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MBA-Rankings Das große Messen und Wiegen

So viele MBA-Programme, so viele Business Schools in aller Welt - schön, dass Ranglisten Orientierung geben. Aber allein darauf verlassen sollte sich bei der Entscheidung niemand. Denn die Rankings haben ihre Tücken und behängen die Top-Schulen nach oft seltsamen Kriterien mit Lametta.

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MBA-Ausbildung: Die weltweit besten Business Schools
Daumen hoch oder Daumen runter? Sie hoffen und sie bangen, denn für die großen Managerschulen weltweit kann die Veröffentlichung einer neuen MBA-Rangliste zum Entscheidungstag werden. Am 30. Januar war's wieder so weit: Die britische "Financial Times" (FT) veröffentlichte ihr jährliches Global MBA Ranking, bei dem die hundert besten MBA-Vollzeitstudiengänge international gekürt werden. An der Spitze stehen die üblichen Verdächtigen: die drei US-Top-Schulen Stanford, Harvard und Wharton. Die London Business School büßte ihren Spitzenplatz der letzten zwei Jahre ein und landete auf Platz 4, als beste europäische MBA-Schule. Erstmals schaffte es die Universität St. Gallen mit Rang 93 unter die Top 100 - als einzige Schule aus dem deutschsprachigen Raum.

Kaum etwas bewegt Interessenten für eine Ausbildung zum Master of Business Administration (MBA) mehr, als die Platzierung einer Schule in einem der großen Rankings, nicht selten gibt sie sogar den Ausschlag für die Entscheidung. Auch die MBA-Schulen warten stets mit größter Spannung auf ihre Bewertung, die kann Auf- oder Abwärtsspiralen in Gang setzen kann: Schneidet eine Schule gut ab, bekommt sie mehr und bessere Bewerber, damit auch mehr Studiengebühren. Weil sich Personalchefs ebenfalls gern an Rankings orientieren, rekrutieren sie bevorzugt Absolventen von gut gerankten Schulen. Die bekommen so schneller einen oftmals gut bezahlten Job, was sich wiederum positiv im nächsten Ranking positiv auswirkt.

Neben der "FT" ermittelt das britische Wirtschaftmagazin "Economist" jährlich die weltweit besten MBA-Vollzeitprogramme. Eher für den US-Markt relevant sind die Ranglisten von "Businessweek", "Wallstreet Journal", "Forbes" und "US News&World".

Sonderbare Achterbahnfahrten im Ranking

Aber jedes Ranking ist anders. Die Auswahl und Gewichtung der Kriterien ist sehr unterschiedlich, ebenso die Bewertungen. Aktuelles Beispiel: Stanford thront bei der "FT" auf dem Spitzenplatz, erreichte beim letzten "Economist"-Ranking aber nur Rang 8. Dort stand die amerikanische Tuck School of Business ganz oben - die "FT" führt sie lediglich auf dem 19. Platz.

Die Ranglisten sind fragwürdige Entscheidungshilfen, denn alle haben ihre Schwächen. Bei der "FT" ist es vor allem die Überbetonung des Gehalts: 40 Prozent der Bewertung werden durch das Gehalt und die Gehaltssteigerung - jeweils umgerechnet in Dollar - bestimmt. Zwecks globaler Vergleichbarkeit wird zudem das Gehalt entsprechend der Kaufkraftparität (Purchasing Power Parity, kurz PPP) an die lokale Kaufkraft angepasst.

Das führt zu teils absurden Verzerrungen, von denen vor allem Schwellenländer profitieren. Denn für einen Dollar kann man in China oder Indien nun mal mehr kaufen als in der Schweiz. So verdienen dem aktuellem "FT"-Ranking zufolge Absolventen des Indian Institute of Management (IIM) in Ahmedabad mit 175.000 Dollar fast doppelt so viel wie Absolventen der Universität St. Gallen mit 91.000 Dollar.

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Zehn Schritte zum MBA: Dieser Weg wird kein leichter sein
Anders geht der "Economist" vor. Hier entfallen je 35 Prozent der Bewertung auf neue Karrieremöglichkeiten und die persönliche Entwicklung/Bildungserfahrung - wie die Qualität der Professoren. 20 Prozent macht der Gehaltsanstieg aus, 10 Prozent zählt das Netzwerk-Potential. "Businessweek" lässt Studenten und Personalmanager die Programme bewerten; das "Wall Street Journal" lässt Absolventen und Unternehmen beurteilen, wie gut ein Programm Management und Führungsfähigkeit vermittelt. Und das Ranking des Wirtschaftsmagazins "Forbes" kennt nur ein Kriterium: Return on Investment, also die Rendite eines MBA-Studiums, gemessen am Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital - sprich den Kosten des Studiums.

