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Lange Arbeitszeiten Müde Klinikärzte werden zur Gefahr für Patienten

Arzt im Krankenhaus: Arbeiten bis zur völligen Erschöpfung Zur Großansicht
Corbis

Arzt im Krankenhaus: Arbeiten bis zur völligen Erschöpfung

Operieren bis zum Umfallen: Jeder zweite Arzt in deutschen Krankenhäusern arbeitet bis zu 60 Stunden pro Woche, jeder vierte sogar bis zu 80. Der Ärzteverband spricht von einem Risiko für die Patienten.

Sie sollen andere heilen, gefährden dabei aber ihre eigene Gesundheit: Drei von vier Ärzten in deutschen Krankenhäusern arbeiten mehr als 48 Stunden pro Woche. Das gaben Klinikärzte in einer am Montag von der Ärztegewerkschaft Marburger Bund veröffentlichten Umfrage an.

Bei jedem zweiten liegt die Wochenarbeitszeit inklusive Überstunden und Bereitschaftsdiensten im Schnitt zwischen 49 und 59 Stunden. Jeder vierte Arzt ist sogar 60 bis 79 Stunden im Dienst, drei Prozent der Ärzte arbeiten durchschnittlich mehr als 80 Stunden pro Woche. Ungefähr 20 Prozent gaben an, dass die Überstunden weder vergütet noch mit Freizeit ausgeglichen werden.

Die Folgen: 71 Prozent der Ärzte klagten über Schlafstörungen und häufige Müdigkeit. Die Mehrheit sieht sich auch in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. "Die Arbeitszeiten an deutschen Kliniken sind ungesund", sagte der Vorsitzende Rudolf Henke. Die Ärztegewerkschaft warnt: Irgendwann seien die Mediziner nicht mehr in der Lage, optimal zu helfen und würden damit zunehmend zum Risiko für die Patienten.

Besonders empört zeigte sich der Verbandsvorsitzende darüber, dass bei vielen Ärzten die weit verbreiteten Überstunden nicht erfasst würden. Die Veröffentlichung der Umfrage und die Kritik des Verbandes sind zeitlich kein Zufall: An diesem Dienstag startet der Marburger Bund mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder in Berlin Verhandlungen über Bezahlung und Arbeitsbedingungen in 20 Unikliniken. Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Gehalt.

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Stress pur: 24 Stunden im Krankenhaus
Rund 3300 Krankenhausärzte hatten sich zwischen dem 14. Januar und 15. Februar 2013 an einer groß angelegten Online-Befragung beteiligt, die das Institut für Qualitätsmessung und Evaluation im Auftrag des Marburger Bundes durchgeführt hatte.

Neben den Arbeitszeiten kritisieren Experten noch eine weitere Entwicklung in hiesigen Krankenhäusern: Viele Kliniken suchen händeringend nach Personal, immer häufiger füllen Mediziner aus dem Ausland diese Lücken. Die Mediziner seien willkommen, auch an der fachlichen Qualifikation gibt es laut dem Verband in der Regeln nichts auszusetzen. Das Problem: Viele sprechen und verstehen häufig nicht genug Deutsch. Darunter leide die Kommunikation mit Patienten und Kollegen.

Aktuell plant das Bundesgesundheitsministerium Änderungen bei der Anerkennung ausländischer Ärzte und anderer Heilberufler. Der Marburger Bund kritisierte in einer Stellungnahme, dass auch dort nicht bundesweit einheitlich höhere Sprachkenntnisse vorgesehen seien.

Die Zahl der ausländischen Ärzte stieg seit 2011 um mehr als 4000 auf 32.548 im vergangenen Jahr, wie die Bundesärztekammer mitteilte. Vor zehn Jahren waren es nur halb so viele. Vor allem kleinere Krankenhäuser auf dem Land finden oft keine anderen Mediziner. Laut einer älteren Umfrage des Marburger Bundes sind an den Kliniken rund 12.000 Ärzte-Stellen unbesetzt.

lgr/dpa/AFP

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insgesamt 108 Beiträge
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1. Das...
ganta 11.03.2013
hab ich schon vor 10 Jahren gesagt, als ich mein erstes Praktikum in einer Klinik absolviert habe. Aber das wird sich nicht ändern. Deutschland ist ein kapitalistischer Staat geworden und hier regiert das Geld. Da interessieren übermüdete Ärzte oder geschädigte Patienten reichlich wenig, solang der Gewinn stimmt. Ich würde das als Arzt ja nicht mitmachen aber das muss wohl jeder für sich selber entscheiden.
2. Artikel richtig...
jorinde1968 11.03.2013
...Inhalt nicht neu. Das Problem ist nicht, dass ÄrztInnen zum Problem für uns PatientInnen werden, sondern dass sie es längstens sind und Artikel, deren Inhalt so auch schon vor zehn Jahren korrekt war, nicht helfen, wenn sich schlicht nichts ändert.
3. traurig,aber wahr!
kolibri73 11.03.2013
Besonders junge assistenzaerzte,die noch ihren facharzt machen wollen, werden gnadenlos mit ueber 60 wochenstunden verheizt.wer aufmuckt bekommt dieops die er zum.facherzt noch braucht eben nicht bzw erst viel spaeter zugeordnet. diese umstaende veranlasssen immer mehr klinikaerzte ihrerseits D den ruecken zu kehren und nach skandinavien zu gehen
4. Kein Wunder...
Vito.Andolini 11.03.2013
Zitat von kolibri73Besonders junge assistenzaerzte,die noch ihren facharzt machen wollen, werden gnadenlos mit ueber 60 wochenstunden verheizt.wer aufmuckt bekommt dieops die er zum.facherzt noch braucht eben nicht bzw erst viel spaeter zugeordnet. diese umstaende veranlasssen immer mehr klinikaerzte ihrerseits D den ruecken zu kehren und nach skandinavien zu gehen
Um Himmelswillen, lernen Sie erst einmal richtig deutsch zu schreiben, bevor Sie Patienten behandeln! Kein Wunder, wenn Sie nicht wie gewünscht Karriere machen. Wenn es in Skandinavien besser ist, dann gehen Sie doch dorthin!
5. Überstunden?
sertim 11.03.2013
Sehr viele arbeiten auch 100 Wochenstunden und freuen sich über nur 60...Die Realität in den Kliniken ist Lichtjahre entfernt von der verzerrten Wiedergabe in den Medien. Kein Hauch einer Chance auf Veränderung - es geht um viel Geld, um Business, nur nicht für die arbeitenden Ärzte und wenn nicht gespurt wird: es gibt genug andere, die mit den Hufen scharren.
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