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Männer in Frauenberufen "Sind das alles Ihre Kinder?"

Lästernde Kollegen, skeptische Kunden: Auch Männer werden im Beruf diskriminiert. Manche Jobs sind so fest in Frauenhand, dass die wenigen Männer dort um Gleichberechtigung ringen müssen. Wie ist es, als Tagesvater oder Sekretär zu arbeiten? Fünf Pioniere berichten.

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Kindergarten: Eine Aufgabe für ganze Männer?

Jeanne d'Arc, so will es die Legende, kämmte sich die Haare zurück und zog eine Kutte über, um in den Krieg zu ziehen wie ein Kerl. Heute sind Frauen in der Armee kein Naturereignis mehr - im Gegensatz zu Männern, die mit einer Horde Kinder auf dem Spielplatz spielen, die Frauen die Nägel lackieren oder fremde Wohnungen putzen.

Männer schrauben, lackieren und löten, Frauen schminken, erziehen und pflegen. Das klingt nach Klischee, nach Vorgestern, doch typische Frauen- und Männerberufe gibt es auch noch im Jahr 2011. Auf einen männlichen Erzieher, Kosmetiker oder Krankenpfleger kommen in Deutschland neun Frauen.

Das Statistische Bundesamt hat auf der Basis des Mikrozensus ausgewertet, welche Berufe Männer und Frauen in den vergangen 20 Jahren gewählt haben. Fazit: Seit 1991 hat sich kaum etwas verändert. Trotz aller Debatten über Gleichberechtigung und Initiativen wie dem "Girls Day" unterscheidet sich die Berufswahl von Männern und Frauen immer noch enorm.

Im Jahr 2009 waren 49 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen in Berufen tätig, die zu mehr als 80 Prozent von Menschen des eigenen Geschlechts ausgeübt wurden. Diese Zahlen haben sich auch seit dem Jahr 2000 kaum verändert.

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Die Statistiker begründen dies mit der Erziehung und traditionellen Rollenvorstellungen: Die klassischen Frauendomänen Erzieherin, Krankenpflegerin und Friseurin haben ein schlechtes Image - und bezahlt werden sie auch noch mickrig. Trotzdem gibt es sie, die männlichen Pioniere, die sich in weibliche Domänen wagen.

Fünf Männer in typischen Frauenberufen berichten hier, wie sie zu ihrem Job gekommen sind, mit welchen Vorurteilen sie zu kämpfen haben und warum sie trotz blöder Kommentare nicht mehr wechseln möchten:

