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Führungskräfte Frust-Alarm im mittleren Management

Wie weiter? Das mittlere Management steht in vielen Unternehmen unter Druck Zur Großansicht
Corbis

Wie weiter? Das mittlere Management steht in vielen Unternehmen unter Druck

Böse Zungen sprechen von "Fugenmasse": Mittelmanager sind die Schicht zwischen Firmenleitung und Mitarbeitern - und müssen den Druck von beiden Seiten aushalten. Eine aktuelle Studie belegt, wie frustriert und überfordert die Mehrheit von ihnen ist.

Das mittlere Management steht unter erheblichem Druck von oben und unten. Die Führungskräfte im Mittelbau der Unternehmen beklagen fehlende Ressourcen und das Desinteresse der Top-Manager. Lange Arbeitszeiten sind dabei nicht einmal der Hauptbelastungsfaktor.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Cologne Business School, die 516 Angehörige des mittleren Managements deutscher Unternehmen aller Größen und Branchen befragte. Über die Ergebnisse berichtet manager magazin exklusiv in der aktuellen Ausgabe, die ab Freitag (14. Dezember) im Handel erhältlich ist.

Der Studie zufolge ist die Mehrheit der Befragten in ihrem Alltag überfordert: Mehr als die Hälfte gaben an, mit der Fülle und Komplexität ihrer Aufgaben überlastet zu sein.

Ältere Manager leiden am stärksten: 82 Prozent der 50 bis 59 Jahre alten Befragten klagten über eine hohe oder sehr hohe Belastung durch die Arbeit. Bei den 40- bis 49-Jährigen empfanden gut zwei Drittel so, von den jüngeren Mittelmanagern (bis 29) mehr als die Hälfte.

Lange Arbeitszeiten sind nicht das schlimmste

Lange Arbeitszeiten sind dabei nicht der Hauptbelastungsfaktor: Die meisten Mittelmanager arbeiten zwischen 46 und 50 Stunden pro Woche, nur 20 Prozent schuften länger. Als gravierender werden mangelnde Ressourcen empfunden, in erster Linie zu wenig Personal. Vor allem Manager großer Unternehmen (mehr als 999 Mitarbeiter) sehen darin das massivste Hindernis für eine erfolgreiche Erfüllung ihrer Aufgaben.

Damit dürfte die Mehrzahl der Befragten sich in der Definition des bösen Schimpfworts "Fugenmasse" wiedererkennen. Im "Bürogezeter", dem KarriereSPIEGEL-Lexikon der Schimpfwörter, heißt es dazu nämlich: "Alternative Berufsbezeichnung für (Unter-) Abteilungsleiter mit viel Arbeit und wenig echter Verantwortung. Sie dürfen ihre Visitenkarte mit einem schicken neuen Titel schmücken, müssen aber noch mehr rackern als zuvor. In Wahrheit ist ihnen die Aufgabe zugedacht, die unübersehbaren Risse zwischen Kommandozentrale und gemeinen Mitarbeitern zu kitten. Wer in so einem Sandwich-Job unklug agiert, bekommt Druck von oben wie von unten und wird umstandslos zerrieben. Geht etwas schief, wird der Fugendichter gefeuert - nicht der, der wirklich etwas verbockt hat."

  • Eva Buchhorn ist Redakteurin beim manager magazin. Dort erschien dieser Text zuerst.

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insgesamt 56 Beiträge
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1.
Plasmabruzzler 14.12.2012
Zitat von sysopCorbisBöse Zungen sprechen von "Fugenmasse": Mittelmanager sind die Schicht zwischen Firmenleitung und Mitarbeitern - und müssen den Druck von beiden Seiten aushalten. Eine aktuelle Studie belegt, wie frustriert und überfordert die Mehrheit von ihnen ist. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/fuehrungskraefte-mittlere-manager-sind-frustriert-und-ueberfordert-a-872482.html
...zum Glück kann man sich in Deutschland den Arbeitsplatz aussuchen - gezwungen wird niemand.
2. die beiden Hauptgründe...
andy69 14.12.2012
Zitat von sysopCorbisBöse Zungen sprechen von "Fugenmasse": Mittelmanager sind die Schicht zwischen Firmenleitung und Mitarbeitern - und müssen den Druck von beiden Seiten aushalten. Eine aktuelle Studie belegt, wie frustriert und überfordert die Mehrheit von ihnen ist. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/fuehrungskraefte-mittlere-manager-sind-frustriert-und-ueberfordert-a-872482.html
... sind m.E. die Erwartung "von oben", mit immer weniger Leuten die vielen Themen bewältigen zu müssen - und die Erwartung "von unten", dass man als Vorgesetzter absolut perfekt und fehlerfrei sein muss.
3. Nein, gezwungen wird
arioffz 14.12.2012
Zitat von Plasmabruzzler...zum Glück kann man sich in Deutschland den Arbeitsplatz aussuchen - gezwungen wird niemand.
mittelbar niemand, aber unmittelbar, JA, man kann wechseln, aber.... Das scheinbar unmöglich an all diesen Meldungen ist, aber aus meiner Sicht, das alles, was sich unterhalb der "Chefetage" abspielt aus dem Ruder läuft. "Human Resources" werden abgeschöpft und nach Gebrauch, entsorgt, es steht der nächste bereit. Aber, JA, spielen wir uns lieber weitrhin was vor, das können wir am besten, in die eigene Tasche lügen! Coco Loco!
4. Die Befreiung von der Verantwortung an der Spitze ist die Dekadenz der Gesellschaft!
Tolotos 14.12.2012
Zitat von sysopCorbisBöse Zungen sprechen von "Fugenmasse": Mittelmanager sind die Schicht zwischen Firmenleitung und Mitarbeitern - und müssen den Druck von beiden Seiten aushalten. Eine aktuelle Studie belegt, wie frustriert und überfordert die Mehrheit von ihnen ist. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/fuehrungskraefte-mittlere-manager-sind-frustriert-und-ueberfordert-a-872482.html
Im letzten Satz sehe ich das eigentliche Problem der modernen Gesellschaft: Im derzeitigen Gesellschaftsmodell hat sich weitumfänglich ein Führungspersonal durchgesetzt, dass für die Verantwortung, die es selbst immer mehr nur noch nach unten abwälzen kann, einen immer höheren Anteil an der Wirtschaftsleistung anzieht. Viel von dem, was schief geht, geht auch deshalb schief, weil diejenigen, welche mit ihren Entscheidungen dafür die Grundlage gelegt haben, sich ziemlich sicher sein können, dass sie die _negativen_ Folgen dieser Fehlentscheidungen auf andere abwälzen können. PS: Häufig werden diese Fehler sogar völlig ausgeblendet, weil die Verantwortlichen sich vor allem darauf konzentrieren, von den Vorteilen für einige Krisengewinnler mit zu profitieren.
5.
antilobby 14.12.2012
Da hält sich mein Mitleid in Grenzen. Zum einen - wie schon gesagt - haben die Leute den Job selbst ausgesucht, mit gutem Gehalt, Dienstwagen und iPhone. Dafür sollen sie auch was tun. Zum anderen ist das mittlere Management inzwischen reine Verwaltung geworden. Da werden nur mit PowerPoint-Bilder, SAP-Berichte und Kennzahlen geworfen. Von den was die eigenen Mitarbeiter fachlich tun haben die Manager gar keine Ahnung. Anders als Druck abzupuffern können die Manager eigentlich nichts.
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