02. Dezember 2012, 09:35 Uhr

KarriereSPIEGEL-Adventskalender

Bunter Schutz vor fahlen Hautfalten

Jeden Tag ein guter Rat, dieses Pensum wuppen Karriere-, Stil- oder Etiketteberater spielend. In ihrer Welt gibt es nichts, was nicht erklärt werden müsste - und sei es noch so banal. Überzeugen Sie sich selbst, in unserem Adventskalender. Heute: Huch, das Hemd rutscht.

Darf ich im Bikini zur Arbeit gehen, oder in Badehose? Ist es okay, den Kollegen mit Deo einzusprühen? Und eignet sich ein Hamster als Bürotier? Wahrscheinlich haben Sie sich diese Fragen noch nie gestellt. Beantwortet werden sie trotzdem - von Karriere-, Stil- oder Etiketteberatern. Sie geben jeden Tag alles, um anderen das Leben leichter zu machen. Und dann verstauben ihre Tipps bei uns in der Redaktion.

Schade eigentlich. Wären die Ratschläge halb so banal, wären sie doppelt so sinnvoll. Aber für einen Lacher taugen sie allemal. Wir haben die skurrilsten und pappnasigsten Tipps des Jahres gesammelt und im KarriereSPIEGEL-Adventskalender verstaut. Lesen Sie heute:

2. Dezember: Kaufen Sie Ihre Hemden doch mal passend

Speckröllchen sind unter Stoff schon schlimm genug. Grausam wird es, wenn die letzte Barriere zwischen ihnen und der Umwelt fällt: Hochgerutschte Hemden geben den Blick frei auf verirrte Härchen, Leberflecken, fahle Hautfalten. Das muss doch nicht sein, meint Personal-Shopperin Sonja Grau aus Ulm.

Sie hat nachgemessen: Hemden, die 20 bis 25 Zentimeter unter den Gürtel reichen, bleiben auch dann noch in der Hose, wenn man versucht, mit den Fingern die Zehen zu berühren oder den vermissten Bleistift aus dem Spalt zwischen Regal und Wand herauszufischen. Etwas fülligere Zeitgenossen könnten zudem auf ein Hemd mit Rückenfalte zurückgreifen, das sei "quasi eine Stoffreserve für den Träger".

1. Dezember: Sorry meine Liebe, aber du stinkst

Abteilungsleiterin Meier ist gefürchtet im Büro. Nicht nur wegen ihrer verwegenen Ideen ("Wir könnten doch mal alle zusammen Bowling spielen"), sondern vor allem wegen ihres atemberaubenden Mundgeruchs. Die Kollegen macht das ungemein produktiv: Weil niemand will, dass Meier über die Schulter guckt oder aus nächster Nähe einen Ratschlag gibt, erledigen alle ihre Arbeit so schnell und gewissenhaft wie nie. In absehbarer Zeit wird Meier das Unternehmen also nicht verlassen. So kann es aber auch nicht weitergehen. Was tun?

Agnes Jarosch, Mitglied im Deutschen Knigge-Rat, weiß es: Abteilungsleiterin Gerke muss ran. In der Hackordnung des Unternehmens steht sie mit Meier auf einer Stufe, außerdem hat sie das gleiche Geschlecht - laut Jarosch eine gute Ausgangsbasis, um Kritik zu äußern.

Ein Opfer ist also gefunden, nun kommt der schwierige Part: Ein Vertrauenspakt muss geschlossen werden. Der Dialog könnte so aussehen, schlägt Jarosch vor:

Gerke (vorsichtig): "Sag mal, Gudrun, wenn bei mir das Deo versagt oder ich eine Laufmasche habe, dann würdest du mir das doch sagen, oder?"

Meier: "Na klar. Ist doch selbstverständlich."

Gerke: "Ich finde es super, dass wir dieses Vertrauensverhältnis haben."

(Meier freut sich wie ein Schnitzel)

Gerke: "Du, wo wir gerade dabei sind, muss ich dir auch was sagen. Du riechst aus dem Mund ziemlich übel."

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