• Drucken
  • Senden
  • Nutzungsrechte
 

Jobs abseits der Firma Die Einzelkämpfer - völlig losgelöst

Bernd Wietrzynski kann erst im Sommer wieder unbeschwert trinken. Christina B. topft beim Telefonsex Blumen um. Marcel Kyeck kennt nur wenige Kollegen. Für viele Berufe muss man nicht mehr so oft in den Betrieb - aber total flexibel sein. Drei Menschen mit ungewöhnlichen Jobs erzählen.

Tschüs: In vielen Berufen muss man nicht mehr so oft in die Firma Zur Großansicht
DPA

Tschüs: In vielen Berufen muss man nicht mehr so oft in die Firma

Früher soll ja alles besser gewesen sein. Früher ging der Mensch morgens ins Büro, hatte regelmäßige Pausen und kam nach acht Stunden pünktlich wieder nach Hause. Dann war Zeit für Familie und Freunde.

Heute ist das anders. Der moderne Arbeitnehmer ist nach etlichen unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen getaktet. Viele haben eines gemeinsam: Sie setzen Flexibilität voraus. Egal, ob im modernen Home-Office oder als Schichtarbeiter - Nine-to-five-Jobs sind auf dem Rückzug.

Schichtarbeit, Vertrauensarbeitszeit oder Abrufarbeit sind einige der Schlagwörter. Aber wie sieht das in der Praxis aus? Geht der Heimarbeiter tatsächlich im Schlafanzug in den Garten und klappt dort das Notebook auf? Und haben Schichtarbeiter weniger Freunde, weil sie immer dann arbeiten müssen, wenn andere Freizeit haben?

Der Winterdienstler, die Erotik-Telefonistin, der Computerspezialist - drei Menschen mit ungewöhnlichen Arbeitsmodellen berichten, wann und wie sie arbeiten und wie sich der Beruf auf ihr Leben auswirkt.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Nie wieder!
fridericus1 17.02.2012
4 Jahre lang war ich als angestellter Consultant immer als Einzelkämpfer unterwegs. Mein Kontakt zum Arbeitgeber bestand aus Reisekostenabrechnungen und Gehaltszahlungen. Beim Kunden war ich nie richtig integriert, denn als "Externer" gehört man nun mal nicht dazu. Die langen Abenden in landweiligen Hotels sind mir noch sehr präsent. Ich bin kein übermäßig empfindlicher Mensch, aber in dieser Zeit habe ich mich manchmal sehr einsam gefühlt. Würde ich so jedenfalls nie wieder machen.
2. Telefonsex-Hotline.....
fatherted98 17.02.2012
....dolles Beipspiel...wow....soll das jetzt ein Beispiel für "seriöse" Jobs abseits der Firma sein? - Wie wärs mit Strassenstrich...da ist man auch selten im Büro und hat meist wenig Kontakt zu Kollegen...bei freier Zeiteinteilung....Super SPON.
3. Wie man's nimmt
Schelm 18.02.2012
Zitat von fridericus14 Jahre lang war ich als angestellter Consultant immer als Einzelkämpfer unterwegs. Mein Kontakt zum Arbeitgeber bestand aus Reisekostenabrechnungen und Gehaltszahlungen. Beim Kunden war ich nie richtig integriert, denn als "Externer" gehört man nun mal nicht dazu. Die langen Abenden in landweiligen Hotels sind mir noch sehr präsent. Ich bin kein übermäßig empfindlicher Mensch, aber in dieser Zeit habe ich mich manchmal sehr einsam gefühlt. Würde ich so jedenfalls nie wieder machen.
Ich bin seit 24 Jahren als "Einzelkaempfer" unterwegs. Koennte mir nie vorstellen tagein tagaus ins gleiche Buero zu gehen, dort die gleichen Menschen zu treffen. Da sind mir die endlosen, einsamen Weiten mit landweiligen Hotels in Nordwest-Amerika lieber!! Kommt halt immer auf den Menschentyp an...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik KarriereSPIEGEL
RSS
alles aus der Rubrik Berufsleben
RSS
alles zum Thema Flexibel arbeiten - KarriereSPIEGEL
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Fotostrecke
Stechuhren-Galerie: Wie die Stechuhren ticken lernten

Verwandte Themen

Fotostrecke
Laptop-Arbeiter auf Tour: Vor- und Nachteile der beliebtesten Arbeitsorte

