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Karriere mit noblen Namen König schlägt Bauer

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Schachmatt! Wer König oder Kaiser heißt, hat's beruflich offenbar leichter

Die Kollegen Becker, Koch oder Fischer müssen jetzt ganz tapfer sein: Sie werden seltener Chef als Herr Kaiser oder Herr König. Eine Studie zeigt, dass Nachnamen edlen Klanges leichte Karrierevorteile bringen.

Manchmal ist das Leben so ungerecht. Auf dem Berufsweg hat jeder sein Päckchen zu tragen, ohne es komplett selbst schnüren zu können. Mit dem Einfluss von Geschlecht und Herkunft etwa haben sich schon etliche Forscher beschäftigt, ebenso mit dem Faktor Attraktivität - zumeist mit dem Ergebnis, dass blendendes Aussehen klare Vorteile auf dem Arbeitsmarkt bringt und sich auch buchstäblich auszahlt, beim Einkommen nämlich. Andererseits rieten israelische Wissenschaftler schönen Frauen, ihren Bewerbungen besser kein Foto beizulegen.

Namen können ebenfalls eine Rolle spielen: Dass Kevin kein Vorname ist, sondern eine Diagnose, ist inzwischen bekannt. Warum Sophie und Alexander Glück haben, zeigte eine Master-Arbeit - manche vorurteilsbeladenen Lehrer halten sie für leistungsstärker als Kinder, die Chantal oder Justin heißen.

Doch jetzt naht Trost für all die Marvins und Justins, Mandys und Jaquelines da draußen, denen schon seit Grundschultagen weniger zugetraut wird als Maximilian und Charlotte: Ein aristokratisch klingender Nachname kann helfen - sofern man denn einen hat. Eine aktuelle Studie zweier Forscher aus Cambridge und Paris ("It Pays to Be Herr Kaiser") zeigt nämlich, wie sich der Familienname auf die Karriere auswirkt.

Guten Tag, Herr Kaiser!

Wessen Name royal klingt, wer also etwa König oder Kaiser heißt, hat eine höhere Chance auf eine gehobene Management-Position als der Durchschnitt. Birgt der eigene Name jedoch Hinweise auf beruflich niederen Status oder einfaches Handwerk, schaut es schlechter aus mit der Führungsposition: Herr Schuster oder Frau Becker sind tendenziell unterdurchschnittlich im Management vertreten.

Die Arbeits- und Organisationspsychologen Raphael Silberzahn und Eric Luis Uhlmann werteten rund 223.000 Datensätze des Karriere-Netzwerks Xing aus - nach Nachnamen und Position. Sie wählten die 100 üblichsten Nachnamen und ergänzten Namen edlen Klanges wie König, Kaiser oder Fürst. Ergebnis: Bei den vermeintlich Adeligen sind pro 100 Fällen zwei mehr als Führungskraft tätig als erwartet (2,7 Prozent). Bei den berufsnahen Nachnamen ist es ein Manager weniger als erwartet unter 100 (1,1 Prozent).

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Die Abweichungen sind nicht überwältigend groß, fallen aber nach Überzeugung der Forscher statistisch ins Gewicht - und schon dass es sie überhaupt gibt, ist verblüffend. "Für eine reine Korrelationsstudie ist das ein signifikanter Wert", so Autor Silberzahn. "Wir wollten untersuchen, ob neben der Körpergröße oder markanten Gesichtszügen der Nachname ein weiterer unbewusster Faktor ist in der Beurteilung von Menschen. Es ist kein Zufall, dass sich Schauspieler wie Tom Cruise Künstlernamen geben oder dass eine Werbefigur für eine Versicherung 'Herr Kaiser' hieß - und eben nicht 'Herr Bauer'. In der Tat finden wir in unserer Studie, dass in der Gruppe von Leuten mit zehn adelig klingendem Nachnamen wie Ritter, König, Kaiser ein höherer Anteil als Führungskraft arbeiten als bei Leuten in der Vergleichsgruppe, die auf den häufigsten deutschen Nachnamen basiert."

