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Arbeit weltweit Immer weniger Menschen haben einen festen Job

Privat, prekär, unterbezahlt: Eine Anstellung ist weltweit eher Ausnahme als Regel Zur Großansicht
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Privat, prekär, unterbezahlt: Eine Anstellung ist weltweit eher Ausnahme als Regel

Nur ein Viertel der Arbeitskräfte weltweit ist angestellt und bezieht ein festes Gehalt. Die Internationale Arbeitsorganisation warnt vor zunehmender Unsicherheit, auch in Deutschland.

Drei Viertel der Arbeitskräfte in 180 Ländern haben nur befristete oder Zeitverträge, informelle Jobs ohne Vertrag oder gehen einer unbezahlten Beschäftigung in ihren Familien nach. Das geht aus dem Jahresbericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hervor, der am Dienstag in Genf veröffentlicht wurde.

ILO-Generaldirektor Guy Ryder kritisierte "die Unsicherheit, die die Arbeiter in der Welt heute trifft". Das Verhältnis stellt sich besonders drastisch dar, weil die ILO Familienarbeit und typische Haushaltstätigkeiten der Erwerbsarbeit gleichstellt; in vielen anderen Studien dieser Art wird ausschließlich Erwerbsarbeit herangezogen.

Doch selbst, wenn man nur die Menschen betrachtet, die für ihre Arbeit bezahlt werden, ist die Unsicherheit groß. Laut ILO haben davon weltweit nur 42 Prozent einen unbefristeten Vertrag. Zudem seien im Laufe der vergangenen zehn Jahre die Lohnunterschiede zwischen ständigen und temporär Beschäftigten stark gestiegen.

Teufelskreis aus schwacher Nachfrage und langsamem Jobaufbau

Sichere Arbeitsverhältnisse gibt es vor allem in den entwickelten Wirtschaftsnationen. Dort sind etwa acht von zehn Arbeitnehmern Angestellte. In Südasien und in Afrika südlich der Sahara seien es hingegen etwa zwei von zehn. Die übrigen arbeiteten auf eigene Rechnung oder innerhalb ihrer Familie.

Unsichere Arbeitsverhältnisse gingen vielfach mit einer "Zunahme von Ungleichheiten und Armut" einher, sagt ILO-Chef Ryder. Seine Organisation fordert die Regierungen in aller Welt auf, Arbeitskräfte besser gegen Willkür und ungerechte Behandlung zu schützen. Ohne staatliches Gegensteuern werde sich ein "Teufelskreis aus schwacher globaler Nachfrage und langsamem Jobaufbau der Nachkrisenzeit verstetigen", warnen ILO-Fachleute.

Dies gelte auch für Europa, wo der Schutz der Arbeitnehmer seit der Finanzkrise im Jahr 2008 grundsätzlich zurückgefahren worden sei. Die Krise habe zu einem starken Anstieg der Teilzeitarbeit geführt, insbesondere bei Frauen.

Kritik an deutschen Minijobs

Dies und Beschäftigungsformen wie Minijobs in Deutschland oder Verträge auf Abruf in den Niederlanden bedeuteten, dass die Regierungen überlegen müssten, wie auch Menschen ohne Vollzeitstelle mehr Einkommenssicherheit bekämen, so Ryder.

Es sei aber auch notwendig, grundsätzliche Fragen nach einem Wandel der Arbeit zu stellen. Möglicherweise könne soziale Gerechtigkeit in Zukunft nicht mehr durch unbefristete Verträge und eine Arbeit von 9 bis 17 Uhr wie in früheren Generationen sichergestellt werden, sagt Ryder.

Eine positive Entwicklung stellt die ILO bei Arbeitskräften fest, die unter der Armutsgrenze leben. Hätten vor 20 Jahren noch die Hälfte der Arbeitskräfte weltweit weniger als zwei Dollar (1,76 Euro) pro Tag verdient, habe dies 2014 nur noch auf ein Viertel zugetroffen. Zehn Prozent der Arbeitskräfte müssten allerdings mit Tageslöhnen unter 1,25 Dollar auskommen.

mamk/afp/rtr/dpa

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insgesamt 106 Beiträge
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1. Das ist
ausserland 19.05.2015
ganz klar eine moderne Menschenausbeuterei, die dringenst vor die UNO oder noch besser vor den IGH gehört!!!
2. Wieviel?
hapebo 19.05.2015
Na da lacht ja das Kapitalistenherz und das Präkariat plustert sich auf wenn es um die Bezahlung bzw. dem Mindestlohn geht.Denn die wo das Geld haben, von denen hört man nichts.
3. Das Recht auf Arbeit und die Freihandelsabkommen
lemmy 19.05.2015
Eine gute Gelegenheit hier in diesem Kontext noch einmal auf die Gefahren der Freihandelsabkommen hinzuweisen, da gerade wieder eins ins Haus steht: TTIP. Dieses Abkommen wird sich auch global auswirken und nicht nur zwischen den Handelspartnern: Noch weniger Arbeitsplätze und noch mehr prekäre und unterbezahlte Arbeitsverhältnisse. Es werden noch mehr kleine und mittelständische Firmen aussterben, geschuldet einer Global-Player-Politik, die nur noch eins kennt: Das Recht des Stärkeren. Und die Armen werden wie immer am stärksten darunter leiden, und die Reichsten werden wieder am meisten davon profitieren. Unsägliche Zustände und perverse Entwicklungen.
4. Wird noch besser!
unixv 19.05.2015
Sollte TTIP und CETA kommen, dann mal gute Nacht für die, welche Arbeiten. Gestern jemand den Film auf dem ersten gesehen .. Mexikaner sind schon in den Genuss des Freihandelsabkommen gekommen, da freut sich keiner von den Malochern mehr! STOPP @ SPD/Gabriel!
5.
sponner_hoch2 19.05.2015
---Zitat--- Die Krise habe zu einem starken Anstieg der Teilzeitarbeit geführt, insbesondere bei Frauen. ---Zitatende--- Jetzt bin ich verwirrt. Ich dachte, Teilzeit sei was gutes? Hier wird doch allenthalben das Mantra von Teilzeit und Jobsharing gebetet. Der deutsche Gesetzgeber hat doch extra einen Anspruch auf Teilzeit erlassen. Und jetzt ist das wieder schlecht? Und was soll uns "insbesondere bei Frauen" sagen?
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