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Jobdoppel - Zeche vs. Zugspitze Arbeit mit Höhen und Tiefen

Im KarriereSPIEGEL-Jobdoppel erzählen Menschen mit konträren Jobs, wie sie arbeiten und was sie an ihrem Beruf fasziniert. Steffen Korff leitet Gaststätten auf der Zugspitze, in fast 3000 Metern Höhe. Klaus Lagemann ist dort Reviersteiger, wo Deutschland am tiefsten ist - in einer Ibbenbürener Zeche.

Steffen Korff (links) arbeitet auf der Zugspitze, Klaus Lagemann tief unter Tage Zur Großansicht
Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG; RAG Anthrazit Ibbenbüren

Steffen Korff (links) arbeitet auf der Zugspitze, Klaus Lagemann tief unter Tage

Zwischen den Arbeitsplätzen von Steffen Korff, 46, und Klaus Lagemann, 49, liegen mehr als 4500 Höhenmeter. Steffen Korff leitet die Gastronomie auf der Zugspitze, Klaus Lagemann ist Reviersteiger in der Zeche RAG Anthrazit in Ibbenbüren.

Korff fährt jeden Tag mit der Seilbahn zur Arbeit, Lagemann mit dem Förderkorb. Beide sind für mehr als 40 Mitarbeiter zuständig, beide arbeiten unter extremen Bedingungen. Auf der Zugspitze ist die Luft dünn und die UV-Strahlung so hoch, dass Sonnencreme als Arbeitsmittel gilt. Unter der Erde ist es heiß, staubig und laut. Warum die beiden trotzdem nicht tauschen möchten, erzählen sie im Protokoll.

Klaus Lagemann, Reviersteiger in Deutschlands tiefster Zeche -
"Eine Stunde unterwegs bis zum Arbeitsplatz"

"Als Reviersteiger bin ich für 42 Kumpel zuständig, die in vier Schichten rund um die Uhr arbeiten - in 1600 Meter Tiefe. Zu unserem Arbeitsplatz ist man länger als eine Stunde unterwegs. Uhren, Feuerzeuge oder Handys darf man nicht mitnehmen. Alles, was Funken erzeugen kann, ist unter Tage verboten.

Zunächst fährt man mit einem Förderkorb nach unten. Er hat vier Etagen und kann 60 Leute transportieren. Wie ein Aufzug hält er in verschiedenen Stockwerken, bei uns sind das die Sohlen. Wir müssen bis zur Sohle 6, die tiefste. Vom Förderkorb aus muss man ein Stück gehen. Dann kommt ein Förderband: Man legt sich der Länge nach auf die Kohle drauf, fährt circa 800 Meter weit mit, geht in die Hocke und springt ab. Dann wieder laufen, noch mal mit dem Förderband fahren und wieder laufen. Wenn man die Wege zusammenrechnet, legen wir bestimmt so drei bis vier Kilometer jeden Tag zurück.

Fotostrecke

6  Bilder
Deutschlands tiefster Arbeitsplatz: 1630 Meter unter dem Meer
Körperlich ist das ziemlich anstrengend, unter Tage ist es nämlich um die 30 Grad heiß - im Winter manchmal 40 Grad Unterschied zur Außentemperatur. Je näher man der Kohle kommt, desto wärmer wird es.

Weil der Weg so weit ist, kann man auch nicht mal schnell für die Mittagspause nach oben. Jeder Kumpel hat sein Brot dabei, es gibt sogenannte Revierpunkte mit Bänken und Tischen. Da buttern wir dann. So heißt das bei uns: buttern. Bedürfnisse anderer Art können nur bedingt gestillt werden, Toiletten gibt es in der Grube keine.

Seit 35 Jahren auf der Zeche

Mein Arbeitstag beginnt jeden Tag um 5 Uhr morgens. Als erstes höre ich mir an, was während der Nachtschicht passiert ist: Gab es Störungen, sind Maschinen defekt? Jede Minute Stillstand kostet viel Geld. Spätestens um 8 Uhr fahre ich selbst in den Schacht. Das finde ich sehr wichtig, um den Kontakt zu meinem Team nicht zu verlieren.

