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Erste Hubschrauberpilotin des ADAC Pionierin in der Luft

Retterin aus der Luft: Erste Hubschrauberpilotin beim ADAC Fotos
dapd

Sie landet auf Autobahnen, zwischen Strommasten oder Windrädern: Melanie von Allwörden, 34, ist die erste Frau, die einen ADAC-Hubschrauber fliegen darf. Tausendmal pro Jahr wird sie abheben. Nur jeder zehnte Einsatz ist ein Verkehrsunfall, doch um Leben und Tod geht es fast immer.

Schlägt der Notrufpieper Alarm, ist Melanie von Allwörden, 34, zwei Minuten später startklar. In 120 Sekunden fährt sie ihren Hubschrauber aus dem Hangar, holt Arzt und Rettungsassistent an Bord, startet die Rotoren. Sie ist die erste Frau, die einen ADAC-Hubschrauber fliegen darf, unter den 150 ADAC-Rettungsfliegern gab es bislang nur eine Co-Pilotin, sie fliegt in Ingolstadt. Allwörden ist seit zwei Monaten verantwortliche Pilotin in der Rettungsstation Perleberg im Nordwesten Brandenburgs, "Christoph 39" heißt ihr Hubschrauber.

Die beiden werden eine intensive Beziehung pflegen: Mehr als tausendmal war "Christoph 39" im vergangenen Jahr gefordert. Melanie von Allwörden schreckt das nicht: "Jeder Tag, an dem ich fliegen kann, ist ein perfekter Tag."

Schwierige Landungen

Mit fast 1400 Flugstunden ist Allwörden eine erfahrene Pilotin, trotzdem ist jeder Einsatz eine Herausforderung. Schließlich weiß sie nie, was sie an der Unglücksstelle erwartet. Oft hat sie nur wenig Platz zum Landen, muss schwierige Manöver fliegen. Tief hängende Wolken, Strommasten oder Windkraftanlagen sind immer wieder Hindernisse, die sie neben den Steuerinstrumenten und Anzeigen des Cockpits im Blick haben muss. "Da muss man schon angestrengt schauen", sagt sie.

Das Einsatzgebiet der Perleberger Rettungscrew umfasst einen Radius von 70 Kilometern, "aber wir fliegen auch weiter, bis Sachsen-Anhalt und Niedersachsen", sagt Flying Doc Wolfgang Wachs. Patienten werden in Kliniken nach Schwerin, Hamburg, Lübeck, Potsdam oder Berlin geflogen, "da hin, wo sie optimal versorgt werden". 47.315 Rettungsflüge für 43.732 Patienten bilanzierte der ADAC im vergangenen Jahr für ganz Deutschland - ein Rekord.

Jeder zweite Einsatz war ein internistischer Notfall, dazu zählen etwa akute Herzerkrankungen. Der zweithäufigste Anforderungsgrund für die ADAC-Hubschrauber waren neurologische Notfälle wie Schlaganfälle, Verkehrsunfälle machten nur elf Prozent aller Einsätze aus.

Karriere trotz Absage

"Christoph 39" ist 4,5 Millionen Euro wert, hat mehr als 1600 PS. Für Allwörden ist das nichts Besonderes: Sie war sieben Jahre lang Pilotin eines Polizeihelikopters in Hamburg.

Ihr Weg zur Hubschrauberpilotin begann mit einer Absage: Beim harten Eignungstest der Lufthansa fiel sie durch. Sie bewarb sich bei der Hamburger Polizei, brachte es bis zur Hauptkommissarin, absolvierte schließlich eine zweijährige Ausbildung zur Pilotin, suchte aus der Luft nach Vermissten oder dokumentierte Gewässerverunreinigungen. Dann beschloss sie, die Polizeiuniform gegen den roten Overall der ADAC-Rettungsflieger zu tauschen: "Die Arbeit hat mich zunehmend fasziniert. Ich freue mich, Menschen helfen zu können."

Es gibt Tage, an denen der Pieper stumm bleibt, dann wartet Allwörden in den Aufenthaltsräumen der Rettungsstation. Die schönsten Momente bei der Arbeit sind für sie die Rückflüge: Bei schönem Wetter ist "Christoph 39" dann der schönste Arbeitsplatz, den sie sich vorstellen kann.

