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Deutschlands höchste Gehälter Bayer mit Auslandserfahrung gesucht

Trachtenträger: Zwei Besserverdiener, vermutlich Zur Großansicht
dpa

Trachtenträger: Zwei Besserverdiener, vermutlich

Studienfach, Region, Geschlecht und sogar die Zahl der Jobwechsel spielen eine Rolle - die Gehälter in Deutschland variieren zum Teil immens. Das zeigt der Gehaltsreport 2013. Er erklärt auch, was Sie tun können, um mehr zu verdienen.

Finanziell am besten in Deutschland steht da, wer studiert hat (am besten Jura, Wirtschaftswissenschaften oder Medizin), ein Mann ist, im Süden der Republik lebt und ein paarmal den Job gewechselt hat.

Das ist ein Ergebnis des Gehaltsreports 2013, den manager magazin zusammen mit dem Business-Netzwerk Xing erstellt hat in seiner aktuellen Ausgabe exklusiv veröffentlicht. Mehr als 118.000 Angestellte, Beamte und Freiberufler (Vollzeit und Teilzeit) haben für den Gehaltsreport 2013 ihre Bezüge offengelegt.

Zwar liegen über alle gut 107.000 Teilnehmer, die Vollzeit arbeiten und älter als 25 Jahre sind, die Gehälter nicht allzu weit auseinander: Das Mediangehalt von Beamten beträgt jährlich 47.500 Euro, das von Angestellten 57.500 Euro; Selbständige und leitende Angestellte verdienen im Schnitt 77.500 Euro.

Doch das sind nur die Medianwerte - 50 Prozent der jeweiligen Gruppe verdient mehr, 50 Prozent weniger. Die Unterschiede innerhalb und zwischen den einzelnen Gruppen können enorm sein. So kommen etwa weibliche Vollzeit-Führungskräfte auf ein Mediangehalt von 62.500 Euro - ihre männlichen Kollegen aber dürfen sich über 20.000 Euro mehr freuen.

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Gehaltsreport: Was Deutschland wirklich verdient
Auch die Region entscheidet mit über den Kontostand. Selbst traditionell strukturschwache Gegenden wie Saarland oder Sachsen-Anhalt beiseitegelassen, zeigt schon der Vergleich der großen Ballungsräume, dass der Lohnscheck unterschiedlich ausfällt, je nachdem ob man morgens beim Bäcker "Semmeln", "Schrippen" oder "Rundstücke" verlangt.

Die Menschen in München, Stuttgart und im Rhein-Main-Gebiet dürfen sich über ein Mediangehalt von 62.500 Euro freuen; wer in Hamburg arbeitet, muss sich mit 5000 Euro weniger begnügen, die Berliner landen gar bei einem Mittelwert von 47.500 Euro (siehe Bildergalerie).

Sicher, sein Geschlecht kann man sich nicht aussuchen, und auch bei der Wahl des Wohnorts gibt es Einiges, was die freie Entscheidung erschwert. Doch einige Faktoren rund ums Gehalt lassen sich tatsächlich direkt beeinflussen: Was muss also tun, wer mehr verdienen will?

Was man tun muss, um sein Gehalt zu steigern

Zunächst gilt es, das Richtige zu studieren. Während Absolventen der Gesellschafts- und Sozialwissenschaften im Schnitt mit 47.500 Euro entlohnt werden, kommen Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftsingenieure auf 67.500 Euro, Mediziner gar auf 92.500 Euro.

Wem es an der Uni gut gefällt, sollte ernsthaft über eine Promotion oder gar Habilitation nachdenken - sie erhöht, zumindest statistisch, das Einkommen signifikant. Ein Beispiel: Für einen leitenden Angestellten zwischen 41 und 50 Jahren liegt das Mediangehalt mit abgeschlossenem Studium bei 97.500 Euro - mit Doktor- oder Professorentitel aber bei 112.500.

Die Unterschiede variieren zwischen den Altersstufen und Branchen - doch einige tausend Euro im Jahr sind die Titel in jedem Fall wert.

Naturgemäß ist es für die meisten Berufstätigen schon ein paar Jahre her, dass sie einen Hörsaal von innen gesehen haben. Aber auch wer fest im Job steht, kann finanziell noch ein paar Schippen drauflegen. Zum Beispiel durch neue Arbeitgeber oder Auslandsaufenthalte.

Jobwechsel steigern das Gehalt - wenn es nicht zu viele sind

Ganz allgemein betrachtet, steigern Jobwechsel das Gehalt: Der neue Arbeitgeber legt in vielen Fällen zwischen 10 und 15 Prozent auf das alte Salär drauf. Die Daten des Gehaltsreports machen den Effekt deutlich: Eine Führungskraft im mittleren Management etwa, die (noch) nicht den Arbeitgeber gewechselt hat, erreicht ein Mediangehalt von 87.500 Euro. Wer einmal gewechselt hat, liegt im Schnitt bei 97.500 Euro, bei zwei- bis viermal erhöht sich die Vergütung auf 102.500 Euro.

