Von Verena Töpper
PR-Berater Fricke schwört auf die "Pollock"-App fürs Smartphone, Jensko auf "Live Sketch". Damit zaubern die beiden bunte Bilder auf ihre Displays - und die Kollegen denken, sie würden wichtige Termine in den Kalender einspeichern oder eilige Nachrichten verfassen. Das hofft Jensko zumindest.
Fricke wurde schon mehrmals beim Klecksen erwischt - und gerügt. Völlig zu Unrecht, findet er. Kritzeln fördert schließlich die Konzentration, virtuelles Kleckern wohl auch.
Kleckern, nicht schmutzen
Unendlich viele Farben und Hintergründe stehen zur Auswahl, die Finger bleiben garantiert sauber, löschen und speichern kann man mit einer Hand - für Fricke und Jensko ist das Handy die ideale Leinwand. "Man kann dezent vor sich hin kleckern ohne wirklich zu schmutzen", sagt Fricke.
Mit den virtuellen Kritzeleien gehören die beiden zur Avantgarde der Nebenbeizeichner. Die meisten Bilder, die SPIEGEL ONLINE-Leser geschickt haben, sind auf Papier entstanden: auf Zeitungen, Tagesordnungen, Rechenblöcken.
Manche Nebenbeikünstler sammeln ihre Werke in Kartons, zum Beispiel die Grafik-Designerin Eva Kwade oder der ehemalige Kunstlehrer Wolfgang Ruhe, andere zeigen sie auf ihrer Homepage, so etwa Physiker Günter Meinhold oder Radio-Moderator Roland Kanwicher. Und wieder andere verteilen sie an die Kollegen: Computer-Chemiker Sebastian Schenker fasst wissenschaftliche Vorträge in Kritzelbildern zusammen.
Kritzeln Sie auch im Büro? Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Bilder per E-Mail schicken . Bitte schreiben Sie kurz dazu, welchen Beruf Sie haben und in welcher Situation das Bild entstanden ist. Wir sind gespannt auf Ihre Kritzelbilder!
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