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Mythen der Arbeit Der Fachkräftemangel kostet jährlich 30 Milliarden Euro - stimmt's?

Altenpflege: Einer der Bereiche, in denen Arbeitskräfte dringend gesucht werden Zur Großansicht
dapd

Altenpflege: Einer der Bereiche, in denen Arbeitskräfte dringend gesucht werden

Man nehme eine Zahl fehlender Fachkräfte und multipliziere eifrig - heraus kommt ein horrender Schaden für die deutschen Unternehmen, jedes Jahr. So einfach funktioniert Wirtschaft aber nicht, warnt Arbeitsforscher Joachim Möller. Die größten Probleme der Betriebe liegen ganz woanders.

"Der Fachkräftemangel führt zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden: Dem deutschen Mittelstand entgehen Umsätze in Höhe von hochgerechnet rund 30 Milliarden Euro", schreibt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in ihrem Mittelstandsbarometer 2011. Die Meldung wurde von vielen Medien aufgenommen - beispielsweise vom "Tagesspiegel", der "Welt" oder dem "Focus".

Bereits im Oktober 2008 hatte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums den Wertschöpfungsverlust aufgrund der Fachkräftelücke berechnet und mit 28,5 Milliarden beziffert - als Untergrenze. Schon damals berichteten viele Medien.

Die oben genannten Zahlen weisen auf eine beträchtliche Größenordnung der Wertschöpfungsverluste hin, immerhin deutlich über ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Andererseits gibt es Stimmen, die die Existenz eines Fachkräftemangels in Deutschland gänzlich bezweifeln. Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat dazu in einer wissenschaftlichen Untersuchung Munition geliefert. Für ein generell knappes Arbeitskräfteangebot lassen sich nach seiner Aussage derzeit keine Belege finden.

Handelt es sich beim Fachkräftemangel nun also um einen Phantomschmerz der Unternehmen oder um ein reales Problem mit hohen zweistelligen Milliardenverlusten für die Volkswirtschaft?

Nur ein geringer Anteil der Betriebe meldet Arbeitskräfte-Engpass

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) befragt regelmäßig eine repräsentative Auswahl deutscher Betriebe zur Stellenbesetzung. Dabei wird auch die Frage gestellt, ob die wirtschaftliche Aktivität derzeit Einschränkungen unterliegt. Je nach Konjunktursituation bejahen diese Frage etwa zwischen einem knappen Drittel und der Hälfte der Betriebe.

Fragt man genauer nach den Gründen für die Aktivitätshemmnisse, so stellt sich heraus, dass als häufigster Grund ein Mangel an Nachfrage nach den Gütern und Diensten des Betriebs angegeben wird. Erst mit deutlichem Abstand folgt ein Mangel an Arbeitskräften. Den aktuellsten Zahlen zufolge melden etwa 36 Prozent der Betriebe Einschränkungen der Aktivität, bei 23 Prozent ist Nachfrageschwäche der Grund dafür. Nur etwa acht Prozent verweisen auf Arbeitskräfteknappheit. Der Rest entfällt auf sonstige Gründe.

Die Zahlen belegen, dass Arbeitskräfteknappheit für die große Mehrheit der Betriebe offenbar kein akutes Problem ist. Viel häufiger als Arbeitskräftemangel scheint eine unzureichende Auftragslage die wirtschaftliche Aktivität zu beschränken. Es kommt aber niemand auf die Idee zu berechnen, wie viel Wertschöpfung der Volkswirtschaft durch Nachfragemangel entgeht.

Niedrige Löhne sprechen gegen allgemeinen Fachkräftemangel

Der Anteil der Betriebe, der derzeit Arbeitskräfteknappheit als Grund für Produktionseinschränkungen meldet, ist im Übrigen auch im zeitlichen Vergleich keineswegs außergewöhnlich hoch. Zwar übertrifft er die Werte von gut fünf Prozent, die man in Zeiten besonderer Arbeitsmarktschwäche, etwa im Krisenjahr 2009, findet. Im Jahr 2008 lag der Anteil ähnlich hoch und am Ende der neunziger Jahre sogar höher als am aktuellen Rand.

Zwei weitere Argumente sprechen dafür, dass Fachkräftemangel derzeit noch kein generelles Problem in Deutschland darstellt. Das erste betrifft das Verhältnis von offenen Stellen und Arbeitslosen. Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene gibt es knapp eine Million unbesetzter Arbeitsstellen, aber eine Unterbeschäftigung von rund vier Millionen - wenn man neben den Arbeitslosen auch die nicht offiziell als arbeitslos registrierten Personen mitzählt. Immer noch kommen also auf einen nicht besetzten Arbeitsplatz rechnerisch rund vier Personen, die keine Beschäftigung haben. Auch wenn in vielen Fällen die Arbeitslosen nicht notwendigen Qualifikationen aufweisen oder regional nicht dort verfügbar sind, wo man sie braucht: Es ist insgesamt noch ein großes Potential ungenutzter Arbeitskräfte in Deutschland vorhanden.

