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KarriereSPIEGEL-Adventskalender Mit dem Essen spielt man nicht

13. Teil: 3. Dezember: Finger weg vom letzten Keks

Zuschnappen könnte schlimme Konsequenzen haben Zur Großansicht
dpa

Zuschnappen könnte schlimme Konsequenzen haben

Für die Teilnahme am Meeting gibt's nur ein Argument: die Schokokekse. Ein gutes Argument, denn die leckeren mit der Füllung rückt die Sekretärin nur heraus, wenn der Chef dabei ist. Natürlich greifen alle beherzt zu, einmal, zweimal - und zack: Schon liegt auf dem Teller nur noch ein einsamer Keks. Eine brenzlige Situation, die Fingerspitzengefühl und überlegtes Handeln erfordert. Also: Was tun Sie?

a) Gar keine Frage: Schnappen und runter damit.

b) Die anderen werden sich bestimmt auch nicht trauen. Nach dem Meeting trödele ich einfach so lange herum, bis alle draußen sind, und stopfe mir den Keks unauffällig in den Schlund.

c) Ich frage freundlich: Will jemand den letzten Keks?

d) Ich verkrieche mich in meine mentale Höhle, die mir mein Psychotherapeut bei der letzten Sitzung gezeigt hat, und grüble den Rest des Meetings, warum ausgerechnet ich nie einen Keks abbekomme.

Als in unzähligen Teambuilding-Seminaren geschulter Büromensch wissen Sie natürlich, dass a), b) und d) gar keine guten Optionen sind. Nassforsch, hinterrücks oder gar introvertiert wollen Sie schließlich auf keinen Fall rüberkommen. Also c).

Mööööööööpp.

Das ist auch falsch. Meint zumindest Carolin Lüdemann, Karriereberaterin in Stuttgart und Mitglied im deutschen Knigge-Rat. "Will jemand den letzten Keks?" sei eine scheinheilige Frage, auf die man keine ehrliche Antwort erwarten könne. Damit signalisiere man nämlich, dass man Lust hätte, den Keks zu essen. Und das sei unhöflich. Schokoliebhaber müssen jetzt ganz tapfer sein, denn daraus folgt: Der letzte Keks muss liegenbleiben. Sie sollten das aber positiv sehen: Auch die Reinigungskraft freut sich über eine kleine Stärkung.

  • Dieser Tipp richtet sich an: Schokoholics
  • Punkte auf der Ach-was-du-nicht-sagst-Skala: 4 von 10
  • Wie es danach weitergeht: Ernährungsministerin und lässt eine App programmieren, mit der in Teams der letzte Keks verlost wird.

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Realität und Benehmen!
Spiegelleserin57 15.12.2012
Zitat von sysopJeden Tag ein guter Rat, dieses Pensum wuppen Karriere-, Stil- oder Benimmberater spielend. Sie erklären einfach alles, und sei es noch so banal. Heute im Adventskalender: Nachhilfe von Jüngern der Knigge-Kirche, diesmal in Serviettenkunde. KarriereSPIEGEL-Adventskalender: Knigge im Restaurant - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/karrierespiegel-adventskalender-knigge-im-restaurant-a-872901.html)
Auch wenn die ersten Zeilen des Artikels so sarkastisch geschrieben sind ist es leider Realität das gutes Benehmen in unserer Gesellschaft weitgehend ein Fremdwort geworden ist. Daher sind die aufgeführten Ratschläge gar nicht so aus der Luft gegriffen. Besonders wer Karriere machen möchte sollte ein gutes Benehmen an den Tag legen. Es ist durchaus ein Auswahlkriterium bei Bewerbungen. Im Alltag lege auch ich darauf sehr großen Wert. Rüpel trifft man jeden Tag und die brauche ich nicht in meinem Umfeld. Ein gutes Benehmen zeigt auch den Respekt vor den Mitmenschen. Es ist schon traurig dass so eine Überschrift im Internet erscheint und dass die Grundregeln über Spiegel-online vermittelt werden müssen. Das lernt man eigentlich in der Kinderstube womit wir wieder bei dem leidvollen Thema Kinderbetreuung wären. Interessanterweise gibt es hier wenig Kommentare was auch für sich spricht!
2.
Trondesson 15.12.2012
Zitat von Spiegelleserin57Auch wenn die ersten Zeilen des Artikels so sarkastisch geschrieben sind ist es leider Realität das gutes Benehmen in unserer Gesellschaft weitgehend ein Fremdwort geworden ist. Daher sind die aufgeführten Ratschläge gar nicht so aus der Luft gegriffen. Besonders wer Karriere machen möchte sollte ein gutes Benehmen an den Tag legen. Es ist durchaus ein Auswahlkriterium bei Bewerbungen. Im Alltag lege auch ich darauf sehr großen Wert. Rüpel trifft man jeden Tag und die brauche ich nicht in meinem Umfeld. Ein gutes Benehmen zeigt auch den Respekt vor den Mitmenschen. Es ist schon traurig dass so eine Überschrift im Internet erscheint und dass die Grundregeln über Spiegel-online vermittelt werden müssen. Das lernt man eigentlich in der Kinderstube womit wir wieder bei dem leidvollen Thema Kinderbetreuung wären. Interessanterweise gibt es hier wenig Kommentare was auch für sich spricht!
Sie haben sicherlich recht, was das allgemeine Benehmen der Menschen in der Öffentlichkeit angeht. In der scheinheiligen Geschäftswelt allerdings dient es lediglich dazu, den Schein zu wahren und das Buckeln (nach oben) oder das Treten (nach unten) etwas zu kaschieren. Illusionen macht sich deswegen jedoch keiner.
3. mit dem essen spielt man nicht
johannes greve 15.12.2012
Zitat von TrondessonSie haben sicherlich recht, was das allgemeine Benehmen der Menschen in der Öffentlichkeit angeht. In der scheinheiligen Geschäftswelt allerdings dient es lediglich dazu, den Schein zu wahren und das Buckeln (nach oben) oder das Treten (nach unten) etwas zu kaschieren. Illusionen macht sich deswegen jedoch keiner.
Man erkennt jemanden daran ob er gewohnheitsmäßig eine serviette benutzt, dass er sie nach gebrauch nicht zusammenlegt. Das wäre der letzte Punkt.
4. realität und benehmen
johannes greve 15.12.2012
Nicht umsonst treibt es vielen mitarbeitern den schweiß auf die stirn, wenn sie zu einem geschäftsessen befohlen werden. Spätestens dann merken diese coolen typen wie wichtig eine gute erziehung ist. Aber das ist mit fleiß und mühen und einem guten elternhaus verbunden und wird als spießig abgetan. Was würden sie jetzt dafür geben!
5.
Dumb Bunny 15.12.2012
Zitat von johannes greveMan erkennt jemanden daran ob er gewohnheitsmäßig eine serviette benutzt, dass er sie nach gebrauch nicht zusammenlegt. Das wäre der letzte Punkt.
Damit wäre ich dann leider enttarnt, da ich sonst nur Wegwerfservietten verwende. Ich hätte ja nichts gegen Stoffservietten, aber meine Frau würde mir eins husten, bäte ich sie darum. Noch uninteressanter als dieses Thema sind aber vielleicht doch Tischgespräche über Dienstwagenausstattungen. Mich z. B. kann man auch vortrefflich anöden, indem man lautstark "witzig" wird, oder von einer Städtereise nur über den dortigen Straßenverkehr zu erzählen weiß. Wo und wie des Dummkopfs Serviette liegt, ist mir dagegen echt schnuppe.
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