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Zuwanderung von Fachkräften Regierung redet die Blue Card schön

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DPA

Blaue Hoffnung: Die Blue Card hat keinen Strom von Fachkräften erzeugt

Alle haben Angst vorm Fachkräftemangel, deswegen sollen möglichst viele Spezialisten einwandern. Doch die Blue Card, die Akademiker aus dem Ausland anlocken soll, trägt dazu wenig bei. Nur 2500 Menschen sind in einem Jahr zusätzlich gekommen.

Vor einem Jahr hat die Bundesregierung die sogenannte Blue Card in Deutschland eingeführt, mit der sie Deutschland für internationale Fachkräfte attraktiver machen will. Doch die Bilanz zum Stichtag ist eher mau. Politiker der Union versuchen daher, den Erfolg besonders groß erscheinen zu lassen.

So sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU): "Ich finde die Zahl 10.000, die wir jetzt im ersten Jahr haben, ausgesprochen erfreulich." Doch damit greift sie zu hoch. Gesichert sind die Zahlen bis zum 30. Juni dieses Jahres. In diesem Zeitraum wurde die Genehmigung für eine Blue Card 8879-mal erteilt. Dass es bis zur Jahresfrist am 1. August 10.000 werden, ist nur eine Schätzung.

Schwerer noch wiegt: Nur 2536 Menschen aus dieser Gruppe sind tatsächlich aus dem Ausland eingereist. Über 70 Prozent der Blue-Card-Inhaber lebten bereits zuvor in Deutschland und haben nur ihren Aufenthaltsstatus geändert. Das heißt: Es sind längst nicht so viele Einwanderer auf die Blue Card angesprungen, wie es den Anschein hat.

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Indische IT-Experten: Deutschland ist ja schön, aber...
Die Blue Card ist ein neuer Aufenthaltstitel für ausländische Akademiker. Sie müssen dafür einen Arbeitsplatz mit einem bestimmten Jahresgehalt nachweisen. Die meisten Blue-Card-Besitzer kamen laut Innenministerium aus Indien (1971), China (775), und Russland (597). Auch aus Syrien und den USA erhielten zahlreiche Einwanderer eine Blue Card.

"Grundsätzlicher Neustart in der Einwanderungspolitik"

Ursula von Leyen führt an, es dürfe nicht vergessen werden, dass Deutschland lange Zeit den Ruf gehabt habe, ablehnend zu sein: "Diesen Ruf haben wir zum Teil noch." Hinter der Zahl verberge sich auch die Tatsache, dass viele in Deutschland ausgebildete Menschen bleiben könnten. Das Signal nach außen, dass Fachkräfte hochwillkommen seien, setze sich damit durch. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) betonte gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung", wie wichtig die Blue Card angesichts des Fachkräftemangels sei. "Deshalb sind zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland willkommen."

Kritiker wenden ein, dass der Antrag zu bürokratisch sei und das Mindestgehalt noch immer zu hoch liege. Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sagte der Tageszeitung "Die Welt": "Ein junger deutscher Akademiker verdient nach seinem Abschluss rund 35.000 Euro. Daran muss man sich orientieren." 2013 muss ein Akademiker aus dem Ausland 46.400 Euro im Jahr verdienen, um die Blue Card zu bekommen. Andererseits kann ein zu geringes Mindestgehalt auch zu Lohndumping führen.

Christine Langenfeld, Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration, erkennt in der Blue Card immerhin "einen grundsätzlichen Neustart" in der deutschen Einwanderungspolitik: Migranten können nun bis zu sechs Monate ins Land kommen, ohne einen Arbeitsvertrag vorweisen zu müssen. Für die Übergangszeit genügt der Nachweis, dass sie sich selbst finanzieren können. Langenfeld bemängelte aber im Gespräch mit dem "Mediendienst Integration": "Die Blue Card ist definitiv noch nicht ausreichend im Ausland bekanntgemacht worden. Die Bundesregierung verhält sich hier viel zu defensiv."

