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KarriereSPIEGEL-Adventskalender Mit dem Essen spielt man nicht

Jeden Tag ein guter Rat, dieses Pensum wuppen Karriere-, Stil- oder Benimmberater spielend. Sie erklären einfach alles, und sei es noch so banal. Heute im Adventskalender: Nachhilfe von Jüngern der Knigge-Kirche, diesmal in Serviettenkunde.

Darf ich im Bikini zur Arbeit gehen oder in Badehose? Ist es okay, den Kollegen mit Deo einzusprühen? Und eignet sich ein Hamster als Bürotier? Wahrscheinlich haben Sie sich diese Fragen noch nie gestellt. Beantwortet werden sie trotzdem - von Karriere-, Stil- oder Etiketteberatern. Sie geben jeden Tag alles, um anderen das Leben leichter zu machen. Und dann verstauben ihre Tipps bei uns in der Redaktion.

Schade eigentlich. Wären die Ratschläge halb so banal, wären sie doppelt so sinnvoll. Aber für einen Lacher taugen sie allemal. Wir haben die skurrilsten und pappnasigsten Tipps dieses Jahres gesammelt und im KarriereSPIEGEL-Adventskalender verstaut. Lesen Sie heute:

15. Dezember: Mit dem Essen spielt man nicht

Huch, was würde da der Knigge-Fachmann sagen? Zur Großansicht
Corbis

Huch, was würde da der Knigge-Fachmann sagen?

Ihr Chef hat sich in diesem Jahr etwas ganz Besonderes für die Weihnachtsfeier einfallen lassen: ein Besuch im Gourmettempel. Das von ihm ausgewählte Restaurant hat die beeindruckende Bilanz von zwei Michelin-Sternen und 15 Gault-Millau-Punkten.

Jetzt zittern Sie hoffentlich vor Ehrfurcht. Nein? Hm, schade. Wären alle so kaltblütig wie Sie, wären ja Hunderte Etikette-Trainer auf einmal arbeitslos... Und das wäre ziemlich traurig, denn wer würde dann folgende Tipps geben?

Ratschlag Nummer 1: Falten Sie die Serviette auseinander!

Agnes Jarosch vom Deutschen Knigge-Rat kann auch begründen, warum Sie das tun sollten: "Eine aufgetürmte Serviette ist ja oft auch eine Kommunikationsbarriere." Jetzt sind Sie sicher sprachlos. Aber keine Sorge, Hans-Michael Klein, Vorsitzender der Deutschen Knigge-Gesellschaft aus Essen, hilft Ihnen mit einer neuen Vokabel aus: Im Fachjargon heißt das Entfalten der Serviette "aufbrechen".

Ratschlag 2: Legen Sie sich die Serviette auf den Schoß

Klingt so simpel, erfordert aber höchste Konzentration und Präzision, jedenfalls wenn man es Benimmwart Klein recht machen will: "Die Serviette wird rechteckig gefaltet auf die Oberschenkel gelegt - und nicht als Dreieck. Auch nicht auf Bügelfalte, sondern mit einem Zentimeter Versatz, damit man sie besser anheben kann."

Ratschlag 3: Wenn Sie aufstehen müssen, legen Sie die Serviette links neben den Teller

Die Begründung für die Seitenwahl hätte man sich denken können: Rechts ist einfach kein Platz, da stehen ja schon die Gläser. Knigge-Frau Jarosch hakt aber noch mal nach: "Das bedeutet ein gewisses Pannenrisiko, wenn die Serviette auf dieser Seite geparkt wird."

Ratschlag 4: Heben Sie die Serviette nicht vom Boden auf

Fällt die Serviette vom Schoß vor die Füße unter den Tisch, sollte man sie ignorieren, empfiehlt Jarosch: "Sie ist ja kein Hindernis und stört optisch auch nicht." Und kleckern tun Sie natürlich sowieso nicht, oder?

Ratschlag 5: Tupfen, nicht wischen!

Den Mund reinigen Sie mit der Serviette durch "zartes Tupfen", erklärt Knigge-Mann Klein. Achtung: Auch vor dem Trinken sollte getupft werden, damit man keine Fettflecken am Glas hinterlässt. Denn, so Klein: "Das Essen macht die Lippen fettig."

  • Dieser Tipp richtet sich an: Leckermäuler
  • Punkte auf der Ach-was-du-nicht-sagst-Skala: 7 von 10
  • Wie es danach weitergeht: Von den Portionen im Sterne-Restaurant werden Sie ohnehin nicht satt. Bleiben Sie einfach zu Hause und schieben Sie sich eine Tiefkühlpizza in den Ofen. Die dürfen Sie auf der Couch essen, sogar ohne Serviette.

