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Briefmarken-Designerin Kunst zum Ablecken

Kleine Marke ganz groß: Barbara Dimanski mit ihren Werken Zur Großansicht
dapd

Kleine Marke ganz groß: Barbara Dimanski mit ihren Werken

Sie sind klein, schmecken fies und werden ab 1. Januar drei Cent teurer. Trotzdem ist die Gestaltung von Briefmarken attraktiv, Grafiker reißen sich darum. Denn wer erreicht mit seinen Werken schon eine 100-Millionen-Auflage? Barbara Dimanski hat bereits 17 Marken entworfen.

Jeden Tag wird ein Bild von Barbara Dimanski abgeleckt, mit Farbe verschmiert oder in den Müll geworfen. Und sie ist auch noch stolz darauf. Dimanski ist seit 1997 eine von rund hundert Grafikern und Grafikerinnen, die regelmäßig eingeladen werden, um deutsche Briefmarken zu entwerfen. 17 ihrer Entwürfe haben es bislang an den Postschalter geschafft. Ihre Briefmarke zum 100. Geburtstag des Berliner Doms wurde 110 Millionen Mal gedruckt.

Für die Gestaltung der Briefmarken ist in Deutschland der Bundesfinanzminister zuständig. Themen darf aber jeder vorschlagen: Eine formlose E-Mail oder ein Brief an das Referat VIII A7 des Bundesfinanzministeriums genügt. Achthundert bis tausend Vorschläge gehen dort jedes Jahr ein. Rund fünfzig haben die Chance, verwirklicht zu werden.

Welche Themen auf den Briefmarken dargestellt werden sollen, darüber diskutiert der Programmbeirat. In diesem Gremium sitzen Politiker, Verwaltungsfachleute, Grafiker, Briefmarkensammler und Vertreter der Post. Haben sie sich auf ein Thema geeinigt, wird ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem aber nur ausgewählte Grafiker teilnehmen dürfen. Wer dazu gehören will, muss sich mit Lebenslauf und Arbeitsproben beim Kunstbeirat bewerben. Dieses Gremium wurde 1954 zum ersten Mal einberufen - nachdem die ersten Briefmarken der jungen Republik harsch kritisiert worden waren. Der Kunstbeirat entscheidet nun auch darüber, welcher Grafiker am Ende den Zuschlag für eine Marke bekommt.

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4  Bilder
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Dimanski hat es gerade wieder geschafft: mit einer Sondermarke zum 200. Jahrestag der Erstausgabe von Grimms Märchen. Auf dem Bildchen ist ein Foto des vergilbten Märchenbuchs aus dem Jahr 1812 zu sehen, darüber laufen pastellfarbene Scherenschnittfiguren, die auf den ersten Blick wie Stockflecken wirken. Für den Entwurf habe sie in Archiven recherchiert und in alten Bänden von Grimms Märchen geblättert, erzählt Dimanski. Denn: "Ohne das eigene Erlebnis kann ich keine Briefmarken gestalten."

Ihre Leidenschaft für die Mini-Bildchen entdeckte sie während ihres Gebrauchsgrafik-Studiums an der Halleschen Burg Giebichenstein. Damals sollte sie als Übung eine Briefmarke gestalten. Keine leichte Aufgabe, denn sogar Motive, die als Plakat für sich stehen, wirken auf einer Fläche von nicht einmal vier mal vier Zentimetern oft belanglos. Weglassen ist gefragt, konzentrieren auf das Notwendigste. Dimanski macht das großen Spaß, zumal sie bei Briefmarken freie Techniken und klassische Typografie mixen kann, "eine tolle Verbindung", wie sie sagt.

