KarriereSPIEGEL-Adventskalender Eins, zwei, Bewerberpolizei
10. Teil: 14. Dezember: Sie haben da was...
"Hildegard, ich möchte Ihnen heute etwas sagen. Ich möchte Ihnen sagen, dass ich, dass ich mehr als bloße Sympathie für Sie empfinde. Mehr als Freundschaft. Und ich "
"Sie haben "
"Nein, sagen Sie noch nichts! Es gibt Augenblicke im Leben, wo die Sprache versagt. Wo ein Blick mehr bedeutet als viele Worte."
"Sie haben "
"Vielleicht fühlen Sie, was ich meine. Hildegard "
"Sie haben da was am Mund."
Diese Zeilen kommen Ihnen bekannt vor? Sie stammen aus dem berühmten Nudel-Sketch von Loriot. Der ist zwar schon etwas älter, das Thema aber zeitlos, deshalb an dieser Stelle ein Lob auf die tapfere Hildegard. Sie hat kniggemäßig alles richtig gemacht. Denn grundsätzlich gilt: "Auf alles, was dem anderen peinlich werden könnte, darf man ihn aufmerksam machen", sagt Lis Droste, Etikette-Trainerin aus Frankfurt, wenig überraschend.
Ein Faden am Ärmel, ein Fleck auf dem Hemd - wer höflich ist, weist den anderen darauf hin. Das gilt bei Kollegen genauso wie bei Geschäftspartnern. "Über solche Hinweise freut man sich schließlich, niemand möchte so herumlaufen", sagt Droste. Sie gibt aber zu: Brenzlig wird es, wenn am anderen mehr zu bemängeln ist als Fleck oder Faden.
Für solche Wechselfälle des Gesellschaftslebens hält sie aber eine Geheimwaffe bereit. Damit der Hinweis selbst nicht peinlich werde, sei nämlich Fingerspitzengefühl gefordert, so die Etikette-Trainerin. Wenn jemand etwas zwischen den Zähnen habe, "dann reicht vielleicht ein 'Schauen Sie doch bitte mal in den Spiegel'."
- Dieser Tipp richtet sich an: Pastafaris und andere, die von Nudeln verfolgt werden
- Punkte auf der Ach-was-du-nicht-sagst-Skala: 8 von 10
- Wie es danach weitergeht: "Kalt heute, nicht wahr? Da kann man froh sein, wenn der Hosenstall dicht schließt."
- 1. Teil: Eins, zwei, Bewerberpolizei
- 2. Teil: 22. Dezember: Vorsicht, Brustflokati
- 3. Teil: 21. Dezember: Nimm diese rote Pappkarte, Kollege
- 4. Teil: 20. Dezember: Irgendwem geht's immer schlechter
- 5. Teil: 19. Dezember: Die Zeit heilt gar nix
- 6. Teil: 18. Dezember: Heute habe ich leider ein Foto für dich
- 7. Teil: 17. Dezember: Kein Schwein ruft mich an
- 8. Teil: 16. Dezember: Trauen Sie keiner Statistik, die Sie nicht selbst gefälscht haben
- 9. Teil: 15. Dezember: Mit dem Essen spielt man nicht
- 10. Teil: 14. Dezember: Sie haben da was...
- 11. Teil: 13. Dezember: Geh doch!
- 12. Teil: 12. Dezember: Zeig her deinen Träger
- 13. Teil: 11. Dezember: Einfach mal die Klappe halten
- 14. Teil: 10. Dezember: Erste Hilfe für Unterkuschelte
- 15. Teil: 9. Dezember: Ein Kompliment, ein Kompliment
- 16. Teil: 8. Dezember: Auch ein öder Job kann Freude machen. Nach Feierabend.
- 17. Teil: 7. Dezember: Niesen nur mit links
- 18. Teil: 6. Dezember: Schenke lieber unpersönlich
- 19. Teil: 5. Dezember: Urlauber einfach mal urlauben lassen
- 20. Teil: 4. Dezember: Wer früher aussteigt, darf länger laufen
- 21. Teil: 3. Dezember: Finger weg vom letzten Keks
- 22. Teil: 2. Dezember: Kaufen Sie Ihre Hemden doch mal passend
- 23. Teil: 1. Dezember: Sorry meine Liebe, aber du stinkst
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