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Schmiedemeisterin Oma am Amboss

Pionierin im Schmiedehandwerk: Ein halbes Jahrhundert am Amboss Fotos
dapd

Sie war die erste Gesellin und die erste Meisterin ihres Handwerks in Deutschland - und arbeitet nach einem halben Jahrhundert noch immer als Schmiedin. Jeden Tag probiert Edda Sandstede in ihrer Werkstatt etwas Neues aus. Aufhören kommt für sie auch mit 70 Jahren nicht in Frage.

Edda Sandstede, 70, steht in ihrer Werkstatt und haut mit dem Hammer auf ein Stück Eisen. Kleine glühende Teilchen springen in alle Richtungen, ein regelmäßiges Hämmern hallt durch die kleine Gasse am Rande der Fußgängerzone von Oldenburg in Niedersachsen. "Ich arbeite jetzt mehr als ein halbes Jahrhundert im Schmiedehandwerk, aber es ist noch immer meine große Leidenschaft", sagt Sandstede.

Sie war vor 50 Jahren die erste weibliche Schmiedehandwerks-Gesellin in Deutschland. Damals musste sie bei ihrem Vater in die Lehre gehen, weil kein anderer Schmied bereit war, eine Frau auszubilden. Das Handwerk gilt bis heute als Männerdomäne.

Sandstede hatte es damals nicht einfach, in dem Job Fuß zu fassen. Nach ihrer Lehre reiste sie auf der Suche nach einem Gesellenjob drei Monate durch Deutschland, Italien, Österreich und die Schweiz. "Alle fanden es toll, dass ich als Frau im Schmiedehandwerk arbeiten wollte. Aber niemand wollte mich einstellen", erinnert sie sich. "Das war schon hart."

Im Schwarzwald kam sie 1962 letztlich doch in einem Betrieb unter, mit 30 Männern: "Die mussten sich erst mal an eine Frau gewöhnen. Das war für sie schwieriger als für mich, denn ich war es ja schon von Anfang an gewohnt, mich unter Jungs behaupten zu müssen."

"Alles Unikate, ich stelle nichts zweimal her"

Manchmal schickten die Kollegen sie vor die Tür - wenn sie sich dreckige Witze erzählen wollten. Sandstede nahm ihnen das nicht übel, denn im Gegenzug konnte sie sich auf ihre Unterstützung verlassen: "Wenn ich ein besonders dickes Eisen hatte, kamen sofort mindestens fünf Männer gelaufen, um mir zu helfen."

Mit ihrem Gesellenstück wurde Sandstede Bundessiegerin beim Leistungswettbewerb der Handwerksjugend, 1968 legte sie als erste Frau in Deutschland ihre Meisterprüfung im Schmiedehandwerk ab. Anschließend arbeitete sie im Betrieb ihres Vaters in Bad Zwischenahn und eröffnete drei Geschäfte auf Norderney, in Braunlage und in Oldenburg.

Noch immer steht sie fünf Tage die Woche am Amboss. Die fertigen Produkte verkauft sie in ihrem kleinen Geschäft direkt neben der Werkstatt. Ihr Sortiment reicht von Skulpturen über Leuchter, Treppengeländer und Tore bis hin zu Schmuck. "Am liebsten mag ich Skulpturen und schlichte Sachen", sagt sie und dreht an einem Mobile, das sie erst jüngst hergestellt hat. "Besonders spannend finde ich bewegliche Sachen, bei denen ich häufig mit Magneten arbeite."

Ideen für neue Projekte sind der 70-Jährigen trotz der langen Zeit im Beruf nicht ausgegangen: "Ich stelle nichts zweimal her. Meine Arbeiten sind alle Unikate. Und wenn ich es für machbar halte, setze ich auch gerne die Ideen meiner Kunden um."

Den Job aufgrund ihres Alters an den Nagel zu hängen, kommt für Sandstede nicht in Frage: "Solange ich es gesundheitlich noch kann und weiterhin Lust habe, arbeite ich auf jeden Fall weiter."

Yasmin Schulten-Jaspers/dapd/vet

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insgesamt 8 Beiträge
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    Seite 1    
1. Schmiedin macht Mut!
Aase 23.06.2012
Wenn ich mal in Oldenburg bin, komme ich gern bei Sandstede im Laden vorbei. Frau Sandstede macht Mut, ebenfalls nicht ausgetretene Wege zu beschreiten.
2.
pompadour45 23.06.2012
Liebe Frau Schulten-Jaspers, ist Frau Sandstede eigentlich Ihre Oma? Sonst würde es mich wundern, warum Sie eine 70jährige Frau so nennen. Oder schreiben Sie manchmal auch über Opa Gottschalk, Opa Schmidt und wie Sie alle heißen ?
3. Respekt !
Jonny_C 23.06.2012
Zitat von sysopSie war die erste Gesellin und die erste Meisterin ihres Handwerks in Deutschland - und arbeitet nach einem halben Jahrhundert noch immer als Schmiedin. Jeden Tag probiert Edda Sandstede in ihrer Werkstatt etwas Neues aus. Aufhören kommt für sie auch mit 70 Jahren nicht in Frage. Erste Schmiedemeisterin arbeitet nach 50 Jahren noch in ihrem Beruf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,839077,00.html)
Respekt und zwar ganz großen Respekt Frau Sandstede ! Ich habe mal in einem einwöchigen "Workshop" versucht so etwas wie "ein Schwert" zu schmieden. Am zweiten Tag bin ich vor Schmerzen in den Armen und im Rücken fast nicht aus dem Bett gekommen. Naja...das Schwert habe ich noch, jedesmal wenn ich es anschaue tut mir wieder alles weh..... ;-)
4.
Rainer Helmbrecht 23.06.2012
Zitat von pompadour45Liebe Frau Schulten-Jaspers, ist Frau Sandstede eigentlich Ihre Oma? Sonst würde es mich wundern, warum Sie eine 70jährige Frau so nennen. Oder schreiben Sie manchmal auch über Opa Gottschalk, Opa Schmidt und wie Sie alle heißen ?
Ich stimme Ihnen zu, wenn Oma und Opa Ehrentitel wären, könnte man darüber diskutieren, leider ist es etwas abwertend gemeint. Junge Frauen weigern sich als Fräulein angesprochen zu werden, 16 jährige verbessern Erwachsen mit dem spinösen Aufschrei "Frau, bitte", aber Oma und Opa sind Ehrentitel, frei gegeben für Hinz und Kunz. Einen RA, oder Arzt, der mit 80 noch praktiziert, behält die Anrede Herr, oder Frau Dr. MfG. Rainer
5. sauregurkenzeit- oder?
drachenschmied 23.06.2012
damals als ich meinen schmiedemeister "machen" wollte, wurde der schmied "umbenannt". während der ausbildung habe ich hingeschmissen- ich wollte kein WARMVERFORMUNGSMECHANIKERMEISTER sein! ach ja, herr # helmbrecht, herr dr. xy ist, wie sagten wir früher, "dpppelt gemoppelt". und- die SPINNER werden nie oma oder opa. grüsse
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