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Mythen der Arbeit Es fehlen Fachkräfte, weil die Gesellschaft altert - stimmt's?

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DPA

Fachmännischer Blick: Wirtschaftsleistung pro Kopf ist entscheidend

Der demografische Wandel krempelt Arbeitsmarkt und Gesellschaft kräftig um. Doch die Engpässe, die Unternehmen bei bestimmten Fachkräften bereits heute beklagen, lassen sich noch nicht auf den demografischen Wandel zurückführen, erklärt Arbeitsforscher Joachim Möller.

"Wegen des demografischen Wandels suchen die Firmen händeringend nach Fachkräften" - das erklären die Industrie- und Handelskammern, das schreiben viele Zeitungen und das hört man in Funk und Fernsehen. Die Aussage klingt erst einmal plausibel. Nur: Was plausibel klingt, muss nicht richtig sein.

Tatsächlich haben die aktuell beobachteten Schwierigkeiten von Firmen bei der Rekrutierung bestimmter Fachkräfte noch nichts mit dem demografischen Wandel zu tun. Denn derzeit gibt es so viele Erwerbstätige wie nie zuvor in Deutschland, und auch die Zahl der Menschen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen - das so genannte Erwerbspersonenpotential - ist nur im Jahr 2006 einmal kurzfristig höher gewesen als heute.

Unterm Strich kann man sagen: Noch hat der Bevölkerungsrückgang den Arbeitsmarkt nicht im Griff. Im Gegenteil, wir befinden uns beim Arbeitskräfteangebot in der Nähe eines Allzeithochs. Wenn wir Rekrutierungsengpässe etwa bei Ingenieuren oder in bestimmten Sozial- und Gesundheitsberufen beobachten, dann muss dies andere Ursachen haben.

Bevölkerungsrückgang wird bisher ausgeglichen

Seit Mitte der sechziger Jahre sinken in Deutschland die Geburtenzahlen. Mit entsprechender Zeitverzögerung kommt diese Entwicklung auch am Arbeitsmarkt an. Bisher wurde der Rückgang allerdings durch Zuwanderung sowie durch steigende Erwerbsquoten der Frauen und der Älteren (und insbesondere der älteren Frauen) ausgeglichen. Das Angebot an Arbeitskräften ist deshalb in den letzten Jahren nicht gesunken, sondern sogar gestiegen. Sicher ist allerdings auch, dass das nicht so bleiben wird. Schon in wenigen Jahren wird der demografische Wandel immer stärker auf den Arbeitsmarkt durchschlagen.

Dabei ist durchaus anzunehmen, dass die Erwerbsquoten der Älteren und der Frauen weiter steigen werden. Zudem arbeiten viele Frauen heute weniger Stunden pro Woche, als sie eigentlich möchten. Jede zweite Teilzeitbeschäftigte würde gerne ihre Arbeitszeit ausdehnen. Hochgerechnet machen die Wünsche nach Ausweitung der Arbeitszeit ein Arbeitsvolumen von mehr als 40 Millionen Stunden wöchentlich aus. Nicht ganz unerheblich, denn das entspricht etwa einer Million Vollzeitarbeitskräften. Auch eine gesteuerte Zuwanderung könnte den demografischen Effekt auf das Erwerbspersonenpotential weiter abbremsen. Im Jahr 2011 ist die Nettozuwanderung auf über 200.000 angestiegen, und in einer ähnlichen Größenordnung dürfte sie sich auch im laufenden Jahr bewegen.

Dennoch: Selbst unter günstigen Annahmen über Nettozuwanderung und höhere Erwerbsbeteiligung lässt sich künftig das Schrumpfen des Erwerbspersonenpotentials nicht mehr aufhalten. In einem realistischen Szenario wird der Rückgang bis 2025 gut drei Millionen und bis 2050 sogar rund zehn Millionen betragen.

Ursachen liegen viel länger zurück - teils Jahrzehnte

Das ist kein Grund, ein Schreckensbild zu malen, denn langfristig ist die Wirtschaftsleistung pro Kopf entscheidend, und die hängt nicht von der Größe der Bevölkerung ab. In den kommenden Jahrzehnten wird es jedoch eine Übergangsphase geben, in der die schrumpfende und alternde Bevölkerung Gesellschaft und Arbeitsmarkt tiefgreifend verändert. Das betrifft allerdings die Zukunft. Hingegen haben die heute beklagten Fachkräfteengpässe, etwa bei Ingenieuren oder allgemeiner in den sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), damit nichts zu tun. Hierfür sind andere Faktoren verantwortlich, deren Ursachen teilweise Jahrzehnte zurückliegen.

Beispiel Ingenieurmangel. Absolventen ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge hatten nach der schweren Rezession 1993/94 durchaus Probleme, eine Stelle zu finden. Große Firmen verhängten Einstellungsstopps. Kein Wunder, dass die Studierneigung in diesen Fächern zurückging. Das ist lange her, aber die Auswirkungen sind bis auf den heutigen Tag zu spüren. In den betroffenen Altersjahrgängen - Personen, die heute zwischen 35 und 45 alt sind - finden sich vergleichsweise wenig ausgebildete Ingenieure. Seit in den letzten Jahren überall ein Ingenieurmangel beklagt wird, geschieht nun das Gegenteil: Junge Leute entscheiden sich vermehrt für ein solches Studium. Wenn dies anhält, ist in Zukunft möglicherweise wieder mit einem Überschuss von Ingenieuren zu rechnen.

Schweinezyklen am Arbeitsmarkt

Solche Wechsel von Knappheit und Überangebot von bestimmten Fachkräften sind ein bekanntes Phänomen am Arbeitsmarkt. In der Fachliteratur spricht man von "Schweinezyklen". Schweinezyklen lassen sich in der Landwirtschaft beobachten. Bei hohen Preisen für Schweinefleisch entscheiden sich viele Bauern, vermehrt Jungtiere aufzuziehen. Wenn diese schlachtreif sind, entsteht folglich ein Überangebot, das die Preise in den Keller fallen lässt. Aufgrund dessen geben viele die Schweinezucht auf, was mit entsprechender Zeitverzögerung wiederum zu einer Verknappung und einem starken Preisanstieg führt. Der Zyklus beginnt von vorn.

Fachkräfteengpässe können ihren Grund natürlich auch in unerwarteten Veränderungen der Nachfrage nach Arbeitskräften haben. Entwicklungsintensive deutsche Industrieprodukte wie Autos und Spezialmaschinen sind derzeit auf den Weltmärkten stark gefragt. Dies hat den Bedarf nach Ingenieuren in die Höhe schnellen lassen und zwar in einer Phase, in der es aufgrund der beschriebenen Entwicklung in der Vergangenheit eine Verknappung des Angebots gab. Damit wird verständlich, dass Firmen in manchen Bereichen und Regionen über Rekrutierungsprobleme klagen.

Solche akuten Fachkräfteengpässe lassen sich kurzfristig nicht leicht überwinden. Normale Marktreaktionen sind Gehaltsteigerungen und verbesserte Arbeitsbedingungen, so dass die Jobs in Mangelbereichen attraktiver werden. Dies ist in der Privatwirtschaft auch zu beobachten. Im staatlichen Bereich stehen dem starre Gehaltsstrukturen und die angespannte Kassenlage entgegen. Höhere Gehälter und attraktivere Arbeitsbedingungen in den Mangelbereichen der Gesundheits- und Sozialberufe sind aber unumgänglich.

Engpässe in den MINT-Berufen abzumildern wird wegen der langen Ausbildungszeiten nur über eine längerfristig angelegte Strategie möglich sein. Dabei gilt es, nicht über das Ziel hinauszuschießen, sonst produziert man den nächsten Schweinezyklus. Aber auch der hat mit der Demografie wenig zu tun.

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insgesamt 67 Beiträge
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1. Was soll dieser Artikel??
papayu 11.06.2012
Seit Mitte der 60 Jahre Geburtenrueckgang?? Ja und!! Soll der Deutsche vielleicht noch Babymacherweltmeister sich nennen duerfen? Seit Mitte der 60 werden immer mehr PC und Roboter eingesetzt. Die Wegwerfgesellschaft hat inzwischen alles. Dafuer fallen widerum viele Handwerksberufe weg.Wer laesst sich noch zum Elektrotechniker ausbilden, der Toaster oder Radios TV repariert. Wer lernt denn noch den Beruf eines Klempners, oder Baecker? Selbst eine kaufmaennische Ausbildung ist nicht mehr noetig!!!! Vor 100 Jahren gab es in Deutschland etwas mehr als 40 Millionen Einwohner. Da zog der Bauer noch mit dem Ochsenpflug los, der Maurer mauerte Stein fuer Stein, der Schmied haute auf den Amboss. Und trotzdem gab es schon damals Arbeitslose in den Staedten.Es gab keine Altersheime, keine Kinderkrippen. Es gab noch Schaffner auf der Elektrischen, Schupos hoch zu Ross usw. Und heute importiert man Muslime mit Familie. Was soll das?? Stellen Sie sich vor, alle muslimischen Ehefrauen werden als arbeitslos gemeldet nebst den erwachsenen Kindern. Morgen ist Deutschland PLEITE, niemand hat mehr Arbeit und dann ist es doch besser weniger Einwohner zu haben!!!
2. optional
namlob1 11.06.2012
Der "Schweinezyklus" ist bekannt. Man wählt sich einen Beruf, in dem gerade Mangel herrscht. Das ist aber nicht alles. Man wählt sich auch Berufe, wo man "Geld verdient". Daher die Verstärkung der freien Berufe und das Gejammer der Ärzte. Aber Auswirkungen hat auch die Schulbildung. Mint-Fächer werden dort "abgewertet". Auch deswegen gibt es weniger Ingenieure. Überhaupt: Wer Abtiur hat studiert - angebliche Studentenfreiheit. Man will nicht "malochen". Daher auch keine gute Azubis mehr und nach dem Einstieg in den Beruf die Modekrankheit burn out.
3. Es gibt einen Fachkräftemangel ...
wadoe2 11.06.2012
und zwar einen Mangel an BILLIGEN Fachkräften. Was Arbeitgeber und Politik gemeinsam wollen, das ist ein Überangebot von Fachkräften schaffen, damit man für jeden Scheißjob aus hunderten Bewerbern schön sieben kann. Das Sieben geht dann nicht nur nach Kenntnissen, Bildung und Erfahrung, sondern auch nach Gehaltswunsch. Einen Versuchsballon hat das Kartell aus Politschaben und Sklaventreibern schon steigen lassen. Sie haben ein Heer von "Bätschelern" generiert, Halbgebildete die sich auch kaum weiterbilden lassen. Dass dies größter Mist ist erkennt man daran, dass die Wirtschaft die Links liegen lässt. Die fordern jetzt wieder Diplom-Studiengänge. Ein anderer Versuch ist die Einfuhr von Billiglohnsklaven aus Indien etc.. Was passiert aber, wenn die in die Unternehmen kommen. Ich habe das selbst bei einem großen IT Unternehmen erlebt. Da werden ein paar hingesetzt und die müssen dann irgendwas machen. Die bestehende Belegschaft weiß ganz genau, was passiert, wenn die sich da festsitzen. Morgen werden sie dann auch die anderen Arbeitsplätze wandeln. Somit werden den "Neuen" wichtige Informationen vorenthalten und mit denen wird nicht kommuniziert. Alles wird torpediert. Ich kenne kein einziges Unternehmen, das diese Form der "Verbilligung" erfolgreich durchgeführt hat. Wer aber in diesem Bereich nicht aufgibt, ist SAP. Aber die sind kein Standard. Die haben schon seit vielen vielen Jahren nichts mehr auf die Reihe gebracht. Alle "bahnbrechenden" Entwicklungen haben letztendlich versagt (mySAP). Der dritte Versuch ist die Verlagerung von Arbeit in solche Juwelen der Unternehmertätigkeit, wie Bulgarien oder Rumänien. Da sage ich nur noch: "Mach mir den NOKIA". Denen sehe ich derzeit amüsiert beim Sterben zu. Hach, ist das schön. Und die Medienwelt macht schön bei der Propaganda des Fachkräftemangels mit.
4. Für nichts.
Wilhelm Klaus 11.06.2012
Zitat von sysopDPADer demografische Wandel krempelt Arbeitsmarkt und Gesellschaft kräftig um. Doch die Engpässe, die Unternehmen bei bestimmten Fachkräften bereits heute beklagen, lassen sich noch nicht auf den demografischen Wandel zurückführen, erklärt Arbeitsforscher Joachim Möller. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,837409,00.html
Die Gehälter in den Sozialberufen wurden kurioserweise von der Gewerkschaft (Herrn Bsierske) selbst ausgehandelt. Mir ist es unerklärlich, wie der Gehaltsabstieg mit Hilfe der Gewerkschaft so geräuschlos über die Bühne gehen konnte. Ein FH Sozialpädagoge darf, nach TvöD mit ca. 2.700 EUR Brutto rechnen, alle Aufstiegschancen sind verschwunden. Am Bildungsmarkt werden inzwischen 1.800 Brutto angeboten. Im alten BAT waren es immerhin noch ca. 3.100 Brutto. Ein Sozialpädagoge nach altem BAT erwirbt nach einem ganzen Berufsleben eine Rentenanwartschaft von ca. 1.300 EUR. Die Kollegen mit den neuen Gehältern landen sicher in Hartz IV. 5 Jahre Ausbildung für nichts.
5. Fachkräftemangel durch falsches System
ulli7 11.06.2012
Deutsche Firmen suchen bevorzugt 25 - jährige Fachkräfte mit 10-jähriger Berufserfahrung. Spaß beiseite: Ich kenne einen in jeder Hinsicht vorzeigbaren 40-jährigen Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Vermessungswesen, der aufgrund der absoluten Flaute in dieser Branche in den letzten Jahren in Asien bei der US-Firma factset als Übersetzer englisch - deutsch arbeitete. Nach seiner Rückkehr in Deutschland kann er bei sehr bescheidenen Gehaltsforderungen bundesweit keinen Arbeitsplatz finden - auch nicht bei Zeitarbeitsfirmen. Sein beruflicher Werdegang: Abitur, abgeschlossene Lehre, Studium an der FH, Laufbahnprüfung für den gehobenen technischen Verwaltungsdienst, acht Jahre Berufspraxis in der Fachrichtung Vermessungswesen, danach berufsfremd als Übersetzer im Ausland. Der Mann sieht gut aus, ist nicht behindert, raucht nicht, trinkt nicht, besitzt Führerschein, hat ein ganz sicheres Auftreten und kann sich hervorragend artikulieren. Trotzdem: keine Chance auf eine Einstellung in Deutschland. Dieser deutsche Ingenieur wird noch nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch geladen. Ich wundere mich, dass es in Deutschland nicht mehr möglich ist, einen Deutschen mit dieser Qualifikation umzuschulen. Es gibt auch offenbar keine Einarbeitungszuschüsse mehr in Deutschland, die eine Einstellung für einen potentiellen Arbeitgeber attraktiv machen.
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Zum Autor
IAB
Der Volkswirt Joachim Möller (Jahrgang 1953) ist seit 2007 Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Die Forschungsstelle gehört zur Bundesagentur für Arbeit. In seiner regelmäßigen Kolumne auf KarriereSPIEGEL rückt er falsche Gewissheiten über die Arbeitswelt zurecht.
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