Peter Könnicke, dapd/vet

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1. Nie mehr einen Titel...
Hans58 31.03.2012
Zitat von sysopSie landet auf Autobahnen, zwischen Strommasten oder Windrädern: Melanie von Allwörden, 34, ist die erste Frau, die einen ADAC-Hubschrauber fliegen darf. Eintausendmal pro Jahr wird sie abheben. Nur jeder zehnte Einsatz ist ein Verkehrsunfall, doch um Leben und Tod geht es fast immer. Erste Hubschrauberpilotin des ADAC: Pionierin in der Luft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,824845,00.html)
Und? Vor zig Jahren flog eine Soldatin der Luftwaffe bereits eine Bell UH-1 D (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a6/UH-1D_Luftwaffe_A29_Ahlhorn_1984.JPEG/800px-UH-1D_Luftwaffe_A29_Ahlhorn_1984.JPEG) Das Bild zeigt den Typ des von ihr geflogenen Hubschraubers.
2. knatter-knatter
Hamberliner 31.03.2012
Zitat von sysopSie landet auf Autobahnen, zwischen Strommasten oder Windrädern: Melanie von Allwörden, 34, ist die erste Frau, die einen ADAC-Hubschrauber fliegen darf. Eintausendmal pro Jahr wird sie abheben. Nur jeder zehnte Einsatz ist ein Verkehrsunfall, doch um Leben und Tod geht es fast immer. Erste Hubschrauberpilotin des ADAC: Pionierin in der Luft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,824845,00.html)
Wenigstens ist Sinn und Notwendigkeit ihres jetztigen Jobs leichter nachzuvollziehen als ihres früheren. Der Hamburger Polizeihubschrauber "Libelle" hat anscheinend den Zweck, jedesmal, wenn irgendwo ein kleiner Straftäter flüchtig ist, einen ganzen Stadtteil stundenlang mit ohrenbetäubendem Lärm zu beknattern, so dass die Wirtschaft zum Erliegen kommt, sofern sie aus Tätigkeiten besteht, die das geistige Niveau eines Schimpansen überschreiten. Fehlerfrei programmieren kann man dabei jedenfalls nicht mehr. Unten rennt der Flüchtende hin und her wie ein Karnickel, und oben steht der Hubschrauber immer genau über ihm. Stundenlang. Die Polizisten am Boden, die ihn eigentlich einsammeln sollten, müssen wohl erst zuende frühstücken. Der Schaden dürfte meistens ein vielfaches des Schadens betragen, den der flüchtige Straftäter angerichet hat.
3.
kernbeißer 31.03.2012
Zitat von HamberlinerWenigstens ist Sinn und Notwendigkeit ihres jetztigen Jobs leichter nachzuvollziehen als ihres früheren. Der Hamburger Polizeihubschrauber "Libelle" hat anscheinend den Zweck, jedesmal, wenn irgendwo ein kleiner Straftäter flüchtig ist, einen ganzen Stadtteil stundenlang mit ohrenbetäubendem Lärm zu beknattern, so dass die Wirtschaft zum Erliegen kommt, sofern sie aus Tätigkeiten besteht, die das geistige Niveau eines Schimpansen überschreiten. Fehlerfrei programmieren kann man dabei jedenfalls nicht mehr. Unten rennt der Flüchtende hin und her wie ein Karnickel, und oben steht der Hubschrauber immer genau über ihm. Stundenlang. Die Polizisten am Boden, die ihn eigentlich einsammeln sollten, müssen wohl erst zuende frühstücken. Der Schaden dürfte meistens ein vielfaches des Schadens betragen, den der flüchtige Straftäter angerichet hat.
Gesuchter Straftäter, Flucht vom Unfallort mit verletzten Personen, vermisstest Kind... [Der Schaden dürfte meistens ein vielfaches des Schadens betragen, den der flüchtige Straftäter angerichet hat.] Ihr Kommentar entspricht voll und ganz dem eines geistigen Tieffliegers. Sie haben gelinde gesagt "KEINE AHNUNG". Menschen wie Sie rufen als erster und am lautesten nach Hilfe. Ich spreche aus 30 Jahren Erfahrung.
4. Schönen Dank auch!
Demokratischer_Beobachter 31.03.2012
Schade, daß sich der Schreiber dieses Artikelchens nicht bei der Hamburger Hubschrauberstaffel umgehört hat. Dort war man, gelinde gesagt, nicht gerade übermäßig begeistert, daß sich Madame erst umfangreich und kostenintensiv auf Staatskosten zur Hubschrauberpilotin hat ausbilden lassen, um sich anschließend baldmöglichst in die freie Wirtschaft abzuseilen.
5. Eine Nummer zu groß
Deep_Thought_42 31.03.2012
Zitat von sysopSie landet auf Autobahnen, zwischen Strommasten oder Windrädern: Melanie von Allwörden, 34, ist die erste Frau, die einen ADAC-Hubschrauber fliegen darf. Eintausendmal pro Jahr wird sie abheben. Nur jeder zehnte Einsatz ist ein Verkehrsunfall, doch um Leben und Tod geht es fast immer. Erste Hubschrauberpilotin des ADAC: Pionierin in der Luft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,824845,00.html)
Was ist beim "ADAC Hubschrauberflug" so besonders, dass man hier als "Pionierin" herausgestellt wird. Der Titel gebührt ja wohl eher Frau Reitsch, wie immer man sonst zu ihr steht. Weltweit gibt es heute bestimmt mehrere hundert weibliche Helikopterpiloten, die tagtäglich fliegerisch ihren Mann stehen. "Pionierin in der Luft": Da fallen einem ganz andere Namen ein: Jackie Chochran, Amelia Earhart, Patty Wagstaff, Lydia Litvak oder in Deutschland Elly Beinhorn, Melitta von Stauffenberg, selbst Beate Uhse hat da mehr Anrechte, obwohl sie eher als Pionierin auf einem anderen Gebiet bekannt wurde ... "Eintausendmal pro Jahr wird sie abheben ...". Nach meinem Verständnis sollte man Leistungen hervorheben, nachdem sie vollbracht wurden.
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