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Unternehmens-Ranking Die besten Frauenförderer Deutschlands

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Corbis

Managerinnen: Welche Firmen fördern Frauen wirklich?

Schöne Ziele oder gar eine interne Quote sagen noch wenig über die realen Aufstiegschancen von Mitarbeiterinnen. Der neue Frauen-Karriere-Index zeigt, welche Unternehmen vorn sind.

Hewlett Packard, Deutsche Telekom, Airbus und Randstad sind die frauenfreundlichsten Unternehmen in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt der Frauen-Karriere-Index (FKI), dessen Sieger-Unternehmen am heutigen Freitag von Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig ausgezeichnet werden.

Der Index, 2012 von Schwesigs Vorgängerin Kristina Schröder ins Leben gerufen, soll Unternehmen zeigen, wie effektiv ihre Frauenförderprogramme sind. Die Autoren nehmen für sich in Anspruch, damit sehr unterschiedliche Unternehmen vergleichen zu können - große und kleinere, aus vielen Branchen, mit uneinheitlichen Frauenanteilen und ungleichem Organisationsaufbau. Dazu mussten die über 100 teilnehmenden Firmen interne Kennzahlen und ihre Personalpolitik offenlegen, vom Dax-Konzern bis zum Einzelhandelsgeschäft.

Die Spitzengruppe der bestplatzierten Firmen (siehe Tabelle unten) erreichten gleich sechs Unternehmen mit Sitz im Ausland, darunter Intel, Randstad, HVB (mit italienischer Mutter Unicredit) und Bombardier.

Ausländische Unternehmen können's besser

Am Erfolg von HP zeige sich, dass "ausländische Unternehmen strukturell und kulturell immer noch besser aufgestellt sind, wenn es um Frauenförderung geht", sagt Studienautorin und Unternehmensberaterin Barbara Lutz. "Ganz offensichtlich fördern offenere Strukturen und gemischte Unternehmenskulturen den Frauenanteil in Unternehmen."

Die diesjährige dritte Erhebungswelle des Frauen-Karriere-Indexes bescheinigt vor allem Technologieunternehmen große Bemühungen, qualifizierte Frauen zu gewinnen. Firmen wie Hydro Aluminium, GFT Technologies, Intel oder Bombardier haben Frauen offenbar als wertvollen Faktor für die Zukunft ihres Unternehmens erkannt.

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Trotzdem: Ein Selbstläufer ist das Frauenthema noch immer nicht. Schon deshalb, weil die Unternehmen ihre Maßnahmen nicht einmal sinnvoll erfassen und per Controlling planen und steuern. So zeigt die Studie auch, dass etliche Unternehmen bis heute keine umfassende Kenntnis ihres Frauenanteils in den verschiedenen Führungsebenen haben.

"In allen anderen strategischen Fragen denken Entscheider in Leistungskennzahlen als Messgröße ökonomischen Erfolges", so Lutz. "Auch Frauenförderung braucht deshalb Wirksamkeitsmessung, wenn sie sich in den Köpfen der Entscheider durchsetzen soll."

Ein Ziel nur zu formulieren, bringt nichts

Einige Firmen haben in den letzten Jahren verstärkt Frauen rekrutiert, doch der Anteil auf den Führungsebenen ist nicht gestiegen. Der reine Frauenanteil an der Belegschaft sage daher nichts aus über die Frauenfreundlichkeit eines Unternehmens, so Lutz. Ebenso wenig sei die Existenz einer internen Quote ein Garant für erfolgreiche weibliche Karrieren, wenn sonst nichts für die Entwicklung weiblicher Führungskräfte getan werde: "Commitment und Maßnahmen sind die wichtigeren Elemente für den Erfolg. Ziele ohne Maßnahmen haben wenig Effekt."

Positiv wirken sich gemischte Teams aus und die Auseinandersetzung mit den internen Gehaltsstrukturen. Unternehmen, die hier ein kritisches Bewusstsein nachweisen können, erreichten durchweg bessere Platzierungen im Ranking.

