Gleich morgen ist der Termin beim Chef. Noch einmal soll es ums Gehalt gehen, schonmal haben Sie sich vertrösten lassen. Aber Sie kennen jetzt seine Argumente, wissen in welche Richtung es gehen könnte. Konkrete Zahlen haben Sie auch schon aufgeschnappt - der Kollege aus der Buchhaltung hat verraten, wie hoch sein Lohnplus ausfällt.
Dann los, bereiten Sie sich vor: Würden 100 Euro mehr beim Bruttogehalt wirklich etwas bringen? Oder springen Sie dann über eine der berüchtigten Steuerschwellen - und haben durch höhere Abgaben am Ende weniger Geld auf dem Konto?
Starten Sie einfach unseren Gehaltsrechner und finden Sie es heraus.
Ein Angebot von Steuerfachanwalt Disqué
Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Tabelle sowie des ermittelten Auswertungsergebnisses wird keine Gewährleistung übernommen.
Und so verwenden Sie den Gehaltsrechner: Den Bruttolohn können Sie pro Monat oder pro Jahr eintragen und das passende Kalenderjahr wählen. Dazu die Angaben zur Steuerklasse, zur Krankenkasse, zur Rentenversicherung, zu den Kindern - und schon spuckt der Computer den Nettolohn aus.
Wenn sie dann wissen, was Sie fordern wollen, helfen Ihnen vielleicht Niki Laudas Verhandlungstipps, das Geld tatsächlich zu bekommen.
Regel 1: Preise
"Finde die marktüblichen Preise heraus. Ich habe einfach die anderen Fahrer gefragt, was sie verdienen." Diese Strategie wandte Niki Lauda auch später als Airline-Chef an - und fragte bei der Konkurrenz nach, was die so für Flugzeuge bezahlten. Mit dem Versprechen, auch seinerseits hilfreiche Informationen weiterzugeben.
Einfach mal fragen, um mit mehr Informationen in die Verhandlungen zu gehen, als die Gegenseite erwartet, kann sich also durchaus auszahlen - und oft bekommt man auch dort Antworten, wo man gar nicht damit zu rechnen gewagt hätte.
Regel 2: Gefühle
"Je weniger Emotionen im Spiel sind, desto besser laufen Verhandlungen", sagt Niki Lauda. Als Beispiel dafür führt er seine harten Verhandlungen mit Enzo Ferrari 1976 an - Lauda führte überlegen und kannte seinen Marktwert. Und blieb in der Sache hart. Dann griff Regel drei.
Wer etwas will, neigt dazu, Konzessionen zu machen - und die schiere Macht der Faktenlage gegebenfalls auch zu den eigenen Ungunsten zu verkennen. Da hilft es, die eigenen Gefühle bewusst unter Kontrolle zu halten. Freuen kann man sich ja dann später immer noch.
Regel 3: Desinteresse
"Desinteresse zeigen" empfiehlt Lauda, wenn Verhandlungen stocken, und führt wieder das Beispiel seiner harten Ferrari-Gespräche an: "Ich sagte: 'Gut, dann fahre ich eben woanders.'"
Das ist eine gängige Taktik, die man aber nur dann überzeugend fahren kann, wenn man nötigenfalls bereit wäre, auch danach zu handeln. Man muss sich schon ganz im Klaren darüber sein, zu welchen Bedingungen man antreten würde und zu welchen nicht - und nein, man muss nicht unbedingt einen fertigen Plan B haben, um so auftreten zu können. Das ist nur etwas für Leute, die Gürtel und Hosenträger zugleich tragen. Niki Lauda ist definitiv nicht der Typ dafür.
Regel 4: Spielraum
"Es gibt immer noch einen Spielraum", sagt Niki Lauda. "Nutze ihn aber nicht auf einmal." Bei den Verhandlungen mit Ferrari seien das für ihn fünf Prozent gewesen - davon habe er zunächst nur eines eingeräumt, um dann die letzten vier mit lauter Stimme als letztes Angebot zu verkaufen. Funktionierte.
In Verhandlungen muss man also schon mit einem Spielraum gehen - das ist ja so weit nichts Neues. Die Zwei-Schritte-Strategie, die Lauda hier beschreibt, erst ein Mini-Schritt, dann ein Ausfallschritt und dann nur noch verschränkte Arme, scheint aber in manchen Fällen ganz gut zu funktionieren.
Regel 5: Hart sein
"Typen wie Ecclestone oder Ferrari respektieren dich mehr, wenn du nicht als Jasager daherkommst, sondern wirklich hart verhandelst", sagt Niki Lauda. Die Alphatier-Strategie schien zumindest für ihn beim Verhandeln immer aufzugehen: "An die fünf Regeln halte ich mich noch immer", schreibt Lauda.
Hart verhandeln heißt für Lauda aber nicht, dass man andere hereinlegen sollte. "Betrügen ist indiskutabel", sagt er : "Es ist ja so: Wenn man Geschäfte macht, müssen beide Seiten zufrieden sein. Es macht keinen Sinn, wenn nur einer zufrieden ist, so lassen sich keine tragfähigen Geschäftsbeziehungen aufbauen."
Regel 6: Nicht nachverhandeln
Mit den Jahren, meint Lauda, sei noch eine weitere Regel dazugekommen: "Ich verhandle nie nach. Das machen nur Leute, die nicht zufrieden sind." Es sei seine Überzeugung, dass Verhandlungen fair sein müssten - und zu hoch pokern genau so blöd sei, wie sich unter Wert zu verkaufen. Beide Seiten müssten ihr Gesicht wahren.
Lauda selbst gilt als harter, aber fairer Geschäftspartner. Seine Rat ist es, eher auf langfristige Geschäftsbeziehungen zu setzen als auf kurzlebige Erfolge zu Lasten des Geschäftspartners.
Regel 7: Keine verbrannte Erde
Als Resümee seiner Verhandlungsregeln nennt Niki Lauda noch eine siebte: "Ich glaube, jeder, der einmal mit mir verhandelt hat, würde es auch ein zweites Mal tun." Also: "Hinterlasse niemals verbrannte Erde. Geld, das du auf diese Weise gewonnen hast, wird dir kein Glück bringen."
Insgesamt allerdings, so schreibt es Niki Lauda in seinem Buch, ist das Geld selbst auch eher eine sekundäre Folge des Arbeitens - wer mit Leidenschaft seinen Zielen folgt, so sein Credo, werde auch finanziellen Erfolg haben.
Apropos Steuerklasse - wissen Sie, in welche Sie gehören? Unsere kurze Übersicht hilft Ihnen.
Die Lohnsteuerklasse I gilt für:
- Ledige
- Verwitwete ab dem übernächsten Jahr nach dem Tod des Partner
- Geschiedene
- Verheiratete oder in Partnerschaft lebende, die dauernd getrennt sind
- Verheiratete oder in Partnerschaft lebende, deren Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner in der Bundesrepublik nur beschränkt steuerpflichtig ist
Die Lohnsteuerklasse II gilt für:
- Alleinerziehende, die die Voraussetzungen der Steuerklasse I erfüllen und die zusätzlich den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende bekommen
Die Lohnsteuerklasse III gilt für:
- Verheiratete und eingetragene Lebenspartner, die nicht dauernd getrennt leben und nicht die Steuerklasse IV gewählt haben. Der ebenfalls berufstätige Ehepartner oder Lebenspartner erhält dann die Steuerklasse V. Wenn der andere Partner nicht berufstätig oder selbstständig ist, gilt für ihn ebenfalls die Lohnsteuerklasse III
- Verwitwete bis zum Ende des auf den Tod des Ehegatten/Lebenspartners folgenden Kalenderjahres. Der verstorbene Ehegatte oder Lebenspartner muss zum Zeitpunkt seines Todes unbeschränkt einkommensteuerpflichtig gewesen sein. Die Ehegatten oder Lebenspartner dürfen bis zum Zeitpunkt des Todes nicht dauernd getrennt gelebt haben
Die Lohnsteuerklasse IV gilt für:
- Verheiratete oder in Partnerschaft lebende Arbeitnehmer, wenn beide Partner unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben. Wenn allerdings für einen Partner die Steuerklasse III gilt, fällt der andere nicht in Steuerklasse IV, sondern in Steuerklasse V. Ehegatten oder Lebenspartner, die beide berufstätig sind, können die Steuerklasse einmal im Jahr ändern lassen.
Die Steuerklasse V gilt für:
- Steuerzahler, deren jeweils andere Ehegatten oder Lebenspartner in Steuerklasse III sind
Die Lohnsteuerklasse VI gilt für:
- Arbeitnehmer, die in mehr als einem Arbeitsverhältnis stehen