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insgesamt 106 Beiträge
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1. "Sind das alles Ihre Kinder?"
AntiGravEinheit 06.10.2011
wurde ich gefragt, als ich den Geburtstag meiner damals 8jährigen Tochter ausrichtete und an dem heißen Sommertag ins Freibad ging. "Ja", sagte ich (5 waren eingeladen, also 6 Mädchen), "und die drei größten und das Baby sind noch zu Hause. Sind Sie etwa kinderlos?" Und schon hatte ich meine Ruhe ... man muß den Spieß einfach herumdrehen.
2. t
loncaros 06.10.2011
Eine "Gleichstellungsbeauftragte" die einen Satz wie den erwähnten von sich gibt ist selbst vollständig ungeeignet für diese Position. Aber als Frau darf man sich so etwas ja erlauben.
3. lala
bourne 06.10.2011
"Seit 1991 hat sich kaum etwas verändert. Trotz aller Debatten über Gleichberechtigung und Initiativen wie dem "Girls Day" unterscheidet sich die Berufswahl von Männern und Frauen immer noch enorm." Das ist ja schrecklich.. Ich verstehe das Problem dahinter einfach nicht. Frauen scheinen offenbar lieber in sozialen Bereichen zu arbeiten und die meisten Männer in technischen Berufen. Ich besuche derzeit ein technisches Gymnasium mit der Fachrichtung Datenverarbeitung. Von 20 Schülern sind 3 Mädchen. Das also auch im Jahr 2013 die meisten Informatikstudenten männlich sind, ist scheinbar unvermeidlich. Direkt gegenüber liegt die Schule für Soziales, dort ist es genau umgekehrt. 2013 werden also auch mehr Frauen ein Studium der Erziehungs -oder Ernährungswissenschaften aufnehmen, als es Männer tun. Es kann sich jeder für jede Schule und jeden Beruf bewerben, die Chancengleichheit ist also gegeben. Reine Interessensache. Dieser ganze Quotenirrsinn ist schrecklich. Wenn eine Frauenquote in Vorständen eingeführt wird, dann bitte auch in Maurerbetrieben! Nicht immer nur die Rosinen rauspicken!
4. Rollenklischees
prefec2 06.10.2011
Dass sich an der Aufteilung der Berufe kaum was ändert hängt doch sehr mit den transportierten Rollenbildern zusammen. Frauen gehen nicht in technische Berufe, weil Technik blöd ist. Solange diese Denkweise vorherrscht wird sich da nichts ändern. Frauen beanspruchen heute zwar in Reden Gleichbehandlung real wird dies aber von den wenigsten in Anspruch genommen. Die "neue Freiheit" drückt sich vielmehr darin aus, dass sie ewig als Mädchen durchgehen wollen und damit keine Verantwortung übernehmen wollen. Bei Männern sind analoge Verhaltensweisen zu beobachten. Das Problem ist auch, dass Frauen gerne dann in das retardierte Modell zurückfallen sobald sie den Punkt erreicht haben, dass Kidner doch toll wären. Zudem sind sie bei der Partnerwahl so aufgestellt, dass der Typ möglichst "männlich" sein muss. Wobei die geäußerte Wunschliste wie er sein sollte unddie gelebte Wunschliste meist nichts miteinander zu tun haben. Ein weiterer Grund für die Verteilung der Berufe ist neben dem Image auch die Anerkennung. Gerade für Männer ist es wichtig zu ihrer Arbeit stehen zu können. Dabei spielt die Bezahlung zwar einer Rolle, aber mehrnoch die Anerkennung in der Gesellschaft. So wird Erziehung hierzulande als einfach und von jedem gut bewältigbar angesehen. Deshalb ist in den Augen der Menschen Erzieher auch kein rechter Beruf. Hier wäre Aufklärung notwendig. Das Problem ist aber auch hier: Erzieher wurden bis her in Schulen ausgebildet. Lehrer zwar an Hochschulen. Dies aber nicht überall und ihr Studium ist z.T. kürzer als das von anderen Akademikern. Ferner haben die Lehrer allzulang einen schlechten Job gemacht. Das trifft besonders auf jene zu, die die Curricula entwickeln und diese in der Öffentlichkeit kommunizieren.
5. Gleichstellung?
dietmark. 06.10.2011
"Einmal hat mir eine ehemalige Staatssekretärin vorgeworfen, ich hätte als Mann nicht genug soziale Kompetenz für mein Amt." Ein solches Kommentar in anderer Situation, beispielsweise, Staatssekraeter zu Ingenieurin: Sie haben fuer diesen Job nicht die noetige technische Kompetenz, das waere doch sofort auf Seite 1 der Bild... So widersinnig ist die gesamte "Gleichstellungspolitik" in der BRD dass Gleichstellungsbeauftragte beinahe ausschliesslich Frauen sind. Wo bleibt hier die Maenner-quote? Geschlechtliche Gleichstellung per Definition des Wortes, bedeutet das jeder unabhaengig vom Geschlecht gleichgestellt ist, und nicht wie momentan implentiert eine rigorose Bevorzugung weiblicher Mitarbeiter/Bewerber etc..
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Männer und Frauen - die Führungsstile
46 Prozent der Befragten sehen deutliche Unterschiede im Führungsstil. Von ihnen beschreiben 26 Prozent Frauen als einfühlsamer und sensibler, insgesamt also als emotionaler. Kritik kommt auch von den eigenen Geschlechtsgenossinnen: 15 Prozent der befragten Frauen, die sich negativ über Chefínnen äußerten, geben an, dass weibliche Vorgesetzte konkurrenzorientierter auftreten; 12 Prozent beschreiben sie als dominanter und härter als Männer. Von denen wiederum sagen 9 Prozent, dass Frauen an der Spitze glaubten, "sich immer behaupten zu müssen".
Lob und Tadel
Insgesamt halten sich die Vor- und Nachteile im Chef-Gebaren die Waage. Frauen punkten vor allem beim Gespräch: Sie gelten als verständnisvoll, haben häufiger ein offenes Ohr für Probleme und sind großzügiger mit Lob und Anerkennung. Die Hälfte der Befragten sieht es als besondere Stärke, dass weibliche Vorgesetzte auch über ihr Privatleben sprechen. Männliche Vorgesetzte treten hingegen bevorzugt sachlich und bestimmend auf, dulden seltener Widerspruch. Insgesamt sieht die Studie allerdings nur recht geringe Unterschiede in den Urteilen von Mitarbeitern über männliche und weibliche Bosse.

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