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Homosexuelle in Großbritannien Geheimdienst MI5 zum Arbeitgeber des Jahres gewählt

Erfolg für den MI5: Eine Organisation für die Rechte von sexuellen Minderheiten hat den britischen Inlandsgeheimdienst zum Arbeitgeber des Jahres ernannt. Dabei hatten Schwule bis vor wenigen Jahren dort keine Chance.

Der Verein Stonewall setzt sich in Großbritannien für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen ein. Dabei geht es auch um die Situation der Betroffenen im Arbeitsleben. Einmal im Jahr veröffentlicht Stonewall seine Liste der besten Arbeitgeber. Und auf Platz eins schaffte es 2016 der britische Geheimdienst MI5.

Die Aktivistengruppe begründete ihre Wahl damit, dass der MI5 eine sehr gute Personalpolitik betreibe und sexuelle Minderheiten besonders fördere.

Der Geheimdienst setzte sich im sogenannten Workplace Equality Index 2016 an die Spitze von rund 400 britischen Arbeitgebern. Die veröffentlichte Rangliste umfasste die 100 bestplatzierten Arbeitgeber. Im vergangenen Jahr erreichte der MI5 noch Platz sieben.

"Vielfalt ist für den MI5 lebenswichtig", erklärte dessen Chef Andrew Parker. Der Dienst brauche "die talentiertesten Menschen - wer auch immer sie sind". Die Stonewall-Auszeichnung fasse er als "großartige Anerkennung für unsere kontinuierlichen Fortschritte" auf, sagte Parker.

Überbleibsel aus dem Kalten Krieg

Der Index bildet die Bemühungen britischer Arbeitgeber um Gleichstellung bei ihren Aktivitäten im In- und Ausland ab. Die Stonewall-Vorsitzende Ruth Hunt erklärte, solche Bemühungen verbesserten nicht nur das Leben der Beschäftigten und Kunden, sondern auch die "Geschäftsergebnisse".

Das Ergebnis beruht auf einer vertraulichen Umfrage unter 60.000 Beschäftigten in den 400 Unternehmen. Insgesamt arbeiten dort mehr als 13 Millionen Menschen.

Der MI5 schloss Homosexuelle bis in die Neunzigerjahre hinein aus seinen Diensten aus. Dabei handelte es sich um ein Relikt aus den Zeiten des Kalten Krieges, in dem die Angst bestand, dass ein homosexueller Agent womöglich von den Russen erpresst werden könnte. 2008 engagierte der Dienst jedoch die Aktivisten von Stonewall, um gezielt auch lesbische und schwule Angestellte anzuwerben.

ler/AP/AFP

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