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insgesamt 6 Beiträge
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    Seite 1    
1. Realität und Benehmen!
Spiegelleserin57 15.12.2012
Zitat von sysopCorbisJeden Tag ein guter Rat, dieses Pensum wuppen Karriere-, Stil- oder Benimmberater spielend. Sie erklären einfach alles, und sei es noch so banal. Heute im Adventskalender: Nachhilfe von Jüngern der Knigge-Kirche, diesmal in Serviettenkunde. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/karrierespiegel-adventskalender-knigge-im-restaurant-a-872901.html
Auch wenn die ersten Zeilen des Artikels so sarkastisch geschrieben sind ist es leider Realität das gutes Benehmen in unserer Gesellschaft weitgehend ein Fremdwort geworden ist. Daher sind die aufgeführten Ratschläge gar nicht so aus der Luft gegriffen. Besonders wer Karriere machen möchte sollte ein gutes Benehmen an den Tag legen. Es ist durchaus ein Auswahlkriterium bei Bewerbungen. Im Alltag lege auch ich darauf sehr großen Wert. Rüpel trifft man jeden Tag und die brauche ich nicht in meinem Umfeld. Ein gutes Benehmen zeigt auch den Respekt vor den Mitmenschen. Es ist schon traurig dass so eine Überschrift im Internet erscheint und dass die Grundregeln über Spiegel-online vermittelt werden müssen. Das lernt man eigentlich in der Kinderstube womit wir wieder bei dem leidvollen Thema Kinderbetreuung wären. Interessanterweise gibt es hier wenig Kommentare was auch für sich spricht!
2.
Trondesson 15.12.2012
Zitat von Spiegelleserin57Auch wenn die ersten Zeilen des Artikels so sarkastisch geschrieben sind ist es leider Realität das gutes Benehmen in unserer Gesellschaft weitgehend ein Fremdwort geworden ist. Daher sind die aufgeführten Ratschläge gar nicht so aus der Luft gegriffen. Besonders wer Karriere machen möchte sollte ein gutes Benehmen an den Tag legen. Es ist durchaus ein Auswahlkriterium bei Bewerbungen. Im Alltag lege auch ich darauf sehr großen Wert. Rüpel trifft man jeden Tag und die brauche ich nicht in meinem Umfeld. Ein gutes Benehmen zeigt auch den Respekt vor den Mitmenschen. Es ist schon traurig dass so eine Überschrift im Internet erscheint und dass die Grundregeln über Spiegel-online vermittelt werden müssen. Das lernt man eigentlich in der Kinderstube womit wir wieder bei dem leidvollen Thema Kinderbetreuung wären. Interessanterweise gibt es hier wenig Kommentare was auch für sich spricht!
Sie haben sicherlich recht, was das allgemeine Benehmen der Menschen in der Öffentlichkeit angeht. In der scheinheiligen Geschäftswelt allerdings dient es lediglich dazu, den Schein zu wahren und das Buckeln (nach oben) oder das Treten (nach unten) etwas zu kaschieren. Illusionen macht sich deswegen jedoch keiner.
3. mit dem essen spielt man nicht
johannes greve 15.12.2012
Zitat von TrondessonSie haben sicherlich recht, was das allgemeine Benehmen der Menschen in der Öffentlichkeit angeht. In der scheinheiligen Geschäftswelt allerdings dient es lediglich dazu, den Schein zu wahren und das Buckeln (nach oben) oder das Treten (nach unten) etwas zu kaschieren. Illusionen macht sich deswegen jedoch keiner.
Man erkennt jemanden daran ob er gewohnheitsmäßig eine serviette benutzt, dass er sie nach gebrauch nicht zusammenlegt. Das wäre der letzte Punkt.
4. realität und benehmen
johannes greve 15.12.2012
Nicht umsonst treibt es vielen mitarbeitern den schweiß auf die stirn, wenn sie zu einem geschäftsessen befohlen werden. Spätestens dann merken diese coolen typen wie wichtig eine gute erziehung ist. Aber das ist mit fleiß und mühen und einem guten elternhaus verbunden und wird als spießig abgetan. Was würden sie jetzt dafür geben!
5.
Dumb Bunny 15.12.2012
Zitat von johannes greveMan erkennt jemanden daran ob er gewohnheitsmäßig eine serviette benutzt, dass er sie nach gebrauch nicht zusammenlegt. Das wäre der letzte Punkt.
Damit wäre ich dann leider enttarnt, da ich sonst nur Wegwerfservietten verwende. Ich hätte ja nichts gegen Stoffservietten, aber meine Frau würde mir eins husten, bäte ich sie darum. Noch uninteressanter als dieses Thema sind aber vielleicht doch Tischgespräche über Dienstwagenausstattungen. Mich z. B. kann man auch vortrefflich anöden, indem man lautstark "witzig" wird, oder von einer Städtereise nur über den dortigen Straßenverkehr zu erzählen weiß. Wo und wie des Dummkopfs Serviette liegt, ist mir dagegen echt schnuppe.
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