Fast keine deutschen MBA-Schulen dabei

Das ist schon verwirrend genug. Und dazu kommen noch die rasanten, schwer erklärlichen Abstürze einiger Schulen. So erreichte die britische Henley Business School im "Economist"-Ranking 2010 noch Rang 17, ein Jahr später reichte es nur für Platz 57. Oder die britische Durham Business School: im "FT"-Ranking nun auf Rang 94 und damit satte 39 Plätze schlechter als im Vorjahr. Manche vermeintlichen Top-Schulen entpuppen sich gar als Eintagsfliegen, die in den nächsten Rankings überhaupt nicht mehr auftauchen.

Das nährt Zweifel, wie seriös die Bewertungsmethoden sind und welche Aussagekraft solche Ranglisten insgesamt haben. Fazit: Schneidet eine Schule in mehreren renommierten Ranglisten ordentlich ab, ist das ein Anhaltspunkt dafür, dass ihr Programm zu den besten gehört. Ob sie jedoch den 3. oder 15. Platz erreicht, das ist meist eher eine Frage der Bewertungskriterien.

Deutsche MBA-Schulen haben noch ein anderes Problem. Sie sind in den relevanten Rankings, zumindest bei den Vollzeit-Studiengängen, überhaupt nicht vertreten (mit Ausnahme der Mannheim Business School, im letzten "Economist"-Ranking auf Platz 42). Oft ist der Grund banal: Für die Ranking-Teilnahme braucht eine MBA-Klasse in den letzten drei Jahren mindestens 30 Teilnehmer; das haben nur sehr wenige deutsche Schulen.

Fünf Palmen für gehobene Gerüchte

Mal ist die Studentenzahl zu gering, mal fehlt die internationale Akkreditierung - jedenfalls bleibt vielen durchaus akzeptablen Schulen der Sprung in renommierte Rankings verwehrt.

Diese Marktlücke haben zahlreiche Anbieter fragwürdiger Rankings entdeckt. Die französische Beratungsfirma SMBG zum Beispiel kürt in ihrem "Eduniversal Ranking" jährlich die besten Business Schools in 153 Ländern und verleiht als Bestnote "fünf Palmen". Dabei bekommen Rektoren und Dekane von tausend ausgewählten MBA-Schulen für jedes einzelne Land die gleiche Frage gestellt: "Welche Business School würden Sie einem Interessenten empfehlen, der in dem jeweiligen Land studieren möchte?" Solche reinen Image-Maßstäbe haben eine Qualität zwischen Gerücht und Hörensagen - denn welcher Rektor kann schon guten Gewissens die Qualität einer Business School in Bhutan, Dschibuti oder im Jemen einschätzen?

Ich wär so gerne MBA...
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Die European Foundation of Management Development (EFMD), die auch das Akkreditierungs-Siegel EQUIS vergibt, beobachtet die Aktivitäten von Eduniversal daher mit großer Skepsis. Je mehr eine Schule mit solchen "Anerkennungen" werbe, desto mehr signalisiere sie, dass ihre Qualität nicht ausreiche, um fundierten Qualitätsbeweisen wie einer internationalen Akkreditierung oder der Platzierung in einem anerkannten Ranking standzuhalten, heißt es bei der Stiftung.

Bei der European Business School (EBS) im hessischen Oestrich-Winkel, gebeutelt durch den Skandal um den geschassten Ex-Präsidenten, ist das offenkundig noch nicht angekommen. Zweimal scheiterte die Schule bereits bei der wichtigen EQUIS-Akkreditierung - und verkündete Ende Oktober dann stolz: "Im aktuellen Eduniversal Ranking unter den tausend besten Business Schools weltweit wurde die EBS mit fünf Palmen ausgezeichnet und zählt damit zur Spitzenkategorie 'Universal Business Schools with major influence'."

