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Arbeitsunfähigkeit Immer mehr Erwerbstätige brauchen eine Reha

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Corbis

Wieder fit für den Alltag? Reha-Maßnahmen entlasten die Rentenkassen

Die Babyboomer werden alt. So erklärt die Deutsche Rentenversicherung, warum immer mehr Arbeitnehmer eine Reha verschrieben bekommen. Der Trend dürfte sich fortsetzen, schon wegen der Rente mit 67. Und immer häufiger ist die Psyche der Grund für eine Behandlung.

Die Zahl der Arbeitnehmer, die eine medizinische Rehabilitation benötigen, ist seit 2005 um rund ein Viertel gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden fast 1,1 Millionen solcher Reha-Behandlungen genehmigt. Das zeigt eine neue Statistik der Deutschen Rentenversicherung (DRV). 2005 waren es noch 880.000.

Die meisten Reha-Leistungen werden bei Erkrankungen an Skelett, Muskeln oder Bindegewebe bewilligt. Während der Anteil dieser Krankheiten leicht sank, gab es bei den psychischen Störungen eine Zunahme: Ihr Anteil in der Reha-Statistik stieg 2012 auf 18,0 Prozent bei den Männern und auf 22,3 Prozent bei den Frauen. 2005 hatte der Anteil der psychischen Störungen noch 15,6 Prozent bei den Männern und 18,7 Prozent bei den Frauen betragen.

Das Geld für die Rehabilitation ist Studien zufolge gut angelegt: Trotz schwerwiegender Erkrankungen müssen laut DRV nur rund neun Prozent der Versicherten in den zwei Jahren nach einer medizinischen Rehabilitation wegen verminderter Erwerbsfähigkeit in Rente gehen. Eine Prognos-Studie geht demnach davon aus, dass durch erfolgreiche Rehabilitationsleistungen rund sechs Millionen Arbeitsunfähigkeitstage vermieden werden können. "Die Prognos-Studie belegt: Für jeden in die medizinische Rehabilitation investierten Euro gewinnt die Gesellschaft fünf Euro zurück", erklärte ein DRV-Sprecher.

Weniger Frührentner - mehr Rehas

Aber warum steigen die Reha-Zahlen? Der DRV-Sprecher verwies unter anderem auf die höhere Erwerbsquote Älterer. Diese Quote steige "mit dem schrittweisen Einstieg in die Rente mit 67 und wegen des Wegfalls von Möglichkeiten, eine Altersrente frühzeitig in Anspruch zu nehmen". Zudem kämen mit der sogenannten Babyboomer-Generation derzeit und in den nächsten Jahren immer mehr Menschen in ein Alter, in dem verstärkt Reha-Leistungen in Anspruch genommen würden.

Der Sozialverband VdK forderte angesichts der gestiegenen Zahlen mehr Geld für Rehabilitation. Trotz aller Sparbemühungen und einer "sehr restriktiven Bewilligungspraxis" habe die DRV 2012 das Budget für Leistungen der beruflichen und medizinischen Rehabilitation überschritten, erklärte die VdK-Präsidentin Ulrike Mascher in Berlin. Dies zeige, dass der Bedarf sehr hoch sei. "Und es ist unbestritten, dass in den nächsten Jahren noch mit einer weiteren Steigerung des Reha-Bedarfs zu rechnen ist und das gedeckelte Rehabilitationsbudget auch weiterhin nicht ausreichen wird, diesen zu decken."

afp/mamk

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