Maßnahmen wie die Teilnahme an Girls' Days, Kontakthalten in der Elternzeit und gemischte Teams sind heute fast Standard in der Wirtschaft. Die Besten gehen darüber hinaus: Sie präsentieren zunehmend erfolgreiche Frauen als Rollenvorbilder in der internen Kommunikation, rechnen Elternzeit als Berufserfahrungsjahre an oder gewähren großzügig Sabbaticals.

FKi - Frauen-Karriere-Index
Rang Unternehmen FKi
1 Hewlett Packard GmbH 85
2 Deutsche Telekom AG 83
3 Airbus Group in Deutschland 82
3 Randstad Deutschland 82
4 Charité - Universitätsmedizin Berlin 81
5 SMA Solar Technology 80
5 HypoVereinsbank 80
5 Siemens Betriebskrankenkasse SBK 80
6 KfW 79
6 SEB AG 79
6 Hydro Aluminium Rolled Products GmbH, Standort Grevenbroich 79
7 Uniklinik Köln 78
7 Bombardier Transportation GmbH 78
8 ING-DiBa AG 76
8 TÜV Rheinland 76
8 DATEV eG 76
8 Intel GmbH / Intel Mobile Communications 76
9 GFT Technologies AG 75
10 Symrise AG 73
Quelle: Initiative Frauenpreis e.V. 2014

  • Eva Buchhorn ist Redakteurin beim manager magazin.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 40 Beiträge
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    Seite 1    
1. Frauenförderung ist doch
lew111 27.02.2015
die Frauen Vorteile gegenüber Männer zu geben. Dieses ist in dem Unternehmen bei dem ich tätig bin schon länger der Fall. Daher schliesse ich das Männer in Ihrer jeweiligen Position dopppelt so gut wie Frauen sein müssen.
2. Lustig....
Martl 27.02.2015
Man kann z.B. ein Nonnenkloster ja nicht gut als "Unternehmen" bezeichnen, geb ich zu, aber mit der Vorbedingung: "Der reine Frauenanteil an der Belegschaft sage daher nichts aus über die Frauenfreundlichkeit eines Unternehmens, so Lutz. ...:" wär also ein solches als nicht frauenfreundlich einzustufen....
3. ist es eigentlich niemandem aufgefallen
spon-facebook-10000216344 27.02.2015
Fast alle Firmen/ Arbeitgeber die in der Liste sind, sind Dienstleister, echten Mehrwert durch Produktion produzierende Firmen fehlen fast völlig. Kann das mal bitte jemand der Genderfraktion erklären?
4. Ich dachte erst,
kenzino 27.02.2015
...aber ihr Titel ist ja wirklich so. Na ja, Gleichstellung in allen Ehren, ich finde es aber unglücklich, die Ziele immer mit "Frauen..." zu überschreiben, wie bspw. auch Frauenquote. Unglückliches Framing, das bei der Hälfte der Bevölkerung nicht das nötige Interesse weckt. Und: Wie funktionieren eigentlich Girls' Days? Dürfen da nur die Väter die Töchter mitnehmen? Wenn auch Mütter die Töchter mitnehmen dürfen, kann das doch am Status Quo nichts ändern, und auch die nächste Damengeneration wird wieder nur zu Sekretärinnen, Empfangsdamen, Kindergärtnerinnen und Personalsachbearbeiterinnen. Aber unpolemisch gesagt: Wenn der Status Quo zu stark rollengeprägt und verbesserungswürdig ist und das Konzept vorsieht, Mädchen den Status Quo zu präsentieren (durchs Mitnehmen an den Arbeitsplatz), inwiefern verbessert das den Status Quo?
5. Frauen werden hier dargestellt ,
jogi1709 27.02.2015
als ob sie irgendwie behindert wären und daher der besonderen Förderung bedürften. Das ist lächerlich. Fähige Frauen, und davon gibt es viele, brauchen keinen Welpenschutz. Die Förderung nicht fähiger Frauen ist, wie auch bei den Männern, nicht gerade sinnvoll .
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