Sie werden mit Medaillen behängt, mit Blumen geschmückt, um Autogramme angefleht - und nach wenigen Tagen ist alles vorbei. Spitzensportler führen zwei Leben: eines im Rampenlicht und eines fern der Scheinwerfer, in Turnhallen, Schwimmbädern oder Reitställen. In den vielen Monaten zwischen den Wettkämpfen sieht ihr Leben wenig glamourös aus, hat eine Studie des Bundesinstituts für Sportwissenschaft ergeben: Spitzensportler kommen im Schnitt auf ein Bruttoeinkommen von 1919 Euro im Monat. Nach Abzug von Steuern und Ausgaben für ihren Sport bleiben ihnen durchschnittlich 626 Euro zum Leben.
40 Prozent ihres Lebensunterhalts verdienen die Athleten mit einer beruflichen Tätigkeit oder einem Nebenjob. Dafür rackern sie jede Woche 27 Stunden. Weitere 32 Stunden widmen sie ihrem Sport, Fahrten zu Wettkämpfen oder Physiotherapiestunden mitgerechnet - ohne dafür Geld zu bekommen.
Unterstützung von Eltern, Verwandten oder Bekannten gaben die Sportler als zweitwichtigste Einnahmequelle an. Sponsoren- und Werbeverträge folgen auf Platz drei. Mit Preis- und Startgeldern können die Sportler nur knapp zehn Prozent ihres Einkommens bestreiten.
Unabhängig von der Sportart zahlt sich der Erfolg bei Wettbewerben aber langfristig aus: Olympiasieger verdienen durchschnittlich im Monat 5000 Euro brutto mehr als Athleten, die bislang "nur" den Titel Deutscher Meister tragen.
Die Studie stammt aus dem Jahr 2010, an der Befragung nahmen 1333 Athleten aus mehr als 70 Sportarten teil, die einem der Bundeskader angehören. Sportler, die von der Bundeswehr oder der Bundespolizei gefördert werden, wurden nicht befragt. Grundsätzlich können alle Athleten in Bundeskadern diese Hilfe in Anspruch nehmen, müssen sich dafür aber auch verpflichten - mit allen Vor- und Nachteilen.
vet/dapd
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