Ernst zu nehmende Engpässe in bestimmten Bereichen

Das zweite Argument bezieht sich auf die Lohnentwicklung. Eine eklatante Mangelsituation müsste zu deutlich sichtbaren Lohnsteigerungen bei den gesuchten Fachkräften führen. Diese sind jedoch in der Breite nicht feststellbar, wie etwa auch Karl Brenke in seiner Studie nachweist.

Nun könnte man geneigt sein, das vermeintliche Problem des Fachkräftemangels zu den Akten zu legen. Das wäre jedoch sehr voreilig. Eine Reihe von Indizien spricht dafür, dass wir zwar derzeit keinen allgemeinen Fachkräftemangel in Deutschland haben, sehr wohl aber ernst zu nehmende Engpässe in bestimmten Berufen, Industrien und Regionen. Und zugleich muss man davon ausgehen, dass sich das Problem auf mittlere Sicht aufgrund der demografischen Entwicklung noch gravierend verschärfen wird.

Die bereits erwähnte IAB-Erhebung fragt auch, wie hoch der Anteil der besonders schwer zu besetzenden an allen offenen Stellen ist. Aktuell werden 26 Prozent der offenen Stellen als schwer zu besetzen klassifiziert. Dies ist immerhin mehr als ein Viertel und markiert einen Höchststand seit vielen Jahren. So lagen die Vergleichszahlen im Boomjahr 2008 bei knapp unter 20 Prozent, im Krisenjahr 2005 sogar nur bei rund 13 Prozent. Der derzeit hohe Anteil schwer zu besetzender Arbeitsstellen signalisiert, dass an der Rede von Fachkräfteengpässen schon etwas dran ist.

Weniger Drama täte dem Thema gut

Weitere Anzeichen für bestehende oder sich abzeichnende Engpässe ergeben sich aus der Zeitspanne zwischen dem von den Firmen gewünschten Besetzungstermin einer Arbeitsstelle und der tatsächlichen Besetzung, der so genannte "Vakanzzeit". Sie lag im letzten Jahr im Mittel bei 56 Tagen und ist bis zum September 2011 nach Ausschaltung von Saisoneinflüssen auf 67 Tage angestiegen. Dieser Wert ist im historischen Vergleich keineswegs dramatisch, in einzelnen Berufen liegt er aber noch weitaus höher. Spitzenreiter bei den Vakanzzeiten sind so unterschiedliche Berufe wie Ärzte (152 Tage), Flugzeugmechaniker (111 Tage) und Krankenschwestern (106 Tage). Die hohen Vakanzzeiten sowohl im Bereich von Gesundheit und Pflege als auch im technischen Bereich zeigen Engpässe an.

Darüber hinaus ist auch regional zu differenzieren. Es überrascht nicht, dass es in Regionen mit einer Arbeitslosigkeit unter drei Prozent - wie inzwischen in einer Reihe von süddeutschen Arbeitsmarktbezirken - viel schwieriger ist, zusätzliche Kräfte zu mobilisieren, als dort, wo die Arbeitslosenquoten noch zweistellig sind.

Wie hoch derzeit die Umsatzverluste durch Fachkräfteengpässe sind, lässt sich kaum seriös bestimmen. Die anfangs genannte Zahl von 30 Milliarden beruht auf einer Reihe von Annahmen, die sich kritisch hinterfragen lassen. Da ist zum einen die Berechnung der fehlenden Fachkräfte. Karl Brenke hat in seiner Studie überzeugend dargelegt, dass vielfach mit überhöhten Zahlen operiert wird. Zum anderen erleidet die deutsche Volkswirtschaft nicht zwingend einen Wertschöpfungsverlust, wenn ein Unternehmen wegen fehlender Personalkapazitäten einen Auftrag nicht annehmen kann. Das wäre nur dann der Fall, wenn der Auftrag dann gar nicht oder von ausländischen Konkurrenten ausgeführt wird, nicht aber, wenn ein deutscher Mitbewerber zum Zuge kommt.

Man darf also die angenommenen Umsatzverluste nicht einfach addieren und als volkswirtschaftlichen Verlust ausgeben. Und schließlich ist anzumerken, dass es trotz Arbeitskräfteknappheit Möglichkeiten für den Betrieb gibt, die Arbeit erledigen zu lassen - beispielsweise durch Überstunden, durch Zeitarbeitskräfte oder durch Subunternehmer.