 dpa/mamk

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insgesamt 67 Beiträge
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1. Die Richtung stimmt
Europa! 31.07.2013
Zitat von sysopDPAAlle haben Angst vorm Fachkräftemangel, deswegen sollen möglichst viele Spezialisten einwandern. Doch die Blue Card, die Akademiker aus dem Ausland anlocken soll, trägt dazu wenig bei. Nur 2500 Menschen sind in einem Jahr zusätzlich gekommen. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/fachkraefte-zuwanderung-regierung-redet-die-blue-card-schoen-a-914100.html
Natürlich wäre es wünschenswert, wenn noch mehr Fachkräfte aus China, Indien und Russland kämen, aber die genannten Zahlen sind mal ein Anfang. Die Willkommenskultur muss geübt werden. Dazu gehört, dass man einen Unterschied macht zwischen Blue-Card-Fachkräften und Armutsflüchtlingen.
2. Hervorragend
Aguilar 31.07.2013
Nachdem ausreichend deutsche Qualifizierte durch die Vermittlung der Bundesanstalt für Arbeit in Call Centern und ähnlichen Billiglohnjobs gesteckt und somit für die deutsche Wirtschaft angeblich untauglich sind, werden nunmehr Fachkräfte aus dem Ausland geholt. Gleichzeitig wird dann noch um den Preis gefeilscht, denn diese Leute sollen ja auch für geringe Löhne arbeiten dürfen. Für die Folgekosten kommt dann der Steuerzahler wieder auf.
3. Ist doch kein Wunder
reinerotto 31.07.2013
Nach EInführung der "Green Card" für IT-Spezialisten war ich einder der ersten, welcher Softwerker nach D vermittelte, aus der RF. Das funktionierte auch nur, weil ich schon vorher mit russ. IT-Fachleuten erfolgreich zusammengearbeitet hatte, auch zeitweise in D. Ich hätte damals aber auch Fchleute aus allen High-Tech-Gebieten vermitteln können, z.B. Hochenergielasertechnik, Satellitenkommunikation, Chiffriertechnik, Schiffbau (auch U-Boot) etc. Aber das war wegen der dt. Einwanderungsbestimmungen damals praktisch unmöglich. Da sind die Leute eben in die USA gegangen. Und die wirklich guten Fachleute, welche heute noch dort vorhanden sind, arbeiten dann eben in RF bei Cisco, Motorola oder google oder Intel oder .... Und stehen sich dabei nicht schlechter, als bei einem Job in D.
4. Fachkräftemangel
duk2500 31.07.2013
Zitat von sysopDPAAlle haben Angst vorm Fachkräftemangel, deswegen sollen möglichst viele Spezialisten einwandern. Doch die Blue Card, die Akademiker aus dem Ausland anlocken soll, trägt dazu wenig bei. Nur 2500 Menschen sind in einem Jahr zusätzlich gekommen. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/fachkraefte-zuwanderung-regierung-redet-die-blue-card-schoen-a-914100.html
Das stimmt so nicht. Hier lebende Fachkräfte haben keine Angst vor diesem Mangel weil sie wissen, dass es ihn nicht gibt. Das Phantom des Fachkräftemangels wird am Leben gehalten von interessierten Kreisen, die gerne billigere Fachkräfte aus dem Ausland anheuern wollen und sich scheuen, in die Nachwuchsentwicklung oder die Weiterqualifizierung älterer Fachkräfte zu investieren. Die Devise der vor allem Industrie ist also mal wieder "Geiz ist geil!" Bei adäquaten Gehaltsangeboten sowie Weiterqualifizierungsbemühungen gäbe es sehr wohl ein Überangebot an Fachkräften, nicht zuletzt aus dem europäischen Ausland wo auch heute schon keine "Blue Card" erforderlich ist. Sicher, einen Chinesen oder Inder kann man aber noch billiger einkaufen als einen griechischen oder spanischen Softwarespezialisten oder Ingenieur.
5.
c++ 31.07.2013
Wirklicher Fachkräftemangel herrscht nur in der Politik. Ein Unternehmen, dass auf dem freien europäischen Arbeitsmarkt (28 Staaten, über 500 Millionen Einwohner) eine Fachkraft nicht findet, ist einfach unseriös und sollte sich mal fragen, was man falsch macht. Vielleicht sucht man auch nur hochqualifizierte Billiglöhner. Denn wer sagt, dass 35.000 € (etwa 18 Euro Stundenlohn) für hochqualifizierte Fachkräfte zu hoch ist, der will nur hochqualifizierte Fachkräfte zum Lohndumping einschleusen. Warum sich die Presse samt Staatsfernsehen dafür hergibt, diese dümmliche Politpropaganda zu verbreiten, weiß ich nicht. Ich kann den hochqualifizierten Fachkräften in Asien und Afrika auch nur empfehlen, einen großen Bogen um Deutschland zu machen
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