  • Helga Kaindl
    KarriereSPIEGEL-Autorin Bärbel Schwertfeger ist freie Journalistin in München. Sie schreibt seit 20 Jahren über das Thema MBA und betreibt das Blog "Schwertfeger-MBA-Channel".

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insgesamt 6 Beiträge
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    Seite 1    
1. Ich verstehe
spongie2000 14.03.2012
Ich verstehe immer noch nicht, wie gerade die amerikanischen Unis solche Top-Noten bekommen. Meine Uni hat viele Austauschprogramme mit den Universitäten und jeder der da war erzählt das gleiche: Als Student kann man kaum durchfallen, die 1,0 werden einem nachgeschmissen. Eigentlich auch logisch. Wer bezahlt 20.000 Dollar im Semester damit sein Sohn ein 3,7 bekommt? Tatsächlich halte ich inzwischen deutsche Universitätsabgänger für die Besten. Nicht aus Patriotismus, sondern weil in Deutschland tatsächlich jeder die weitesgehend die gleichen Chancen hat und die Unis kein Interesse daran haben, möglichst viele zahlungswillige Studenten zu behalten, oder mit Top-Noten zu beschenken. So werden hier die besten aussortiert und gelehrt.
2. 1=1.0
Jens Schuetz 14.03.2012
Zitat von spongie2000Ich verstehe immer noch nicht, wie gerade die amerikanischen Unis solche Top-Noten bekommen. Meine Uni hat viele Austauschprogramme mit den Universitäten und jeder der da war erzählt das gleiche: Als Student kann man kaum durchfallen, die 1,0 werden einem nachgeschmissen. Eigentlich auch logisch. Wer bezahlt 20.000 Dollar im Semester damit sein Sohn ein 3,7 bekommt? Tatsächlich halte ich inzwischen deutsche Universitätsabgänger für die Besten. Nicht aus Patriotismus, sondern weil in Deutschland tatsächlich jeder die weitesgehend die gleichen Chancen hat und die Unis kein Interesse daran haben, möglichst viele zahlungswillige Studenten zu behalten, oder mit Top-Noten zu beschenken. So werden hier die besten aussortiert und gelehrt.
Nun mal halblang. Natuerlich kann man mit Deutschem Abitur in den ersten Semestern leicht punkten. Die Amis muessen eben Integralrechnung und aehnliches erst an der Uni lernen. Danach geht es aber richtig los. Bei gehobeneren Studiengaengen wie Masters (MBA) oder PhD sieht es dann schon anders aus. Ausserdem redet man hier nur vom Notendurchschnitt. Wenn alle eine 1 haben, dann ist trotzdem noch der mit der besseren 1 der bessere. Das weiss auch jeder und deshalb guckt man sich die Noten bis auf die Stellen nach dem Komma genau an. Hast du in Deutschland nun 1, 2, 3, 4, 5 gibt es bei den Amis eben 1 1,1 1,2 ... usw. Am Ende sagt dir das im Vergleich zu Mitstudenten 100% das gleiche. Wenn du als Ausstauschstudent dir aber nun eine Amerikanische 1.4 in Deutschland als eine glatte 1 anrechnen lassen willst, hast du betrogen und nicht die Ami Schule.
3. Ranking Schmanking
cinci 14.03.2012
Das Problem mit den Rankings ist ja zu verstehen, wie sie zustande kommen. Leider macht sich kaum jemand die Mühe, die Methodik zu lesen und zu hinterfragen, warum die Unis so abschneiden, wie sie abschneiden. Statistiken über Einstiegsgehälter oder die Anzahl der Studenten, die bei Fortune 500 Firmen einsteigen, sagen leider wenig über die Qualität der Ausbildung aus. Trotzdem ist der Druck bei den Unis groß, sich ein gutes Ranking zu "erarbeiten", etwa in dem gezielt versucht wird, Studenten in großen Firmen unterzubringen. Ranking = Reputation = Money. Meine Universität (Thunderbird) hat mit den Rankings immer ein Problem. Sie hat einen außergewöhnlich hohen Anteil an Abgängern, die im Non-Profit Bereich einsteigen. Entsprechend niedriger sind die Durchschnittsgehälter. Das kostet die Uni in bestimmten Rankings gleich eine ganze Reihe an Plätzen. Wir haben außerdem viele Studenten, die nach dem Studium reisen oder Freiwilligendienste absolvieren. Diese fallen natürlich negativ ins Gewicht wenn analysiert wird, wie schnell Absolventen nach dem Studium einen Job haben (ob sie überhaupt einen gesucht haben, wird dabei nicht berücksichtigt). Wie bei Statistiken gibt es eben hinter den Rankings auch immer "Geschichten". Deshalb kann ich auch verkraften, dass mein MBA-Programm nur auf Platz 89 landet. Dafür sind wir im Vergleich der International Management MBAs schon seit Jahren Weltspitze :-)).