Auf breiter Front kann von Fachkräftemangel in Deutschland noch keine Rede sein. In bestimmten Berufen und Regionen wird es aber allmählich eng. Diese Tendenz wird sich angesichts der demografischen Trends aller Voraussicht nach noch verstärken. Deshalb sollten Strategien der Fachkräftemobilisierung eingesetzt werden, die den Problemdruck zumindest lindern können. Dies schließt auch gesteuerte Zuwanderung ein. Insgesamt täte weniger Dramatisierung dem Thema gut.

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1. Danke
yang0815 15.11.2011
Danke für diese Serie. Es wird schön, fundiert, nachvollziehbar und unaufgeregt über aktuelle Themen gesprochen, ich lese das sehr gerne. Am meisten hat mir ja die Aussage in einem der Artikel zu denken gegeben, dass Wirtschaftslehre ungleich Vorhersage von Ereignissen ist, sondern nur Zusammenhänge erklärt. Mit ein wenig Nachdenken komplett offensichtlich, aber diesen Denkanreiz muss man erst einmal bekommen!
2. .
peter234 15.11.2011
Wie heißt es immer bei der Marktwirtschaft? Angebot und Nachfrage. Höheres Angebot an Arbeit senkt den Preis, d.h. die Löhne. Ich denke das ist der Grund warum der Lobbyverband der Arbeitgeber den Mythos Fachkräftemangel erfunden hat. Tatsache ist aber, daß 50Jährige Ingenieure keine Arbeit mehr finden, weil Unternehmer aus irgendwelchen Gründen dem MTV Jugendwahn hinterherlaufen.
3. Nein, ich bin nicht Herr Hundt,
DaddyWuff 15.11.2011
aber bevor der seinen Senf dazu gibt, {das Bild krieg' ich nicht mehr weg [Hundt!Gib' Senf]} hab ich mal ne Frage. Ist es wirklich so, dass ein Mensch bei Zahlen mit mehr als 3 Stellen überfordert ist und immer einen Punkt nach 3 Stellen setzt? Falls Ja, wundert es mich nicht, dass solche Zahlen unrecherchiert veröffentlicht werden. 30.000.000.000 € || Annahme: 1 Stück kann zu 100 Geldeinheit verkauft werden = Produktion von 300.000.000 Stück || 1 Stückhersteller ist mit 5.000 Geldeinheiten monatlich produktiv = 50 Stück pro Monat = 600 Stück pro Jahr || 300.000.000 Stück pro Jahr geteilt durch 600 Stück/Stückhersteller ergibt doch sage und schreibe 5.000 neue Stückhersteller, die notwendig sind! Beliebig erweiterbar!!!
4. Selbst ausbilden
marlene1960 15.11.2011
Viele Firmen bilden gar nicht mehr selber aus oder erwarten Auszubildende mit vielen Praktika, am besten noch 10 Jahre Berufserfahrung. Mein Sohn sucht seit Jahren eine Ausbildungsstelle. Er hat die "Mittlere Reife", jedoch keine Praktika, da diese bei uns in der Gegend so gut wie gar nicht angeboten werden. Für nicht vergütete Praktika soll er dann halt pendeln. Aber keiner ersetzt die Fahrtkosten. Diese sollen dann die Eltern bezahlen. Wie wäre es, wenn die Firmen ihre Anforderungen mal herunterschrauben und den jungen Leuten eine Chance geben. Sie würden sich wundern, wie viele junge Leute arbeitswillig sind, wenn man sie lässt. Für die Firmen hätte es den Vorteil, dass sie Arbeitskräfte nach Maß hätten.
5. sehr guter Artikel
seroga87 15.11.2011
Danke Herr Möller für diesen sehr guten Artikel. Sie sprechen mir aus der Seele. Ich kann dieses geheule der Arbeitgeberverbände schon nicht mehr hören. Diese versuchen mit einem großen Aufwand und Lobbyarbeit in der Politik diesen Mythos zu verbreiten und für sich zu nutzen. Es ist natürlich richtig, dass wir wegen dem demographischen Wandels in Zukunft im Personalbereich Probleme kriegen werden. Das aber was unter anderem die FDP in ihrem Koalitionsausschuss letzte Woche mit der CDU vereinbart haben (Einkommensgrenze gesenkt), dient nur dazu den Lohn jetzt schon zu drücken. Man holt sich einfach jetzt schon Arbeitskräfte aus dem Ausland um die Löhne niedrig zu halten. Wozu meine junge Generation unterstützen und ausbilden, lieber hole ich mir die Arbeitskräfte aus dem Ausland die arbeiten gerne für die Hälfte. Diese Rechnung wird aber auf Dauer nicht aufgehen. Das weiß die Wirtschaft aber zu gut.
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Zum Autor
IAB
Der Volkswirt Joachim Möller (Jahrgang 1953) ist seit 2007 Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Die Forschungsstelle gehört zur Bundesagentur für Arbeit. In seiner regelmäßigen Kolumne auf KarriereSPIEGEL rückt er falsche Gewissheiten über die Arbeitswelt zurecht.
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