Frauen bekommen weniger Gehalt als Männer. Das ist der sogenannte Gender Pay Gap, der Gehaltsabstand der Geschlechter, auf den am Donnerstag, dem Equal Pay Day, weltweit besonders hingewiesen wird. Ob dieser Abstand ungerecht ist, hängt von den Umständen ab. So wird häufig darauf hingewiesen, dass eben auch mehr Männer als Frauen Führungspositionen bekleiden. Das ist zwar auch ungerecht, die unterschiedliche Bezahlung dann aber nur eine logische Folge.
Doch so stimmt das offenbar nicht. Vergleicht man beispielsweise nur die Gehälter leitender Angestellter, ist die Geschlechterdifferenz besonders groß, sie beträgt 22,4 Prozent. Betrachtet man dagegen ungelernte Beschäftigte, besteht ein Abstand von 8,7 Prozent zwischen Mann und Frau. Das geht aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) hervor.
Wo stehen Sie im Vergleich zu Ihren Kollegen und innerhalb Ihrer Branche?
Finden Sie es heraus mit dem Gehaltsreport von manager magazin und XING.
In der Untersuchung wurden fünf Hierarchiegruppen unterschieden: leitende Arbeitnehmer, herausgehobene Fachkräfte, Fachkräfte, Angelernte und Ungelernte. Tatsächlich steigt der prozentuale Abstand zwischen Männer- und Frauengehältern mit der Position im Gehaltsgefüge (siehe Tabelle). Für die Untersuchung hat das WSI Daten aus der vierteljährlichen Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamts ausgewertet. Dazu wurden die Bruttostundenlöhne ohne Sonderzahlungen herangezogen.
| Geschlechtsspezifischer Verdienstabstand in Deutschland (3. Quartal 2012) | |||
| Frauen Bruttostundenverdienste |
Männer Bruttostundenverdienste |
Geschlechtsspezifischer Verdienstabstand (in %) | |
| Arbeitnehmer/innen in leitender Stellung | 28,96 | 37,33 | 22,4 |
| Herausgehobene Fachkräfte | 21,23 | 24,85 | 14,6 |
| Fachkräfte | 15,45 | 17,43 | 11,4 |
| Angelernte Arbeitnehmer/innen | 12,20 | 14,19 | 14,0 |
| Ungelernte Arbeitnehmer/innen | 10,75 | 11,78 | 8,7 |
| Quelle: WSI in der Hans-Böckler-Stiftung | |||
Im Osten sind die Unterschiede geringer
Das Phänomen ist im Westen der Bundesrepublik deutlich stärker ausgeprägt als im Osten. Während im Westen leitende Arbeitnehmerinnen 22,3 Prozent weniger verdienen als männliche Kollegen, liegt der Abstand im Osten nur bei 15,9 Prozent. Bei Fachkräften liegen im Osten sogar nur 1,3 Prozent dazwischen, während es in den alten Bundesländern 12,2 Prozent sind.
Klenner erklärt den Unterschied damit, dass in den östlichen Bundesländern Frauen häufiger Vollzeit arbeiten und ihre Berufstätigkeiten selten für längere Zeit unterbrechen. Allerdings verdienen ostdeutsche Männer auch deutlich schlechter als ihre Geschlechtsgenossen im Westen.
Am morgigen Donnerstag ist der Equal Pay Day, an dem auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen besonders hingewiesen wird. Der internationale Aktionstag wird in Deutschland von dem Verein Business and Professional Women Germany organisiert.
Gehaltsreport 2013
Der Gehaltsreport ist eine Aktion von manager magazin und XING. Es dauert etwa 20 Minuten, die Fragen zu beantworten.
Antworten auf häufige Fragen finden Sie auch in den FAQs.
Auf KarriereSPIEGEL, dem gemeinsamen Portal von SPIEGEL ONLINE und manager-magazin.de, finden Sie in den kommenden Wochen zusätzlich zahlreiche Artikel, die sich dem Thema Gehalt aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Darunter Interviews mit Experten, Tipps für Gehaltsverhandlungen oder wissenschaftliche Analysen zur Psychologie des Geldes.
mamk
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik KarriereSPIEGEL | RSS |
| alles aus der Rubrik Berufsleben | RSS |
| alles zum Thema Gehaltsreport - KarriereSPIEGEL | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH