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Monatseinkommen Arme Spitzensportler

Beachvolleyballer verdienen im Schnitt 1907 Euro brutto im Monat Zur Großansicht
AFP

Beachvolleyballer verdienen im Schnitt 1907 Euro brutto im Monat

Sie sehen gut aus, werden angefeuert und bejubelt - Spitzensportler sind zu beneiden. Könnte man denken. Ein Blick aufs Konto zeigt die Schattenseiten: Im Schnitt verdienen Profi-Athleten weniger als 2000 Euro. Deutlich besser schneiden Segler ab, besonders arm dran sind Bogenschützen.

Sie werden mit Medaillen behängt, mit Blumen geschmückt, um Autogramme angefleht - und nach wenigen Tagen ist alles vorbei. Spitzensportler führen zwei Leben: eines im Rampenlicht und eines fern der Scheinwerfer, in Turnhallen, Schwimmbädern oder Reitställen. In den vielen Monaten zwischen den Wettkämpfen sieht ihr Leben wenig glamourös aus, hat eine Studie des Bundesinstituts für Sportwissenschaft ergeben: Spitzensportler kommen im Schnitt auf ein Bruttoeinkommen von 1919 Euro im Monat. Nach Abzug von Steuern und Ausgaben für ihren Sport bleiben ihnen durchschnittlich 626 Euro zum Leben.

40 Prozent ihres Lebensunterhalts verdienen die Athleten mit einer beruflichen Tätigkeit oder einem Nebenjob. Dafür rackern sie jede Woche 27 Stunden. Weitere 32 Stunden widmen sie ihrem Sport, Fahrten zu Wettkämpfen oder Physiotherapiestunden mitgerechnet - ohne dafür Geld zu bekommen.

Unterstützung von Eltern, Verwandten oder Bekannten gaben die Sportler als zweitwichtigste Einnahmequelle an. Sponsoren- und Werbeverträge folgen auf Platz drei. Mit Preis- und Startgeldern können die Sportler nur knapp zehn Prozent ihres Einkommens bestreiten.

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Tops und Flops der Sportarten: So viel verdienen Athleten
Wie viel am Monatsende auf dem Konto landet, hängt stark von der Sportart ab: Segler kommen auf ein monatliches Bruttoeinkommen von 4561 Euro, Bogenschützen nur auf 447 Euro. Auch die Höhe der Preisgelder schwankt erheblich: Wer im Golf das US Masters in Augusta gewinnt, erhält 1,44 Millionen US-Dollar (rund 1,1 Millionen Euro). Gewinnt ein Skispringer die Gesamtwertung der Vierschanzentournee, bleiben ihm vergleichsweise magere 20.000 Schweizer Franken (rund 16.600 Euro).

Unabhängig von der Sportart zahlt sich der Erfolg bei Wettbewerben aber langfristig aus: Olympiasieger verdienen durchschnittlich im Monat 5000 Euro brutto mehr als Athleten, die bislang "nur" den Titel Deutscher Meister tragen.

Die Studie stammt aus dem Jahr 2010, an der Befragung nahmen 1333 Athleten aus mehr als 70 Sportarten teil, die einem der Bundeskader angehören. Sportler, die von der Bundeswehr oder der Bundespolizei gefördert werden, wurden nicht befragt. Grundsätzlich können alle Athleten in Bundeskadern diese Hilfe in Anspruch nehmen, müssen sich dafür aber auch verpflichten - mit allen Vor- und Nachteilen.

