Auf Anraten ihrer Mutter hatte Dagmar Stratenschulte in Bad Oeynhausen eine Ausbildung zur Buchhalterin gemacht. Sie bekam zwei Töchter und hörte auf zu arbeiten. Als die Töchter älter wurden, schwante ihr:"Alle entwickeln sich weiter, nur ich nicht." Also ging sie zur Berufsberatung und entschloss sich, Fotografin zu werden. Zuvor war die Fotografie nicht mehr als ein Hobby.
Aber soll sie wirklich mit 45 Jahren noch eine Ausbildung machen? Und in der Berufsschule neben 18-Jährigen sitzen? Sie schreibt eine Bewerbung an ein etabliertes Fotostudio in Berlin und hört erst einmal nichts. Sie fragt nach und bekommt immerhin einen Termin. Dort empfängt der Fotograf sie mit den Worten: "Na, da haben Sie sich ja was vorgenommen." Dann setzt er hinzu: "Und wir möchten Sie gern dabei unterstützen."
Inzwischen hat Stratenschulte Dutzende von Hochzeiten und Bewerbern fotografiert, Webauftritte von Ärzten und Rechtsanwälten mit Fotos bestückt und Aufträge unter anderem für die Freie Universität Berlin, einen Telekommunikationsverband und einen Kongressveranstalter übernommen. Am Ende hat sie eine einzige Bewerbung für ihren Umstieg gebraucht. Von der Entscheidung für die Ausbildung bis zum ersten Ausbildungstag dauerte es etwa vier Wochen. Wegen guter Leistungen konnte sie die Lehre von drei auf zweieinhalb Jahre verkürzen.
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik KarriereSPIEGEL | RSS |
| alles aus der Rubrik Berufsleben | RSS |
| alles zum Thema Erste Hilfe Karriere | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH