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26. Februar 2013, 18:32 Uhr

Familie und Beruf

Zwei von drei Müttern haben einen Job

Die meisten Mütter von Kindern unter 15 Jahren in Deutschland sind berufstätig: 68 Prozent arbeiten - das sind mehr als zehn Jahre zuvor. Gut ein Viertel der Frauen wollen allerdings gar keinen Job, im Gegensatz zu 97 Prozent der Väter. Das hat vor allem einen Grund.

Ein Großteil der Frauen, die Kinder unter 15 haben, sind "Working Mums". Das berichtet das Statistische Bundesamt und bezieht sich auf Daten aus dem Jahr 2011. Demnach waren 4,6 Millionen der insgesamt 6,7 Millionen Mütter in Deutschland erwerbstätig. Das sind 68 Prozent. Gut 700.000 von ihnen waren in Elternzeit oder beurlaubt - sie werden ebenfalls als erwerbstätig betrachtet.

Sechs Prozent aller Mütter waren auf Arbeitssuche. Die übrigen 26 Prozent - immerhin mehr als jede vierte Mutter - waren nicht berufstätig und suchten auch keinen Job. Von den Vätern mit Kindern unter 15 Jahren waren nur drei Prozent nicht erwerbstätig und auch nicht auf Arbeitssuche.

Die Gründe, warum nicht erwerbstätige Mütter keine Arbeit suchen, hängen laut Statistischem Bundesamt vor allem mit Fragen der Kinderbetreuung zusammen. Für mehr als die Hälfte (55 Prozent) sei dieser Punkt das Hauptmotiv, nicht berufstätig zu sein. Dabei spielt das Alter des jüngsten Kindes die größte Rolle: je jünger das Kind, desto seltener stehen Mütter im Erwerbsleben. 69 Prozent der Frauen, deren Kinder unter drei Jahren sind, gaben an, aufgrund von Betreuungsaufgaben keine Arbeit zu suchen.

Anteil an berufstätigen Vätern weiterhin hoch

Mit zunehmendem Alter des jüngsten Kindes sinkt dann der Anteil der Mütter, die nicht erwerbstätig sind, und ist mit 16 Prozent am niedrigsten bei Frauen, deren Kinder zwischen zehn und 14 Jahren alt sind.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge nennt knapp jede vierte nichterwerbstätige Mutter zudem weitere persönliche oder familiäre Gründe dafür, dem Arbeitsmarkt fernzubleiben. Diese können sein: ein hohes Einkommen des Ehemannes, gesundheitliche Gründe oder eine schulische oder berufliche Aus- bzw. Weiterbildung. Elf Prozent der Mütter suchten demnach keine berufliche Tätigkeit, weil aus ihrer Sicht der Arbeitsmarkt keine Beschäftigungsmöglichkeiten bietet oder andere Gründe sie von einer Arbeitssuche abhalten.

Heute sind allerdings mehr Mütter von Kindern unter 15 Jahren berufstätig als noch vor zehn Jahren: Im Jahr 2001 gingen nur 62 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach. 31 Prozent waren laut Statistischem Bundesamt nicht erwerbstätig und suchten auch keine Arbeit. Dabei hat sich die Erwerbsbeteiligung von Vätern mit Kindern unter 15 Jahren im Vergleich zu 2001 kaum verändert.

lgr/dpa

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