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Speditionen in Not Brummis ohne Fahrer

Lastwagen auf einem Parkplatz an der A7: "Hohe psychische und körperliche Belastung" Zur Großansicht
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Lastwagen auf einem Parkplatz an der A7: "Hohe psychische und körperliche Belastung"

Deutsche Fuhrunternehmer suchen dringend nach Fahrern. Das Ende der Wehrpflicht hat das Problem verschärft, denn bei der Bundeswehr haben junge Männer früher oft den Lkw-Führerschein gemacht. Experten fürchten noch mehr übernächtigte Laster-Lenker auf den Straßen.

Tag und Nacht auf Autobahnen, Tausende Kilometer hinterm Steuer, Pausen auf Tankstellen. Immer weniger Leute wollen offenbar in der Welt der Brummis leben. Deutsche Speditionen suchen händeringend nach Lkw-Fahrern.

In einer Studie des TÜV Rheinland gaben rund 84 Prozent der befragten Unternehmen an, dass qualifizierte Berufskraftfahrer in den vergangenen Jahren "deutlich" fehlten. Knapp die Hälfte der Betriebe sei vom Fahrermangel betroffen. 53 Prozent schätzten die Nachwuchssituation als schlecht ein, weitere 31 Prozent beurteilten sie als "eher schlecht".

Der Fahrermangel habe mehrere Gründe: Schuld sei zum einen die vergleichsweise niedrige Bezahlung. Auch die "hohe psychische und körperliche Belastung" schrecke den potentiellen Nachwuchs ab. Zudem habe der Beruf in der Öffentlichkeit ein schlechtes Image.

Wettbewerb um Fahrer nimmt zu

Hinzu kommt eine Begleiterscheinung durch den Wegfall der Wehrpflicht: Immer weniger junge Erwachsene machen bei der Bundeswehr einen Lkw-Führerschein - und nutzen ihn dann hinterher für einen Job als Kraftfahrer. Die Zahl sei "rapide" gesunken, heißt es in der Studie. Offenbar sind nur wenige bereit, auf eigene Faust den entsprechenden Führerschein zu machen. Die Wehrpflicht war im Zuge der Bundeswehrreform am 1. Juli 2011 nach mehr als 50 Jahren ausgesetzt worden. Dies sorgt auch bei der Bundeswehr für Lücken.

In der Speditionsbranche nimmt der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter stark zu, die Beschäftigten wechseln häufig den Arbeitgeber. Laut der Umfrage ist die Fluktuation bei mehr als 90 Prozent der Unternehmen "eher stark" oder "stark".

Wenn die Situation weiter eskaliere, stehe die Verkehrssicherheit auf dem Spiel, sagt Jürgen Brauckmann, Vorstand Mobilität beim TÜV Rheinland. Die Fahrer seien überlastet und gestresst, das erhöht die Unfallgefahr. Brauckmann fordert daher politische Maßnahmen, wie zum Beispiel finanzielle Anreize für Betriebe, den Fahrernachwuchs zu fördern.

Der TÜV Rheinland hatte für die Studie nach eigenen Angaben Anfang des Jahres 2012 insgesamt 250 Speditionsunternehmen aus ganz Deutschland befragt.

lgr/dpa/dpa-afx

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insgesamt 158 Beiträge
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1. mein mitleid gegen diesem gejammer hält sich extrem in grenzen
Gebetsmühle 21.07.2012
Zitat von sysopDeutsche Fuhrunternehmer suchen dringend nach Fahrern. Das Ende der Wehrpflicht hat das Problem verschärft, denn bei der Bundeswehr haben junge Männer früher oft den Lkw-Führerschein gemacht. Experten fürchten noch mehr übernächtigte Laster-Lenker auf den Straßen. Lkw-Fahrer: Speditionen haben Nachwuchsprobleme - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,844566,00.html)
ich hab selten ein lächerlicheres gejammer gehört als das der spediteure. die zahlen den fahrern nur hungerlöhne und deutsche haben auf dem markt längst keine schangse mehr. seit 20 jahren fahren osteuropäer hin auf schrottlastern für 2 euro die stunde rum und zwar gern auch mal 20 stunden am stück. kaum einer schaltet sein obu an und zahlt maut. stattdessen werden mautbrücken über die dörfer umfahren. an unserem dorfkindergarten donnern 1000 lkws am tag vorbei, die von der autobahn runter und 20 km später wieder auf die autobahn drauf fahren. anzuliefern gibts hier nix. je weniger das werden, umso besser.
2.
Bidone 21.07.2012
Tja so ist das eben, wenn man seine Leute nur prekär bezahlt und keine Ausbildung leisten will. Früher haben die Fuhrunternehmer von der Ausbildung bei der Bundeswehr parasitiert, den ja der Steuerzahler gezahlt hat. In anderen Branchen gibt es eine Lehrlingsausbildung. Warum nicht auch bei den Spediteuren? Also selbst Schuld an der Misere. Aber vielleicht soll wieder der Steuerzahler einspringen...
3. oft frage ich mich, wie Deutschland es geschafft hat,
herr_kowalski 21.07.2012
Zitat von sysopDeutsche Fuhrunternehmer suchen dringend nach Fahrern. Das Ende der Wehrpflicht hat das Problem verschärft, denn bei der Bundeswehr haben junge Männer früher oft den Lkw-Führerschein gemacht. Experten fürchten noch mehr übernächtigte Laster-Lenker auf den Straßen. Lkw-Fahrer: Speditionen haben Nachwuchsprobleme - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,844566,00.html)
das völlig zerstörte Land wieder zu dem zu machen was es heute ist. Jeder ruft bei der kleinsten Schwierigkeit nach dem Staat. Ein Tip für Speditionen: Bezahlt Eure Fahrer anständig und nicht mit Hungerlöhnen von 1200 € netto dann habt ihr auch keine Nachwuchssorgen. Investiert in euer Gewerbe indem Ihr Führerschiene finanziert. Ein junger Mann kann es sich heute nicht mehr leisten, den LKW-Führerschein und den ganzen Rummel drumherum zu bezahlen. So einfach kann die Lösung dieses "Problems" sein.
4.
PublicTender 21.07.2012
Zitat von sysopDeutsche Fuhrunternehmer suchen dringend nach Fahrern. Das Ende der Wehrpflicht hat das Problem verschärft, denn bei der Bundeswehr haben junge Männer früher oft den Lkw-Führerschein gemacht. Experten fürchten noch mehr übernächtigte Laster-Lenker auf den Straßen. Lkw-Fahrer: Speditionen haben Nachwuchsprobleme - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,844566,00.html)
Ist doch super. Kriegen die Fahrer evtl. langsam mal eine vernünftige Bezahlung. Schätze aber dass es anders kommt. In Zukunft werden einfach mehr ost- oder südeuropäische Brummifahrer unterwegs sein.
5. Das Märchen vom Fachkräftemangel...
denkdochmalmit 21.07.2012
Zitat von sysopDeutsche Fuhrunternehmer suchen dringend nach Fahrern. Das Ende der Wehrpflicht hat das Problem verschärft, denn bei der Bundeswehr haben junge Männer früher oft den Lkw-Führerschein gemacht. Experten fürchten noch mehr übernächtigte Laster-Lenker auf den Straßen. Lkw-Fahrer: Speditionen haben Nachwuchsprobleme - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,844566,00.html)
...und auch hier wieder SPON´s Märchenstunde! Warum wird nicht einmal hinterfragt warum denn bei einem angeblichen Mangel an Fahrern die Löhne steigen, den bei Knappheit steigt doch der Preis? Einfach mal 5000€/Monat zahlen, schon hat man wieder Fahrer, so einfach ist das. Bei Ärzten geht es doch auch, aber hier wird wieder nur das selbe Märchen erzaählt das wir schon vom angeblichen Mangel an Ingenieuren kennen.. Langweilig !
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