Die Themen ihrer Briefmarken sind unterschiedlich. Eine widmet sich ihrer Heimatstadt Halle, eine andere erinnert an "20 Jahre Friedliche Revolution". Goethes "Faust" hat sie neu interpretiert, eine Kindermarke hat eine Maus als Motiv, und auf der Sondermarke "150 Jahre Deutscher Chorverband" reißen die Sänger ihre Münder weit auf - eine Hommage an Loriot.

dpa/vet

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insgesamt 9 Beiträge
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    Seite 1    
1. Lebenshilfe-Briefmarke
Aase 01.01.2013
Das Motiv auf der Briefmarke ist eindeutig einem Künstler / einer Künstlerin zuzuordnen, der / die in einer Künstlergruppe der Lebenshilfe Mitglied ist. Eindeutig ein Bruch des Urheberrechts, vollzogen von Barbara Dimanski, die sich mit fremden Federn (fremder Kunst) schmückt und hierbei auch noch fürstlich entlohnt wird. Da bei der Lebenshilfe offensichtlich keine richtigen Advokaten arbeiten, die für die behinderte Künstlerin ihre Verwerungsrechte einklagt, geht die Barbara Dimanski offensichtlich weiter, bis ans Ende ihrer Tage, straffrei durchs Leben.
2.
thelix 01.01.2013
Zitat von AaseDas Motiv auf der Briefmarke ist eindeutig einem Künstler / einer Künstlerin zuzuordnen, der / die in einer Künstlergruppe der Lebenshilfe Mitglied ist.
Und? WISSEN Sie das oder VERMUTEN Sie bloß? Warum die Geschlechtsneutralität? Woher wissen Sie a) daß kein Nutzungsrecht vereinbart wurde und b) Frau Dimanski "fürstlich entlohnt" wird? Gemessen an der Auflage ist der Lohn für eine solche Arbeit mitnichten als "fürstlich" zu bezeichnen. Glauben Sie mir, ich verdiene mit dem Kram meine Brötchen! ^^ ...und was Sie mit diesem Stasi-Jargon à la "die Barbara Dimanski" sagen wollen, erschließt sich mir auch nicht so recht...
3.
kopi07 01.01.2013
Zitat von AaseDas Motiv auf der Briefmarke ist eindeutig einem Künstler / einer Künstlerin zuzuordnen, der / die in einer Künstlergruppe der Lebenshilfe Mitglied ist. Eindeutig ein Bruch des Urheberrechts, vollzogen von Barbara Dimanski, die sich mit fremden Federn (fremder Kunst) schmückt und hierbei auch noch fürstlich entlohnt wird. Da bei der Lebenshilfe offensichtlich keine richtigen Advokaten arbeiten, die für die behinderte Künstlerin ihre Verwerungsrechte einklagt, geht die Barbara Dimanski offensichtlich weiter, bis ans Ende ihrer Tage, straffrei durchs Leben.
Da scheint allerdings die Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. anderer Meinung zu sein: sondermarke - Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. - Der Selbsthilfeverband für Menschen mit geistiger Behinderung (http://www.lebenshilfe.de/de/themen-fachliches/artikel/sondermarke.php)
4.
stefan kaitschick 02.01.2013
Zitat von AaseDas Motiv auf der Briefmarke ist eindeutig einem Künstler / einer Künstlerin zuzuordnen, der / die in einer Künstlergruppe der Lebenshilfe Mitglied ist. Eindeutig ein Bruch des Urheberrechts, vollzogen von Barbara Dimanski, die sich mit fremden Federn.....
Erst pompös geschlechtsneutral, dann "behinderte Künstlerin". Sie sind jedenfalls auch nicht der ideale Advokat.
5. Lebenshilfe-Briefmarke
bdimanski 02.01.2013
Verehrter Aase, als ich der Einladung zur Gestaltung der Lebenshilfe-Marke folgte, habe ich mir sehr viele Gedanken gemacht: was ist eigentlich »Behinderung«? Wo liegen die Grenzen? Welches Leben verläuft denn »normal«? Hat nicht jeder irgend eine »Störung« und sollte man nicht j e d e s Leben trotz allem bejahen? Dann hab ich mich auf eigene Fragilität und Verletzbarkeit bezogen und das mit Pinsel und Farbe zum Ausdruck gebracht. Ist doch erstaunlich, wie viel Türen man sich und anderen öffnen kann. Gestern hab ich schon einmal versucht, einen Kommentar abzusenden. Ich fand das hier zum ersten Mal angebracht. Er verschwand dann leider irgendwo im Netz…
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