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Haftpflicht-Problem Verhandlungen zwischen Hebammen und Krankenkassen gescheitert

Streit um Hebammen: Droht nun eine schlechte Versorgung bei Entbindungen? Zur Großansicht
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Streit um Hebammen: Droht nun eine schlechte Versorgung bei Entbindungen?

Tausende Hebammen bangen um ihre Existenz, weil sie ihre steigenden Haftpflichtprämien kaum noch bezahlen können. Jetzt sind ihre Verhandlungen mit den Krankenkassen vorerst gescheitert: Beide Seiten schieben sich die Schuld zu.

Die Gespräche zwischen freiberuflichen Hebammen und den Krankenkassen über steigende Haftpflichtprämien sind ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Der Hebammenverband warf den Krankenkassen vor, kein akzeptables Angebot vorgelegt zu haben. Der GKV-Spitzenverband wiederum bescheinigte den Hebammen "fehlenden Einigungswillen".

Tausende Hebammen sehen ihre berufliche Zukunft gefährdet, weil die Tarife für ihre Haftpflichtversicherungen in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Betroffen sind vor allem die rund 3500 freiberuflichen Hebammen mit wenigen Geburten, da ihnen die Ausgleichszahlungen der Kassen nicht reichen.

Nun soll eine Schiedsstelle eingeschaltet werden. Sollte es in den kommenden Wochen nicht doch noch eine Einigung geben, kommen auf die freiberuflichen Hebammen ab 1. Juli weiter steigende Haftpflichtprämien zu: Zahlten sie 2004 noch 1352 Euro für die Versicherung, werden es ab Juli 5091 Euro sein.

Haftpflichtausgleich und Honorarforderungen

Die Kassen hatten den Hebammen nach eigenen Angaben drei Lösungsmodelle präsentiert, um die steigenden Haftpflichtkosten auszugleichen. Die Hebammen hätten diese aber abgelehnt und die Verhandlungen über den Haftpflichtausgleich mit "allgemeinen Honorarforderungen" vermischt, kritisierten die Krankenkassen.

Bereits in den vergangenen Wochen hatten die Hebammen wiederholt für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte mehrere Schritte angekündigt, um ihre Lage zu entspannen.

"Unser Beruf wird gerade abgeschafft"

aar/dpa/AFP

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insgesamt 85 Beiträge
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1. Das ist auch völlig
nemensis_01 23.05.2014
in Ordnung von den Krankenkassen. Die sollten lieber dafür Sorge tragen, dass mehr Geld für sinnentleerte Medikamente und teuere unnötige Arztbehandlungen im Topf sind. Sollen die Leute doch ihre Kinder im Kino oder im Ausland oder sonstwo kriegen. Wer will schon so einen schreienden Schraz, das sind doch eh alles nur Wechselbälger von Hatz VI Empfängern. Intelligente, reiche Leute adoptieren fertige Babys. Am besten schon stubenrein.
2. geld ....
schlauberger007 23.05.2014
es geht alles nur noch ums geld .... und das bei diesem thema ... und dann wundern sich die herren und damen das so wenig kinder geboren werden
3. Tut endlich was!!!!
katti1234 23.05.2014
Ich denke, jede Mutter stimmt mir zu, Hebammen sind der wichtigste Begleiter vor, während und nach der Geburt! Meine Tochter ist jetzt fast fünf Monate und ich habe in den letzten Monaten so viele tolle Hebammen kennengelernt und möchte deren Rat und Unterstützung nicht missen. Deutschland möchte mehr Kinder??? det fromme Wunsch allein reicht dazu nicht, dafür muss auch was getan werden und die Unterstützung von Hebammen gehört dazu!!!! Wer eine schöne Schwangerschaft und Geburt hatte und danach Unterstützung, jemandem der einen mit Rat und Tat zur Seite steht, der ist auch zu einem weiteren Mal bereit :) Das ist bestimmt nicht alles aber ein wichtiger Baustein hin zu einem kinderfreundlichem Land meine Lieben!!!
4. Wo liegt der Hase in Pfeffer?
wschomb 23.05.2014
Vielleicht sollte man mal fragen WIESO die Beitraege so stark gestiegen sind. Machen die Hebammen so viel Mist bei Ihrer Arbeit oder wird da zuviel Geld fuer die einzelnen Faelle verbraten?
5. Freie Hebammen sind eher Körperverletzung
arctic_girl 23.05.2014
Eine Mutter, die ihr Kind noch unter mittelalterlichen Bedingungen gebären will, handelt doch grob fahrlässig und gehört wegen versuchter vorsätzlicher Körperverletung bestraft (Notfälle mal ausgenommen). Ein Kind kommt nicht vom Klapperstorch oder blitzschnell, es bleiben Monate, um sich einen Platz in einer modern eingerichteten Klinik zu suchen. Dort sind neben den angestellten Hebammen (da stellt sich die Haftpflichtversicherungsfrage nicht) gibt es dort Ärzte und allerlei High Tech, die dewr werdenen Mutter und dem Kind das Leben erleichtern. Wir leben hier nicht in der 3. Welt! Jede hat doch Kraft Gesetz eine Krankenkasse, also: Hausgeburten verbieten, die freien Hebammen, wenn vonnöten anstellen oder ihnen eine Umschulung angedeihen lassen. Und gut ist.
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Etwa 21.000 Hebammen arbeiten in Deutschland, nur noch 3500 von ihnen sind freie Beleghebammen. Zuletzt hatten sie um ihren Beruf gefürchtet, weil die Nürnberger Versicherung zu Mitte 2015 aus dem Versicherungskonsortium für die Hebammen ausgestiegen war. Ohne Haftpflichtversicherung dürfen Hebammen aber nicht arbeiten. Auf massiven Druck der Regierung gibt es nun doch eine Lösung, allerdings nur bis 2016 und mit abermaligem Anstieg der Haftpflichtsumme auf mutmaßlich mehr als 6000 Euro pro Jahr. Wie es danach weitergeht, ist ungewiss.

Etwa 15 bis 20 Prozent der Hebammen haben bereits ihre Tätigkeit als Geburtshelfer niedergelegt, nachdem die Haftpflichtsumme vor vier Jahren um 55,6 Prozent auf 3700 Euro angestiegen war. Seit 2012 kostet sie bereits 4242 Euro. Bei der Haftung geht es vor allem um Fehler, die während der Geburt geschehen. Die Zahl der so genannten Schadensfälle wird zwar immer kleiner, die verhandelten Summen aber immer höher. Dabei kann es pro Fall schon einmal um sechs bis sieben Millionen Euro gehen, was für die Versicherer ein großes Risiko darstellt.
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