Abteilungsleiterin Meier ist gefürchtet im Büro. Nicht nur wegen ihrer verwegenen Ideen ("Wir könnten doch mal alle zusammen Bowling spielen"), sondern vor allem wegen ihres atemberaubenden Mundgeruchs. Die Kollegen macht das ungemein produktiv: Weil niemand will, dass Meier über die Schulter guckt oder aus nächster Nähe einen Ratschlag gibt, erledigen alle ihre Arbeit so schnell und gewissenhaft wie nie. In absehbarer Zeit wird Meier das Unternehmen also nicht verlassen. So kann es aber auch nicht weitergehen. Was tun?
Agnes Jarosch, Mitglied im Deutschen Knigge-Rat, weiß es: Abteilungsleiterin Gerke muss ran. In der Hackordnung des Unternehmens steht sie mit Meier auf einer Stufe, außerdem hat sie das gleiche Geschlecht - laut Jarosch eine gute Ausgangsbasis, um Kritik zu äußern.
Ein Opfer ist also gefunden, nun kommt der schwierige Part: Ein Vertrauenspakt muss geschlossen werden. Der Dialog könnte so aussehen, schlägt Jarosch vor:
Gerke (vorsichtig): "Sag mal, Gudrun, wenn bei mir das Deo versagt oder ich eine Laufmasche habe, dann würdest du mir das doch sagen, oder?"
Meier: "Na klar. Ist doch selbstverständlich."
Gerke: "Ich finde es super, dass wir dieses Vertrauensverhältnis haben."
(Meier freut sich wie ein Schnitzel)
Gerke: "Du, wo wir gerade dabei sind, muss ich dir auch was sagen. Du riechst aus dem Mund ziemlich übel."
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