Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

ThemaArbeitsloseRSS

Alle Artikel und Hintergründe


 

Langzeitarbeitslose Zahl der geförderten Jobs sinkt um ein Drittel

Arbeitslose in der Warteschlange: Mehr als eine Million Menschen sind länger als ein Jahr auf Jobsuche Zur Großansicht
ddp

Arbeitslose in der Warteschlange: Mehr als eine Million Menschen sind länger als ein Jahr auf Jobsuche

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist relativ gut, doch die Situation der Langzeitarbeitslosen verbessert sich kaum. Ihre Zahl hat sich seit 2013 kaum verringert - geförderte Jobs gibt es dagegen deutlich weniger.

Für Langzeitarbeitslose ist es oft die letzte Hoffnung: Ein staatlich geförderter Job soll den Rückweg in die Arbeitswelt ebnen. Doch die Zahl der geförderten Jobs für Langzeitarbeitslose ist in den vergangenen zwei Jahren um mehr als ein Drittel zurückgegangen: Sie sank von knapp 140.000 auf rund 84.000 Ende 2015.

Diese Angaben machte ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag und bestätigte damit einen Bericht der "Welt". Den weitaus größten Teil der im Dezember geförderten Anstellungen machten mit 76.000 die Ein-Euro-Jobs aus.

Als langzeitarbeitslos gilt, wer ein Jahr und länger auf der Suche nach einer Beschäftigung ist. Seit dem Amtsantritt von Arbeitsministerin Andrea Nahles blieb die Zahl der Betroffenen nahezu konstant: Im Dezember 2013 betrug sie laut BA 1,07 Millionen, im Dezember 2015 dann 1,04 Millionen.

Die grüne Arbeitsmarktpolitikerin Brigitte Pothmer beklagte in der "Welt" ein "katastrophales Missverhältnis". Nahles trete "als Schutzpatronin der Langzeitarbeitslosen auf", dabei sei die SPD-Politikerin für einen massiven Rückgang der Beschäftigungsangebote für diese Menschen verantwortlich.

Nahles hatte Ende 2014 ein Sonderprogramm für 33.000 Langzeitarbeitslose angekündigt. Im Dezember 2015 zählte dieses Programm aber nur 2278 Teilnehmer. Das Ministerium erklärte dazu, in dem Programm sei eine "gewisse Anlaufzeit systematisch vorgesehen". Die Teilnehmerzahlen bauten sich daher erst langsam auf.

Die Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 6,1 Prozent, die BA meldete zuletzt 2,681 Millionen Menschen ohne Job.

ler/dpa/AFP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Verwandte Themen
Die Säulen des Sozialsystems
Arbeitslosenversicherung
Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.
Krankenversicherung
Es gibt zwei Arten von Krankenversicherungen - die Gesetzliche (GKV) und die Private (PKV). Rund 90 Prozent der Erwerbstätigen sind in der GKV pflichtversichert. Der Beitragssatz beträgt aktuell 15,5 Prozent für alle Versicherten. Zusätzlich können die Krankenkassen vom Einkommen unabhängige Beiträge erheben. Seit Anfang 2009 fließen alle Beiträge in einen Gesundheitsfonds, aus dem sie an die Kassen verteilt werden. Der Zugang zur PKV steht nur Selbstständigen und Arbeitnehmern oberhalb einer Einkommensgrenze offen.
Rentenversicherung
Die Beiträge werden durch ein Umlageverfahren finanziert, bei dem die Berufstätigen die Leistungen der Rentner zahlen. Anhand der eingezahlten Beiträge wird die künftige Rentenhöhe errechnet. Zurzeit liegt der Beitragssatz bei 19,6 Prozent. Im Januar 2013 sinkt der Beitrag auf 18,9 Prozent. Das gesetzliche Renteneintrittsalter wird derzeit stufenweise von 65 Jahren auf 67 Jahre heraufgesetzt.
Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung ist die jüngste der Sozialversicherungen in Deutschland. Sie ist eine Grundversicherung, die einen Teil der Pflegekosten abdeckt.

Wer bekommt Hartz IV?
Die Politik führt eine heftige Debatte über die Weiterentwicklung von Hartz IV - doch wer bezieht die Arbeitslosenhilfe eigentlich? SPIEGEL ONLINE hat demografische Merkmale zusammengetragen.
Schulbildung
Schulabschluss Anteil in Prozent
Noch Schüler 4,2
Schule beendet ohne Abschluss 8,4
Sonder-/ Förderschule 1,2
Hauptschule 47,2
Realschule 29
Fachhochschule 1,9
Abitur 7,5
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Berufsbildung
Berufsbildung Anteil in Prozent
Schüler an allgemeinbildender Schule 4,4
Kein beruflicher Abschluss 37,5
Anlernausbildung, Hilfsjob 4,3
Lehre, betriebliche Ausbildung 36,6
Berufsfachschule 6,4
Meister, Techniker 3,2
Berufsakademie 0,8
Diplom (FH), Bachelor 2,2
Diplom (Uni) oder BA 3,0
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Migrationshintergrund
Migrationshintergrund Anteil in Prozent
Kein Migrationshintergrund 60
Selbst zugezogen 29,8
Mindestens ein Elternteil zugezogen 6,1
Mindestens ein Großelternteil zugezogen 2,2
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Behinderung
Behinderung Anteil in Prozent
Amtlich festgestellt 10,3
Nicht amtlich festgestellt 86,7
Antrag gestellt 2,9
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Schwerwiegende gesundheitliche Einschränkung
Schwerwiegende gesundheitliche Einschränkung Anteil in Prozent
Ja 27,8
Nein 71,9
Werte gerundet, fehlende Anteile zu 100 Prozent: keine oder falsche Angaben; Quelle: IAB "Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung"
Verweildauer
Viele Arbeitslose beziehen laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung über einen längeren Zeitraum Hartz IV. Im Dezember 2007 waren demnach 78 Prozent der Leistungsempfänger mindestens zwölf Monate ununterbrochen im Leistungsbezug. Bei rückläufigen Empfängerzahlen sank die Zahl der Langzeitbezieher kaum. ssu

Social Networks