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Bundesagentur für Arbeit 220.000 Flüchtlinge melden sich zu Deutschkursen an

Lernen durch Würfeln: Zuwanderer aus dem Kosovo, Syrien und dem Libanon beim Deutschunterricht Zur Großansicht
DPA

Lernen durch Würfeln: Zuwanderer aus dem Kosovo, Syrien und dem Libanon beim Deutschunterricht

Die Bundesagentur für Arbeit hat für Asylbewerber zusätzliche Deutschkurse eingerichtet - und ist von der Resonanz überrascht. Mehr als doppelt so viele Menschen wie erwartet haben sich angemeldet.

Verpflichtende Integrationskurse gibt es in Deutschland seit zehn Jahren. Deutsch für Zuwanderer, damit sie Anträge ausfüllen, Arbeit suchen und ihren Kindern bei den Schulaufgaben helfen können. Aber längst gibt es mehr Flüchtlinge als Kursplätze, manche müssen monatelang warten. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat deshalb vorübergehend zusätzliche Deutschkurse angeboten - mit riesiger Resonanz. Mehr als doppelt so viele Flüchtlinge wie erwartet haben sich angemeldet.

Die Bundesagentur für Arbeit hatte mit bis zu 100.000 Teilnehmern gerechnet. Nun nehmen an den Kursen mehr als 220.000 Asylbewerber teil. "Das überwältigende Interesse an den Sprachkursen zeigt eine ausgeprägte Motivation unter den Flüchtlingen mit hoher Bleibeperspektive, sich schnell zu integrieren", sagt Peter Clever, Vize-Vorsitzender des BA-Verwaltungsrats. Wichtig sei eine frühzeitige Förderung bereits während des laufenden Asylverfahrens.

An den Sprachkursen können auch bislang nicht anerkannte Asylbewerber teilnehmen, wenn sie gute Bleibechancen haben. Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat seine Integrationskurse inzwischen für Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive geöffnet. Bis zum Herbst 2015 konnten an diesen nur bereits anerkannte Flüchtlinge teilnehmen.

Die BA hofft, mit dem Angebot die Jobchancen der Flüchtlinge zu verbessern. Die Kosten sollen zwischen 320 und 400 Millionen Euro liegen und werden aus Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung finanziert. 73 Prozent der Kursteilnehmer kommen den Angaben zufolge aus Syrien, 14 Prozent aus dem Irak, acht Prozent aus Eritrea und fünf Prozent aus dem Iran. Der weit überwiegende Teil sind Männer.

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vet/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 37 Beiträge
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1. Die Integrationskurse sind nur Augenwischerei
birdseedmusic 15.01.2016
Die Kurse gehen nur bis zum Sprachniveau B1. Das reicht vielleicht, um in der Bäckerei ein paar Brötchen zu bestellen oder für einfachste Hilfsarbeiten, aber wenn man Asylbewerber ernsthaft in den Arbeitsmarkt auf einem konkurrenzfähigen Niveau integrieren möchte, benötigt man mindestens Sprachniveau C1.
2. So erfreulich es ist ,
qjhg 15.01.2016
dass so viele Flüchtlinge die Deutschkurse besuchen, 200.000 sind aber viel zu wenig, wenn man bedenkt, dass über 1 mio Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Kurze Nebenbemerkung, ist es wirklich wahr, dass nur die arbeitende Bevölkerung mit ihren Arbeitslosenversicherungsbeiträgen diese Kurse bezahlt. Wenn dem wirklich so ist, verdient die Merkelregierung ein Lob, da sie wieder Bezieher von Kapitaleinkünften von diesen Kosten frei halten konnte.
3. Realität kann auch anders aussehen
dosmex 15.01.2016
Bei einem Deutsch-Integrationskurs mit mehreren Dozenten waren 18 Teilnehmer gemeldet und das erste Mal auch anwesend. Es waren Iraner, Syrer und Afghanen. Bereits beim zweiten Termin fehlten die Afghanen, dann die Syrer. Der Kurs setzt sich nur noch mit ca. 8 Teilnehmern aus dem Iran fort. Wenn Englisch-Kenntnisse fehlen, ist die Vermittlung von Deutschkenntnissen ungeheuer langwierig und zeitraubend. Diese Menschen werden noch auf Jahre hinaus keine qualifizierten Jobs annehmen können bzw. müssen alimentiert werden. Warum eine bindende Verpflichtung überhaupt noch diskutiert anstatt umgesetzt wird, kann ich nicht nachvollziehen.
4. Totale Überforderung
bitoco 15.01.2016
Ca. 1, 1 Mio Flüchtlinge (Migranten) kommen 2015 nach D. Gerade mal 220000 melden sich zu einem Sprachkursus an ( fast nur Männer- aber das ist ein separates Thema!). Die Behörden haben nur mit der Hälfte an Kursteilnehmern gerechnet. Bedarf es noch weiterer Nachweise der Überforderung der staatlichen Institutionen bzw. der Politik?
5. Sehr gut vielleicht mut App noch besser
zora81 16.01.2016
Find ich super! Bin absolut dafür und hoffe, die Umsetzung klappt. Sinnvoll wäre bestimmt auch eine entsprechende Software, Website oder App zu Verfügung zu stellen. Die meisten Flüchtlinge nutzen bestimmt auch smartphones und haben Internet. Ich fände eine Kostenbeteiligung nach Schweizer Modell übrigens nicht unangebracht.
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