Danach allerdings fällt die Kurve wieder ab: Mittelmanager, die zwischen fünf- und siebenmal einen neuen Arbeitsplatz angetreten haben, kommen wieder auf 97.500 Euro, zwischen acht und zehn Wechseln dann auf 77.500 - deutlich unter dem Mediangehalt für das mittlere Management, das 97.500 Euro beträgt.

Natürlich hängt viel von den Umständen und vom Einzelfall ab, doch die Tendenz ist deutlich: Bis zu einem knappen halben Dutzend Jobwechsel demonstrieren die Flexibilität eines Arbeitnehmers, seine Wahrnehmung von Aufstiegschancen und wohl auch den Effekt, wegen erzielter Erfolge abgeworben zu werden. Mehr Wechsel dagegen sprechen eher für eine gewisse Unstetigkeit und könnten den ein oder anderen unfreiwilligen Abgang andeuten - weshalb sie sich negativ auf den Lohnscheck auswirken.

Auslandsaufenthalte zahlen sich meist aus

Deutlich erfreuliche Auswirkungen auf das eigene Konto haben dagegen längere berufliche Aufenthalte im Ausland. Gerade in Zeiten der Globalisierung, wo die meisten Unternehmen international aufgestellt sind, schätzen Arbeitgeber Erfahrung mit anderen Kulturen. Auch dies belegt der Gehaltsreport: Eine Führungskraft im mittleren Management, die noch nie länger beruflich im Ausland war, erreicht ein Mediangehalt von 82.500 Euro.

Bereits ein Auslandsaufenthalt von bis zu drei Monaten erhöht die Vergütung auf 97.500 Euro. Zwischen vier Monaten und einem Jahr steigt das Salär dann auf 107.500 Euro. Der Effekt zieht sich durch, bis elf Jahre oder mehr, die jemand - dann wohl auf verschiedenen - Stationen in anderen Ländern gearbeitet hat: Diese Mittelmanager dürfen sich über ein mittleres Gehalt von 132.500 freuen.

Wem das jetzt aber zu anstrengend ist, das richtige Studienfach wählen, den Arbeitgeber wechseln, fremde Sprachen und Gebräuche, der kann darüber nachdenken, sich einem anderen großen Trend anzuschließen, den der Gehaltsreport offenbart: Geld gegen Freizeit einzutauschen. So könnten sich fast 62 Prozent der Befragten vorstellen, auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten - für mehr Freizeit, Kinderbetreuung oder ein Sabbatical. Am Ende ist Geld eben doch nicht alles.

Eine ausführliche Analyse des manager-magazin-Gehaltsreports 2013 finden Sie im aktuellen Heft (mm 6/2013).

  • Klaus Werle (Jahrgang 1973) ist Redakteur beim manager magazin.

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insgesamt 84 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Traue keiner Statistik...
lxr_munich 23.05.2013
...die Du nicht selber gefälscht hast! Diesen Zahlen traue ich gar nicht, diese Umfrage kann nicht repräsentativ für ganz Deutschland und alle Berufsgruppen sein...
2. Median oder Mittelwert?
joachim84 23.05.2013
"Die Menschen in München, Stuttgart und im Rhein-Main-Gebiet dürfen sich über ein Mediangehalt von 62.500 Euro freuen; wer in Hamburg arbeitet, muss sich mit 5000 Euro weniger begnügen, die Berliner landen gar bei einem Mittelwert von 47.500 Euro." Es werden in mehreren Sätzen (auch in der Bildergallerie) Medianwerte mit Mittelwerten verglichen. Das macht wenig Sinn. Möglicherweise wurden hier auch beide Definitionen durcheinandergeworfen? Ich bitte entsprechende Sätze umzuformulieren oder zu korrigieren.
3. Mich interessiert
zylmann 23.05.2013
doch eher die monatlichen Gehälter der Krankenschwestern, Polizisten und Müllmänner. Diese Berufsgruppen müssen stets dafür hinhalten, das Feigenblatt der Nation zu verkörpern. Die müssen weiterhin schuften und die SPD währe gut beraten sich auf diese wichtigen Arbeitsbienen einzulassen und für Recht zu sorgen!
4. Jobwechsel
Nonvaio01 23.05.2013
Zitat von sysopStudienfach, Region, Geschlecht und sogar die Zahl der Jobwechsel spielen eine Rolle - die Gehälter in Deutschland variieren zum Teil immens. Das zeigt der Gehaltsreport 2013. Er erklärt auch, was Sie tun können, um mehr zu verdienen. Gehaltsreport: Bayerischer Mann mit Auslandserfahrung gesucht - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/gehaltsreport-bayerischer-mann-mit-auslandserfahrung-gesucht-a-901274.html)
stimmt, denn so kan man sein gehalt viel schneller hochtreiben als die uebelichen 3-4% im Jahr. Ein andere positiver aspect ist das man sehr schnell viel erfahrung sammelt und andere blickpunkte bekommt, natuerlich kommt es immer auf den jeweiligen Beruf an.
5.
Motorpsycho 23.05.2013
Mich beschleicht das Gefühl, da wird mal wieder Korrelation und Kausalität verwechselt.
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