Das Gehalt von Trainees ist meist nicht verhandelbar und liegt unter dem, was Direkteinsteiger verdienen. Nach ein paar Jahren Berufserfahrung ist die Gehaltsdifferenz allerdings meist verschwunden. Zudem bieten gute Traineeprogramme eine Reihe anderer Vorteile: Junge Akademiker können damit schnell die Kluft zwischen Studienwissen und Berufspraxis überbrücken. Im Idealfall fahren sie Karussell durch mehrere Unternehmensabteilungen und knüpfen dabei Kontakte, die später sehr wertvoll sein können.
Etikettenschwindel nicht ausgeschlossen
Im Vergleich zu Praktikanten oder Volontären werden Trainees deutlich besser bezahlt. Außerdem stecken Firmen oft mehr Geld in ihre Ausbildung, und die Trainees werden häufiger in ein festes Anstellungsverhältnis übernommen.
Beim Einkommen zählt auch die Branche: Trainees in Unternehmen aus der Industrie (etwa Luft- und Raumfahrt, Automobil, Chemie) oder bei Banken und Finanzdienstleistern knacken die 45.000 Euro-Marke vielfach bereits beim Einstieg. Ihre Kollegen in der Medienbranche oder im Handel dagegen müssen sich bescheiden: Sie erzielen deutlich niedrigere Einkommen. Schlusslicht ist der öffentliche Dienst - hier werden im Mittel Jahresgehälter von unter 35.000 Euro gezahlt.
Die großen Unterschiede bei der Bezahlung ergeben sich auch dadurch, dass der Begriff an sich nicht geschützt ist. So versteht jede Firma etwas anderes darunter. Manche Unternehmen suggerieren, ihr Traineeprogramm sei das Sprungbrett zur ganz großen Karriere - und im Alltag ist es nur das schicke Etikett für einen Dauerpraktikantenstatus zu miserablen Bedingungen. Bewerber sollten daher ganz genau auf Dauer, Inhalt, Bezahlung und Perspektiven achten.
Heike Friedrichsen, Personalmarkt
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