• Drucken
  • Senden
  • Nutzungsrechte
 

Frauenquote Was wird aus den Alpha-Männern?

Jetzt fahren Frauen die Ellenbogen aus - und in den Vorstandsetagen wird den Männern mulmig. Die drohende Quotenregelung gefährdet eine besondere Spezies in ihrem Lebensraum zwischen Büro, Bahnabteil und Business-Lounge: die Alphatiere. Doch es gibt Überlebensstrategien für die Mega-Machos.

Sie können ihre Wettbewerber kleinhalten und die Profite groß, und nach jeder Niederlage rappeln sie sich wieder auf. Doch Diversity Management und Frauenförderung machen den harten Männern mit ihrem Management by Testosteron inzwischen ernsthaft zu schaffen. Denn der neue Stil in den Unternehmen setzt auf teamorientiertes, sozial kompetentes und wertschätzendes Verhalten. Da sind viele Alpha-Männer schlicht überfordert.

Die Anzeichen mehren sich, dass die fetten Jahre für die harten Kerls im Vorstand vorbei sein könnten. Spätestens seit der Versicherungsriese Ergo durch eine Budapester Sauna gehörig ins Schwitzen kam, sind Vögel-Feten auf Firmenkosten in Verruf. Wenn nun außerdem Führungsfrauen ihren Weg in die Vorstände finden, muss außerdem das Repertoire der Witze zur Auflockerung dröger Meetings dringend erneuert werden.

Hinzu kommen prominente Verfehlungen aus dem eigenen Lager - und da wird's teilweise kriminell. Berlusconi richtet lüstern sein Land zugrunde. Und auch wenn sich ein Vorstandsmacho nicht automatisch den Vorwurf der Vergewaltigung einhandelt, ahnt mancher bereits, dass der Fall Strauss-Kahn für Alphatiere ist, was Fukushima für die Atomkraft wurde: der Anfang vom Ende.

Fotostrecke

6  Bilder
Job-Exoten: Allein unter Frauen
Am 17. Oktober trifft sich Familienministerin Kristina Schröder erneut in Berlin mit den Personalvorständen der 30 großen börsennotierten Konzerne. Jedes Unternehmen will nach einem halben Jahr Vorbereitung eine individuelle Strategie präsentieren, wie der Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöht werden soll.

Erwartet werden Selbstverpflichtungen ohne Einheitsquote, deren Grundproblem Daimler-Chef Dieter Zetsche kürzlich wie folgt beschrieb: "Wenn ich höre, dass in drei, vier Jahren 40 Prozent auf den Führungsposten Frauen sein sollen, dann verraten Sie mir bitte: Wohin soll ich all die Männer aussortieren? Alle zwangsweise in Rente schicken, damit überhaupt so viele Stellen frei werden?"

Gerade die Alphatiere fragen sich also: Was wird aus mir? Doch Männer, die bisher dafür sorgten, dass das Geschäft brummt - koste es, was es wolle - geben nicht einfach auf. Sechs Strategien für Alphatiere sind bereits jetzt erkennbar und im Einsatz.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 116 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Geschlecht
makutsov 10.10.2011
Statt Frauen, die kaum wirklich benachteiligt sind, per se zu fördern, sollte man eher auf die wirklich benachteiligten schauen: die Frauen (und Männer) mit Kindern. Die Kinder sind doch die Karrierebremse, nicht das Geschlecht!
2. .
takeo_ischi 10.10.2011
Zitat von sysopJetzt*fahren Frauen die Ellenbogen aus - und in den Vorstandsetagen wird den Männern mulmig. Die drohende*Damenquote*gefährdet eine besondere Spezies in ihrem Lebensraum zwischen Büro, Bahnabteil und Business-Lounge: die Alphatiere.*Doch es gibt*Überlebensstrategien für die Mega-Machos. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,790418,00.html
Quoten sind nur was für Idioten. Wer wirklich befähigt und sehr leistungsbereit (was durchaus auch den Verzicht auf Familie beinhaltet) ist schafft es auch ohne. Quoten sind Abkürzungen zum Erfolg für Frauen. Leistungsträger werden dabei diskriminiert.
3. männlicher Selbsthass ?
moderne21 10.10.2011
Der Artikel von Alexander Ross trieft ja nur so vor Hähme gegenüber Männern in Führungspositionen. Spielt da vielleicht auch Neid eine Rolle ?
4. Um Gottes Willen
Eviathan 10.10.2011
Verschont uns endlich mit dem Geheule nach Frauenquoten. Wenn Frauen ihren Job wirklich können, dann werden sie es auch ohne Quoten nach oben schaffen. Andernfalls haben sie da nichts verloren. Sollen Frauen erstmal selber Unternehmen gründen und diese groß machen, anstatt sich per Quote ins von Männern gemachte Nest setzen zu wollen.
5. Endlich
Bre-Men, 10.10.2011
Zitat von makutsovStatt Frauen, die kaum wirklich benachteiligt sind, per se zu fördern, sollte man eher auf die wirklich benachteiligten schauen: die Frauen (und Männer) mit Kindern. Die Kinder sind doch die Karrierebremse, nicht das Geschlecht!
Wann bekommen endlich die Männer Kinder? Erst dann haben wir gleiche Chancen in dieser Welt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik KarriereSPIEGEL
RSS
alles aus der Rubrik Berufsleben
RSS
alles zum Thema Weiberwirtschaft - KarriereSPIEGEL
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Fotostrecke
Rare Spezies: Karrierefrauen in Deutschland
Verwandte Themen

Wer ist hier der Boss?
Wenn man sich einen Chef backen könnte...
Corbis
Männer oder Frauen als Vorgesetzte? Erstaunlichen 57 Prozent der Arbeitnehmer ist das egal. Von den übrigen 43 Prozent würden sich gut drei Viertel für einen Mann entscheiden. Das zeigt zumindest eine Umfrage des Demoskopie-Instituts Allensbach. Für die Studie "Kommunikationsstile und -welten von Männer und Frauen" wurden 1852 Menschen befragt.
Männer und Frauen - die Führungsstile
46 Prozent der Befragten sehen deutliche Unterschiede im Führungsstil. Von ihnen beschreiben 26 Prozent Frauen als einfühlsamer und sensibler, insgesamt also als emotionaler. Kritik kommt auch von den eigenen Geschlechtsgenossinnen: 15 Prozent der befragten Frauen, die sich negativ über Chefínnen äußerten, geben an, dass weibliche Vorgesetzte konkurrenzorientierter auftreten; 12 Prozent beschreiben sie als dominanter und härter als Männer. Von denen wiederum sagen 9 Prozent, dass Frauen an der Spitze glaubten, "sich immer behaupten zu müssen".
Lob und Tadel
Insgesamt halten sich die Vor- und Nachteile im Chef-Gebaren die Waage. Frauen punkten vor allem beim Gespräch: Sie gelten als verständnisvoll, haben häufiger ein offenes Ohr für Probleme und sind großzügiger mit Lob und Anerkennung. Die Hälfte der Befragten sieht es als besondere Stärke, dass weibliche Vorgesetzte auch über ihr Privatleben sprechen. Männliche Vorgesetzte treten hingegen bevorzugt sachlich und bestimmend auf, dulden seltener Widerspruch. Insgesamt sieht die Studie allerdings nur recht geringe Unterschiede in den Urteilen von Mitarbeitern über männliche und weibliche Bosse.

Fotostrecke
Tischlerinnen: Abgesägte Klischees


Social Networks