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Mehr Geld im Ruhestand Wie Rentner hinzuverdienen können

Seniorin als Nachhilfelehrerin: Zahl der arbeitenden Rentner steigt Zur Großansicht
DPA

Seniorin als Nachhilfelehrerin: Zahl der arbeitenden Rentner steigt

Über 760.000 Deutsche im Rentenalter gehen Minijobs nach - weil sie wollen oder weil sie müssen und mit der Rente nicht auskommen. Damit ihnen möglichst viel Geld bleibt, müssen sie einige Regeln beachten.

  • Arbeiten ab 65 Jahren

Wer bereits die Regelaltersgrenze von mindestens 65 Jahren erreicht hat, kann grundsätzlich unbegrenzt Geld hinzuverdienen, ohne dass es die Rente schmälert. Allerdings haben die Einkünfte unter Umständen Einfluss auf die Höhe einer Hinterbliebenenrente und der Krankenversicherungsbeiträge. Außerdem müssen die zusätzlichen Einkünfte versteuert werden.

  • Berufstätige Frührentner

Wenn Frührentner im Ruhestand weiter arbeiten, müsse sie Hinzuverdienstgrenzen beachten. Beim Überschreiten dieser Grenzen kann sonst ihre Rente gekürzt werden, wie die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin erläutert. Wer vor der gesetzlichen Altersgrenze in Rente geht, muss eine generelle Grenze von 400 Euro brutto im Monat beachten.

Bei einem höheren Verdienst wird die Rente nur noch anteilig gezahlt. Unter Umständen kann sie sogar ganz entfallen. Eine Ausnahme: Zweimal im Jahr dürfen Rentner die Grenze bis zum doppelten Wert überschreiten. In zwei Monaten sind also Einkünfte bis zu 800 Euro zulässig.

  • Antrag auf Teilrente

Wer mehr Geld abzugsfrei hinzuverdienen möchte, kann eine Teilrente beantragen. Sie wird in drei Stufen gewährt: als Zwei-Drittel-Teilrente, als Ein-Halb-Teilrente oder als Ein-Drittel-Teilrente. Die Hinzuverdienstgrenzen werden dabei individuell berechnet. Grundlage ist das Gehalt der letzten drei Kalenderjahre vor Beginn der ersten Altersrente. Es kommt auch darauf an, ob der Verdienst in den alten oder neuen Bundesländern erzielt wurde.

  • Zum Beispiel…

Eine Beispielrechnung anhand des Durchschnittsentgelts der deutschen Arbeitnehmer: Wer in den letzten drei Kalenderjahren vor Rentenbeginn stets 2703 Euro monatlich verdient hat, kann bei einer Zwei-Drittel-Teilrente im Westen 1023 Euro hinzuverdienen, im Osten 908 Euro. Bei einer Ein-Drittel-Teilrente liegt die Hinzuverdienstgrenze im Westen bei 1968 Euro und im Osten bei 1747 Euro.

dpa/jol

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Altersteilzeit
Schade auch - eine Bilanz
"Beliebt, aber nicht zukunftsgerecht" - so fiel das Urteil des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur Altersteilzeit aus. Zum Ende der staatlichen Förderung zog das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit eine ernüchternde Bilanz.
Eigentlich beliebt,...
Seit 1996 gibt es das Altersteilzeitgesetz und die Zuschüsse der Arbeitsagenturen. Ende 2007 waren 540.000 Personen in Altersteilzeit. Damit nutzte zuletzt jeder sechste sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Alter zwischen 55 und 65 Jahren die Regelung.
...aber nur in einer Variante
Die Möglichkeit, statt reduziert weiterzuarbeiten einfach früher in den Ruhestand zu gehen, wurde erst auf Druck der Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften ins Altersteilzeitgesetz aufgenommen. Zum Schluss ist in den Betrieben fast nur noch Altersteilzeit nach dem Blockmodell vereinbart worden. Ende 2007 machten 88 Prozent der geförderten Arbeitnehmer Altersteilzeit nach dem Blockmodell, lediglich 12 Prozent arbeiteten in echter Teilzeit.
Liebling der Büroarbeiter...
Auch hier hat sich die Altersteilzeit ganz anders entwickelt als beabsichtigt: Vor allem in den vermeintlich "verschleißfreien" Büroberufen gingen die Beschäftigten in Altersteilzeit. Vorne lagen unter anderem die Bank- und Versicherungsbranche, öffentlicher Dienst und Verwaltung. Menschen in körperlich belastenden Berufen dagegen nutzten die Altersteilzeit dagegen eher selten. Der Grund: Viele Beschäftigte in diesen Berufen konnten sich einen weiteren Gehaltsverzicht während der Altersteilzeit schlicht nicht leisten.
...und Liebling der Unternehmen
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