vet/dapd

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1.
HansCh 24.07.2012
Ist das ungerecht, dass, anders als viele Olympia Sportler, Formel 1 Rennfahrer und Fußballspieler (aber auch Olympiasieger (!) im Brustschwimmen, Laufen usw. nach ihrem Sieg) excellent, und im Fußball selbst mittelmäßige Spieler sehr gut verdienen? Wer das ungerecht findet möge sagen, ob die vorgenannten weniger verdienen sollen und wie das staatlich begrenzt werden soll, oder ob die Nischen-Olympioniken, wie Bogenschützen, mehr verdienen sollen und wer das bezahlen soll. Sportler mittelpopulärer Disziplinen bei Olympia verdienen nur gut wenn sie "Sieger" sind. Die Popularität einer Sportart bestimmt wesentlich das Einkommen, nicht nur die Leistung in einer Disziplin die "kaum jemand sehen will". Wer das nicht will, sollte selbst zahlen anstelle wieder Steuergelder zu verlangen. Es war kein Drama, dass Ostblock-Staaten Medallien "absahnten" weil sie aus politischen Gründen auch unpopulären Spitzen-Sport auf Kostem der Bevölkerung maßlos gefördert haben. Kopieren sollte man das alte Ostblock-Modell nicht.
2. ...
wslm? 24.07.2012
Zitat von sysopAFPSie sehen gut aus, werden angefeuert und bejubelt - Spitzensportler sind zu beneiden. Könnte man denken. Ein Blick aufs Konto zeigt die Schattenseiten: Im Schnitt verdienen Profi-Athleten weniger als 2000 Euro. Deutlich besser schneiden Segler ab, besonders arm dran sind Bogenschützen. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,846070,00.html
Wenn im Artikel festgestellt wird, dass Spitzensportler in Schnitt ca. 2000 EUR monatlich verdienen, sollte vielleicht etwas deutlicher darauf hingewiesen werden, dass bei dieser Berechnung die Sportarten ausgenommen worden sind, in denen gut verdient wird (Fußball, Golf, usw...). Würde man diese Sportarten einbeziehen, würden wohl kaum Segler mit ca. 4500 EUR monatlich den Spitzenverdienerrang belegen. Schlagzeile und Bildunterschriften passen also überhaupt nicht zur Realität / Aussagekraft der Erhebung. Im übrigen ist es natürlich bedauerlich, dass in der öffentlichen Wahrnehmung und Berichterstattung nichts mehr außer Fußball vorkommt. Während im Fußball selbst Testspiele oder ähnliche Kirmesveranstaltungen live übertragen werden und die Wadenzerrung eines Spielers auf SPON als Eilmeldung verbreitet wird, berichtet niemand mehr über andere Sportarten. Insbesondere bei solchen Sendungen wie dem aktuellen Sportstudio oder der sonntäglichen Sportreportage finde ich es traurig, dass diese nur noch Fußball zeigen. Andererseits betreibt man Sport ja auch nicht zum Geldverdienen, sondern aus Spaß an der Freud. Warum sollte ein Bogenschütze mit seinem Hobby seinen Lebensunterhalt decken können? Da ist es doch schon super, an den olympischen Spielen teilnehmen zu können.
3. Frauenfussballdiskussion
protoscorsair 24.07.2012
Zitat von HansChIst das ungerecht, dass, anders als viele Olympia Sportler, Formel 1 Rennfahrer und Fußballspieler (aber auch Olympiasieger (!) im Brustschwimmen, Laufen usw. nach ihrem Sieg) excellent, und im Fußball selbst mittelmäßige Spieler sehr gut verdienen? Wer das ungerecht findet möge sagen, ob die vorgenannten weniger verdienen sollen und wie das staatlich begrenzt werden soll, oder ob die Nischen-Olympioniken, wie Bogenschützen, mehr verdienen sollen und wer das bezahlen soll. Sportler mittelpopulärer Disziplinen bei Olympia verdienen nur gut wenn sie "Sieger" sind. Die Popularität einer Sportart bestimmt wesentlich das Einkommen, nicht nur die Leistung in einer Disziplin die "kaum jemand sehen will". Wer das nicht will, sollte selbst zahlen anstelle wieder Steuergelder zu verlangen. Es war kein Drama, dass Ostblock-Staaten Medallien "absahnten" weil sie aus politischen Gründen auch unpopulären Spitzen-Sport auf Kostem der Bevölkerung maßlos gefördert haben. Kopieren sollte man das alte Ostblock-Modell nicht.
Jetzt geht das schon wieder los! Vor einem Jahr war die gleiche Diskussion beim Thema Frauenfussball: Warum bekommen die weniger als die Männer, obwohl sie vieeeel erfolgreicher sind??. Als Betriebswirt möchte ich den wirtschaftlichen Aspekt in die Diskussion bringen. 1.Ohne Zweifel ist die Haupteinnahmequelle eines Sportlers das Sponsoring. Entweder direkt auf dem Hemd oder aber indirekt, weil Sponsoren Fernsehsender finanzieren, die dann Rechte kaufen. 2. Um Sponsoren anzuziehen, muss ein Sport von öffentlichen Interesse sein, damit der Sponsor im guten Licht erscheint und seinerseits wieder Käufer für seine Produkte aquiriert. 3. Alles hat also etwas mit Werte schaffen zu tun. Bogenschießen schafft diese Werte nicht und ist daher auf die "Schützenhilfe" von Fördergeldern aus dem Verband angewiesen, der genaugenommen eine steuerlich finanzierte Subvention ist. Man kann also für die Bogenschützen und ähnliche Sportler auch eine andere Bilanz aus Olympia ziehen, als sich zu beschweren: Nur durch die Clusterung in ein Großereignis wie die Spiele gibt es überhaupt ein Interesse an dieser Sportart. Die Olympische Idee ist nun auch wieder werttragend und zieht Sponsoren an. Die Frage müsste also dahin gehen, warum diese riesigen Einnahme nicht "gerechter" unter allen Teilnehmern aufgeteilt werden. Wer bekommt eigentlich das Geld aus Fernsehrechten und Sponsoring??? Olympia ist trotzdem ein Glücksfall für die Bogenschützen: Oder hat irgendwer schonmal etwas von einer Bogenshießen WM gehört?? Nur das Cluster mit vielen anderen Sportarten führt dazu, dass es eine Teilung der Aufmerksamkeit gibt.
4. ?????????
Surgeon_ 24.07.2012
Haben die keinen Job neben dem Sport ? Ich und viele andere verdienen schlecht auch ohne Sport, und es werden immer mehr in Deutschland. Warum ? Weil die Regierung Merkel das Volk kaputt macht, hintenherum.
5.
no-panic 24.07.2012
Zitat von Surgeon_Haben die keinen Job neben dem Sport ? Ich und viele andere verdienen schlecht auch ohne Sport, und es werden immer mehr in Deutschland. Warum ? Weil die Regierung Merkel das Volk kaputt macht, hintenherum.
Ich zB verdiene so schlecht, daß ich es mir nicht leisten kann, Sport zu treiben. Mein Mitleid mit den "armen" Sportlern hält sich echt in Grenzen!
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