und um mal kurz allein zu sein. Sonst halte ich das nicht aus. Ich warte nicht in der Schlange, ich drängele mich vor - ich habe den Uniformbonus.

Außerdem muss ich mich während des Flugs immer mindestens einmal komplett abschminken und das Make-up neu auftragen. Ich frage mich dauernd, wieso die Kolleginnen immer so frisch aussehen. Vorschrift ist: deckender Lippenstift und deckender Nagellack. Aber ich habe das noch nie gemacht. Ich bekomme oft gesagt, ich sei nicht gut genug geschminkt, meine Schuhe seien nicht sauber genug, mein Haargummi passe nicht zur Uniform.

Es gibt offizielle Haargummis - aber die muss man sich selbst kaufen. Nein danke. Und fast alle haben immer zwei paar Schuhe dabei, mir ist das zu viel Aufwand. Mir reichen meine flachen Ledertreter. Die Uniform fühlt sich zwar ganz gut an, aber sie passt niemandem richtig. Praktisch jede Stewardess lässt sie privat ändern, heimlich, weil das offiziell nicht erlaubt ist.

Kotzfleck? Kaffee drauf!

Gegen schlechten Geruch haben wir Kaffeepulver. Während eines Langstreckenflugs werden bestimmt vier, fünf solcher Packungen für einen Liter Kaffee verbraucht: Man streut das Pulver überall aus, wo es schlecht riecht, das hilft. Auch wenn jemand irgendwo hingebrochen hat. Einen Berg Kaffeepulver drauf, Decke drüber, fertig. Ich drücke mich da immer, mir wird da selbst schlecht. Und dann bekommst du halt doch die noch warme Kotztüte in die Hand gedrückt.

Die Indienflüge sind die chaotischsten, die will nie einer machen. Am Ende ist überall auf dem Boden Essen verstreut. Alles wird mit Desinfektionsspray ausgesprüht, offiziell wegen der Hygiene. Schwierige Situationen kann es auch leicht auf den Flügen nach Tel Aviv geben. Orthodoxe Juden lassen sich oft nicht von Frauen bedienen, das ist im Flieger ein echtes Problem. Und manchmal haben sie vergessen, koscheres Essen vorzubestellen - und wir haben dann eben keins, wir können es nicht herzaubern. Wenn Franzosen reisen, geht's dagegen lustig zu: Die sind oft in großen Gruppen unterwegs, stehen auf dem Gang, quatschen und lachen.

Manchmal wünsche ich mir, dass die Passagiere wissen, dass ich nicht nur eine Saftschubse bin, dass das nicht mein Traumberuf ist. Lange mache ich das nicht mehr. Ich rate auch allen ab, die mich fragen. Die Bedingungen sind schlechter geworden. Ich habe noch einen guten Vertrag. Mit meiner halben Stelle fliege ich 45 Stunden im Monat und verdiene damit 1100 Euro netto plus 200 Euro Spesen. Für einen ungelernten Beruf nicht übel.

Eine Bitte habe ich an Fluggäste: Bitte bestellen Sie kein Bier. Im Trolley ist das ganz unten einsortiert, wir müssen in die Hocke, um es hochzuholen. Und wenn man einmal da unten hockt, hat man kaum noch die Kraft, wieder aufzustehen."

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Cargo-Flieger: Schwergewichte der Lüfte
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Die Arbeit ist identisch, Bezahlung und Ausbildung sind es nicht. Aviation Power ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Technik und der Zeitarbeitsfirma Manpower. Ihre Flugbegleiter werden als Leiharbeiter für zwei Jahre zur Lufthansa entsandt. Sie haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag, aber nicht mit Lufthansa, sondern mit Aviation Power. Wenn sie nach zwei Jahren weiter in Lufthansa-Flugzeugen arbeiten wollen, müssen sie neu anheuern - erhalten aber wieder nur das Einstiegsgehalt. Und für das müssen sie neun Prozent mehr arbeiten als Lufthansa-Flugbegleiter. Gespart wird auch bei der Ausbildung: Die Leiharbeiter werden nur sechs statt zwölf Wochen geschult und statt drei Trainingsflügen gibt es nur einen.
Wer kann sich bewerben?
Bewerben kann sich jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist, eine abgeschlossene Schulausbildung hat, Deutsch und Englisch fließend spricht und mindestens 1,60 Meter groß ist. Weitere Bedingungen: Angemessenes Körpergewicht und eine Sehschärfe zwischen plus und minus fünf Dioptrien. Außerdem sollen die Interessenten bereit sein zu Schichtdiensten und einen Rechner mit Internet haben.
Wie bewirbt man sich?
Bewerben kann man sich online über die Internetseite der Lufthansa - auch für Stellen, die vom Personaldienstleister Aviation Power ausgeschrieben sind. Bewerber müssen einen Internettest, ein Telefoninterview und ein Assessment-Center überstehen.
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Die Zwölf-Wochen-Ausbildung bei Lufthansa besteht aus einem Online-Vorkurs, Training am Boden und drei internationalen Einweisungsflügen. Das Training am Boden findet in einer unbeweglichen Attrappe statt - einem Schulungsraum mit Business-Class-Sitzen, nachempfundenen Flugzeugfenstern auf der einen und einer Glaswand auf der anderen Seite plus Bordküche. Zu den Praxisübungen gehören: Feuer löschen, Fluggäste über Rettungsrutschen sicher aus dem Flugzeug bringen, aufgebrachte Gäste beruhigen. Dazu kommen Theoriekurse etwa über Weinkunde oder professionelles Auftreten.
Gibt es eine Abschlussprüfung?
In den Kursen stehen die angehenden Stewardessen und Stewards unter ständiger Beobachtung. Mit Multiple-Choice-Tests und praktischen Übungen wird das Wissen und Können am Ende der Ausbildung geprüft.
Welche Kleidervorschriften gibt es?
Flugbegleiter bei der Lufthansa tragen Röcke oder Hosen mit weißen oder dunkelblauen Blusen und gelben oder blauen Tüchern. Bei Frauen sind Schuhe mit Absätzen vorgeschrieben: Sie dürfen nicht niedriger als fünf und nicht höher als sieben Zentimeter sein. Röcke dürfen nicht kürzer sein als etwa zwei Finger breit über dem Knie.

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