Die wunderbare Welt der flexiblen Arbeit
Wir sind hier bei "Wünsch dir was"
Corbis
Für flexible Arbeitszeiten gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Modellen. Manche werden in vielen Unternehmen, andere nur ausnahmsweise praktiziert. Insgesamt arbeiten gut 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland mit einem solchen Stundenplan. Ein kleines Glossar der modernen Welt der Arbeitszeiten.
Reduzierte Tagesarbeitszeit
Der Klassiker, der kaum Freiräume ermöglicht. Ein Angestellter arbeitet zum Beispiel nur vormittags oder nachmittags. Die Zeitfenster ändern sich nicht.
Reduzierte Wochenarbeitszeit
Eine fast ebenso gängige Variante: Drei- oder Viertagewoche, die übrigen Tage sind frei, und Teilzeitmitarbeiter bestimmen in Absprache mit ihrem Team den freien Tag oft selbst.
Reduzierte Monatsarbeitszeit
Wenig verbreitet: Man verteilt ein Zeitbudget beliebig auf den Kalendermonat. Drei Wochen am Stück arbeiten, eine Woche frei - das geht.
Gleitzeit
Auch "gleitende Arbeitszeit" genannt, bedeutet, dass Beginn, Ende und Dauer der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit nicht festgelegt sind, sondern zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern verabredet werden. Man unterscheidet "einfache" und "qualifizierte" Gleitzeit. Bei der "einfachen" Gleitzeit wird eine feste "Kernarbeitszeit" und ein "Gleitzeitrahmen" festgelegt, z.B. 7-20 Uhr Gleitzeitrahmen / 10-17 Uhr Kernarbeitszeit. Bei der "qualifizierten" Gleitzeit wird die "Kernarbeitszeit" noch einmal reduziert oder ganz abgeschafft. Vereinbart wird meist eine bestimmte Stundenzahl in der Woche, im Monat oder im Jahr. Die weitere Planung der Arbeitszeit übernimmt der Arbeitnehmer in eigener Verantwortung.
Arbeitszeitkonten
Viele Unternehmen haben mittlerweile Konten eingeführt, auf welchen die Arbeitszeit laut Vertrag, Tarif oder Vereinbarung mit der tatsächlich geleisteten Arbeit verrechnet wird. Besonders bei Modellen wie Gleitzeit oder bei Schichtarbeit werden sie eingesetzt; zudem gibt es meist Vereinbarungen, wie viel "Guthaben" oder "Schulden" auf einem solchen Konto angesammelt werden dürfen.
Sabbatical
Im Sabbatjahr ließen die Bauern Israels, so erzählt das Alte Testament, die Felder ruhen und alle Schulden wurden erlassen. In der Arbeitswelt können Beschäftigte in regelmäßigen Zeiträumen ein bezahltes Sabbatjahr nehmen, wenn sie zum Beispiel Arbeitszeit angespart oder eine Zeitlang Vollzeit für das halbe Gehalt gearbeitet haben.
Jahresarbeitszeit
Streng genommen eine Variante der Gleizeit: Arbeitgeber und Angestellte verteilen in Absprache das Arbeitszeitvolumen eines Betriebs nicht gleichmäßig, sondern flexibel über ein Jahr. Dieses Modell bietet sich dann an, wenn es vorhersehbare saisonale Schwankungen im Arbeitsaufkommen gibt.
Job-Sharing
Ein recht seltenes Modell: Ein, zwei oder auch drei Kollegen teilen sich eine Vollzeitstelle. Wer wann im Büro sitzt, machen sie unter sich aus. Jeder Jobpartner ist im Prinzip für sich selbst verantwortlich. Eine weitere Variante ist das "Job-Pairing", bei dem mehrere Kollegen ein Team bilden, das die Verantwortung, meist für ein weit gestecktes Arbeitsziel oder Projekt, gemeinsam trägt.
Vertrauensarbeitszeit
Dieses Arbeitszeitmodell hat kaum noch mit dem genauen Zeitraum zu tun, der für Arbeit aufgewandt werden muss. Es orientiert sich eher an einem bestimmten Arbeitsziel, einem Produkt zum Beispiel, das bis zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein soll. Bei der Vertrauensarbeitszeit liegt es weitgehend in der Verantwortung des Arbeitnehmers, seine Zeit und seine Arbeit zu organisieren. Überstunden gibt es bei diesem Modell nicht, dafür auch kein Zuspätkommen. Eine vertraglich festgelegte Arbeitszeit aber sehr wohl, sie wird jedoch meist nicht kontrolliert.

Social Networks