Von Alexander Ross
Sie können ihre Wettbewerber kleinhalten und die Profite groß, und nach jeder Niederlage rappeln sie sich wieder auf. Doch Diversity Management und Frauenförderung machen den harten Männern mit ihrem Management by Testosteron inzwischen ernsthaft zu schaffen. Denn der neue Stil in den Unternehmen setzt auf teamorientiertes, sozial kompetentes und wertschätzendes Verhalten. Da sind viele Alpha-Männer schlicht überfordert.
Die Anzeichen mehren sich, dass die fetten Jahre für die harten Kerls im Vorstand vorbei sein könnten. Spätestens seit der Versicherungsriese Ergo durch eine Budapester Sauna gehörig ins Schwitzen kam, sind Vögel-Feten auf Firmenkosten in Verruf. Wenn nun außerdem Führungsfrauen ihren Weg in die Vorstände finden, muss außerdem das Repertoire der Witze zur Auflockerung dröger Meetings dringend erneuert werden.
Hinzu kommen prominente Verfehlungen aus dem eigenen Lager - und da wird's teilweise kriminell. Berlusconi richtet lüstern sein Land zugrunde. Und auch wenn sich ein Vorstandsmacho nicht automatisch den Vorwurf der Vergewaltigung einhandelt, ahnt mancher bereits, dass der Fall Strauss-Kahn für Alphatiere ist, was Fukushima für die Atomkraft wurde: der Anfang vom Ende.
Erwartet werden Selbstverpflichtungen ohne Einheitsquote, deren Grundproblem Daimler-Chef Dieter Zetsche kürzlich wie folgt beschrieb: "Wenn ich höre, dass in drei, vier Jahren 40 Prozent auf den Führungsposten Frauen sein sollen, dann verraten Sie mir bitte: Wohin soll ich all die Männer aussortieren? Alle zwangsweise in Rente schicken, damit überhaupt so viele Stellen frei werden?"
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