4.
querdenker34 14.03.2012
Zitat von spongie2000Tatsächlich halte ich inzwischen deutsche Universitätsabgänger für die Besten. Nicht aus Patriotismus, sondern weil in Deutschland tatsächlich jeder die weitesgehend die gleichen Chancen hat und die Unis kein Interesse daran haben, möglichst viele zahlungswillige Studenten zu behalten, oder mit Top-Noten zu beschenken. So werden hier die besten aussortiert und gelehrt.
Naja, ich habe einen Executive MBA an der London Business School (uebrigens nett dass die als eine der renomiertesten Adressen in Europa auch mal auf Spiegel online genannt wird) gemacht und kann das nicht bestaetigen - und das nach einem kompletten Jurastudium an einer der besten juristischen Fakultaeten in Deutschland und mehr als vier Jahren Berufspraxis. Wenn ich meine MBA-Klasse mit meinen Seminaren in Deutschland vergleiche hatte ich den Eindruck dass nach dem Bewerbungsverfahren an der LBS eine Gruppe der intelligentesten und besten Leute aus ganz Europa zusammengekommen ist. Und das ist aus meiner Sicht einer der wesentlichen Vorteile einem guten MBA Programm: Man lernt viele aussergewoehnliche Leute kennen und erweitert seinen persoenlichen Horizont ungemein. Die sind uebrigens alles andere als abgehoben, die meisten sind sehr nette Leute mit dem unterschiedlichsten Lebenslaeufen: Vom kolumbianischen Ingenieur bei BP bis zu einem ehemaligen Cambridge Philosophie-Studenten, der Jahre im Advertisement gearbeitet hat. Mit "zahl mal richtig Geld und kriege nur 1er" wie Du schreibst war es da auch nichts. Die Bewertung an der LBS ist kompetitiv, die Zahl der A+, As, Bs und Cs, die vergeben werden, ist vor jeder Pruefung festgelegt. Und glaube mir, mein Professor in Advanced Financial Statement Analysis war was das Leistungsniveau anging alles andere als kompromissfreudig ... Fuer mich waren das die haertesten 2 Jahre meines Lebens - aber auch die Jahre, die die mich persoenlich am meisten weitergebracht haben.
5. Rankings und MBA
prefec2 15.03.2012
Zitat von sysopSo viele MBA-Programme, so viele Business Schools in aller Welt - schön, dass Ranglisten Orientierung geben. Aber allein darauf verlassen sollte sich bei der Entscheidung niemand. Denn die Rankings haben ihre Tücken und behängen die Top-Schulen nach oft seltsamen Kriterien mit Lametta. MBA-Rankings: Das große Messen und Wiegen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,821313,00.html)
In der Bologna-Zone ist der Master of Business Administration kein geschützter Begriff und somit kein Titel mit irgend einem Wert. An Universitäten in der Bologna-Zone sind diese Abschlüsse Master of Arts oder Master of Sciences (sehr selten) in Business Administration. Was die Rankings betrifft, so sind diese alle unzureichend wenn es um die Bewertung der Studiumsqualität geht. US-Unis wie Harvard haben allein deshalb ein gute Ergebnis, weil die Absolventen gute Jobs bekommen. Das ist aber hauptsächlich der guten Vernetzung der Uni und der Alumni-Strukturen zu verdanken und hat nichts mit dem Studium an sich zu tun. Darüber hinaus ist das Klientel an diesen Unis bereits vorher oft privilegiert und somit näher an den hochdotierten Jobs dran. Deutsche Unis haben hier durchaus Probleme zu punkten, da sie zwar eine gute Ausbildung bieten, aber beim Placement eben nur durchschnittlich sind. Private Business Schools sind zwar besser beim Placement, aber ihre Studiengänge sind meist Substandard wenn man sie mit universitären Ausbildungen auf Curriculumsebene vergleicht.
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