Darf ich im Bikini zur Arbeit gehen oder in Badehose? Ist es okay, den Kollegen mit Deo einzusprühen? Und eignet sich ein Hamster als Bürotier? Wahrscheinlich haben Sie sich diese Fragen noch nie gestellt. Beantwortet werden sie trotzdem - von Karriere-, Stil- oder Etiketteberatern. Sie geben jeden Tag alles, um anderen das Leben leichter zu machen. Und dann verstauben ihre Tipps bei uns in der Redaktion.
Schade eigentlich. Wären die Ratschläge halb so banal, wären sie doppelt so sinnvoll. Aber für einen Lacher taugen sie allemal. Wir haben die skurrilsten und pappnasigsten Tipps dieses Jahres gesammelt und im KarriereSPIEGEL-Adventskalender verstaut. Lesen Sie heute:
18. Dezember: Heute habe ich leider ein Foto für dich
Die Sekretärin hat plötzlich rosa Plüschohren auf dem Kopf, Herr Karlsson aus dem Vertrieb tanzt auf dem Tisch und kippt Frau Walther den Rotwein über ihre weiße Bluse - für einen Hobbyfotografen ist die Weihnachtsfeier der Firma die Gelegenheit, die Kenntnisse aus dem letzten VHS-Kurs Reportagefotografie in die Praxis umzusetzen. Schön nah rangehen und - zack!
Das ist ein großer Spaß, es kann ja nichts passieren: Bei Weihnachtsfeiern ist das Licht so schummrig, und Sie werden so betrunken sein, dass Sie die Kamera ohnehin nicht ruhig halten können. Auf Ihren Wackelbildern wird man deshalb nichts, aber auch gar nichts erkennen können. Ehrlich! Das hier gezeigte Foto hat ein Profi-Fotograf gemacht.
Carolin Lüdemann, Karriereberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat, ahnt allerdings Schlimmes und steuert folgenden Rat bei: "Bloß keine peinlichen Fotos von Kollegen in sozialen Netzwerken hochladen!"
Haben Sie schon tausendmal gehört? Es ist nur eine von unzähligen Varianten der mantraartigen Warnung vor dem angeblichen "Karrierekiller Internet" - weil man sich mit freizügigen Bildern und Informationen um alle beruflichen Chancen bringe. Da hat man nur einmal mit der Bierdose, der Schampusflasche oder gar mit dem Joint in der Hand Polka getanzt, und schon ist die Karriere im Eimer. Denn Sie wissen ja: a) Dieses böse, böse Internetz vergisst nichts, b) Auch Chefs können googeln, c) Verkneifen Sie sich also besser jede Lebensregung.
Sogleich schiebt Frau Lüdemann ihrem Exklusiv-Tipp zwei Erklärungen nach: "Oft lassen sich die Bilder anschließend kaum noch aus dem Netz tilgen. Wer weiß schon, wo sie gelandet sind und wer sie gesehen hat." Und wenn Hysterie Ihnen so gar nicht liegt, bedenken Sie bitte wenigstens: "Mitarbeiter präsentieren online auch ihr Unternehmen. Peinliche Bilder schaden daher auch dem Image der Firma."
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