Ich bin seit 1977 auf der Zeche. Alles, was meine Männer unter Tage machen, habe ich auch schon gemacht. Ich habe das von der Pieke auf gelernt und kenne jeden Handgriff.

Mit Spitzhacke oder Presslufthammer ist hier niemand mehr unterwegs. Das ist alles Hightech unter Tage. Mein Kohlerevier ist 300 Meter lang, wir fördern dort jeden Tag 3000 Tonnen Kohle. Im Abbauhohlraum, dem Streb, stehen 400 Hydraulikstempel. Sie bilden zusammen den sogenannten Strebausbau und halten die Decke. Jeder Stempel kann eine Last von 580 Tonnen tragen - beinahe das Gewicht von zwei voll betankten Jumbojets.

Die Kohle wird mit einem Hobel aus dem Kohleflöz gelöst - den steuert ein Maschinenfahrer, der über Tage sitzt. Er ist mit den Männern im Schacht ständig in Kontakt. Wir haben unten auch eine Telefonanlage. Manchmal fällt zum Beispiel der Strom aus, dann rufe ich bei den Elektrikern an. Sie können auf dem Computer sofort sehen, wo das Problem liegt.

Das Ende naht: 2018 ist Schicht im Schacht

Jeder Kumpel hat eine Grubenlampe am Helm, außerdem trägt man eine Schutzbrille, Handschuhe, Schienbeinschoner, Ohropax und Sicherheitsschuhe. Und man hat einen CO-Selbstretter dabei. Der CO-Selbstretter ist ein Atemfilter mit Mundstück und Nasenklemme, der im Notfall giftiges Kohlenmonoxid in ungiftiges Kohlendioxid umwandelt. Zum Glück habe ich das noch nie gebraucht. Für jeden Schritt unter Tage gibt es klare Sicherheitsvorschriften, deshalb passieren auch nur sehr wenige Unfälle.

Frische Luft kommt über Schächte und Schleusen nach unten. Es ist ziemlich staubig unter Tage, aber wir kommen schon klar. Frauen arbeiten hier nicht, ich glaube, die würden das körperlich nicht schaffen. Frauen sind aber bei unserer Aufsichtsbehörde beschäftigt. Die Bergbehörde kontrolliert die Arbeiten unter Tage.

Nachdem der Hobel die Kohle gelöst hat, fällt sie auf den sogenannten Panzerförderer. Der bringt sie zu den Förderbändern, von dort aus geht es in den Kohlenbunker. Das läuft alles vollautomatisch. Wenn das Revier abgekohlt ist, bekommen wir ein neues zugeteilt, und die ganze technische Ausrüstung zieht um.

Als ich 1977 mit meiner Ausbildung zum Bergmechaniker angefangen habe, hat man uns gesagt: Energie wird immer gebraucht. Das stimmt natürlich noch, aber die Branche stirbt trotzdem aus. Ich habe schon viele schwierige Zeiten als Bergmann mitgemacht, doch Ende 2018 wird Schluss sein. Für mich ist das nicht so schlimm, ich gehe dann in den Vorruhestand. Aber die jüngeren Kollegen werden sich andere Jobs suchen müssen."

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1. ein gewisses Unverständniss
blackbear 28.01.2012
Der Wirt in einem alpinem Restaurant,/betrieb hat ein problem das des abends oder in der nacht Gäste kommen die dringend einen schlafplatz brauchen? also warum nicht ans Münchner haus weiterschicken? und falls das nicht möglich ist: ein sogenanntes notlager sollte Ihnen durchaus ein begriff sein. Ich war auch viele Jahre an einer vergleichbaren stelle tätig, (okay, OeAV Hütte) aber niemals wäre mir der gedanke gekommen auch bei überfülltem Haus Abends Gäste wegzuschicken! außerdem ist ja dieses auch strikt untersagt! Oder hat hier der eher der artikelschreiber versagt? weil beim Untertagekollegen, der Abschnitt selbstretter: wandelt gefährliches Kohlenmonoxy in co2 um? Nunja co ist als atemgift gefährlicher als co2, Aber als atemluft möcht ich bitte beides nicht haben! ist der Selbstretter nicht denn eher ein kleines Handtaschengroßes gerät was mittels chemischer reaktion freien sauerstoff erzeugt?
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