Was in der Studie ebenfalls auffällt: Namen, die einen noch gängigen Beruf bezeichnen (Becker, Schuster), schneiden schlechter ab als jene, deren Name als Beruf kaum noch geläufig ist (Wagner, Schäfer). "Je weniger verbreitet der Beruf, desto schwächer ist die Assoziation mit diesem und desto weniger wird der Name mit dem Beruf und dessen Status in Verbindung gebracht", so Raphael Silberzahn, der als Deutscher an der Universität Cambridge promoviert. Sein amerikanischer Kollege Eric Luis Uhlmann arbeitet als Assistenzprofessor in Paris, beide veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachmagazin "Psychological Science".

Bauchgefühl? Ein schlechter Ratgeber

Und warum dient es der Karriere, Baron, Graf oder Fürst zu heißen? Die Forscher vermuten eine Mischung aus Eigen- und Fremdwirkung: Wer seinen Namen toll findet, tritt womöglich selbstbewusster auf. Zugleich könnten sich die Träger der nobel klingenden Namen der alten Bedeutung bewusst sein und sich entsprechend verhalten - Adel verpflichtet eben, sogar im 21. Jahrhundert noch. Und auch das Gegenüber, zum Beispiel der Chef, verhält sich durch die unbewusste Assoziation unter Umständen wertschätzender.

"Uns ist es wichtig, Führungskräfte dafür zu sensibilisieren, dass ein royaler Nachname eine Wirkung hat. Viele verlassen sich bei ähnlich qualifizierten Bewerbern oft auf ihr sogenanntes Bauchgefühl. Aber so ein Bauchgefühl kann auch Faktoren einschließen, die unbewusst wahrgenommen wurden und wie im Fall von Namen eigentlich ein schlechter Ratgeber sind", sagt Silberzahn.

Die beiden Forscher wählten Deutschland für ihre Feldstudie aus, weil hier im beruflichen Umfeld primär gesiezt wird, mit dem Nachnamen. Dagegen spricht man etwa in den USA sein Gegenüber schnell mit John, Jack oder Mary an statt mit Mr. King oder Mrs. Cook. Der Vergleich, welche Rolle der Name spielt in Ländern, wo primär geduzt wird, steht noch aus.

Glücklich also, wer Kevin König heißt - und doppelt gestraft, wer als Kevin Bauer durchs Leben schleicht? "Der Name ist keine unumstößliche Vorbestimmung", so die Forscher. Man denke an Philipp Lahm: Anders als sein Name vermuten lässt, ist der kleinste Spieler der flinke Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. "Und auch aus einem Beckenbauer wurde schließlich ein Kaiser Franz", so Silberzahn.

Anmerkung der Redaktion: Einige Monate später haben die Forscher ihre Ergebnisse korrigiert - der neuen Analyse zufolge existiert der Namenseffekt doch nicht. Dass Fürst, König oder Ritter seltener vorkommen als gebräuchlichere Namen, habe die Studie verzerrt, räumten sie im Mai 2014 ein. Demnach ist ein schlichter Nachname mit Blick auf die Karriere wohl doch kein Nachteil.

  • Helene Endres ist Redakteurin beim manager magazin.

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insgesamt 50 Beiträge
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1.
vo2 17.10.2013
Zitat von sysopCorbisDie Kollegen Becker, Koch oder Fischer müssen jetzt ganz tapfer sein: Sie werden seltener Chef als Herr Kaiser oder Herr König. Eine Studie zeigt, dass Nachnamen edlen Klanges leichte Karrierevorteile bringen. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/nobler-nachname-hilft-bei-der-karriere-a-928231.html
Echt? Bei Herr Kaiser denke ich automatisch an die Humbug Mülleimer. Nicht gerade ehrenvoll.
2. Danke für den Artikel...
hanfbauer2 17.10.2013
Jetzt wird mir auch klar, warum es ein Roman Herzog so weit gebracht hat!
3.
Gegengleich 17.10.2013
Zitat von hanfbauer2Jetzt wird mir auch klar, warum es ein Roman Herzog so weit gebracht hat!
Und bei Ihrem Beitrag wird mir klar, warum die meisten mit "Bauer" nur tumbe Trottel verbinden. Bei mir war das bisher nicht so, aber danke schonmal dafür! Was haben Sie denn gegen Roman Herzog vorzubringen?
4. Na da bin ich aber froh,
simple mind 17.10.2013
dass ich nicht Kevin Klempner heiße.
5. Wer ist
allesamt 17.10.2013
Das Ergebnis dieser Studie bezweifele ich nicht. Doch ich frage mich: Wer ist "schuld"? Bei den Kevins und Schantelles sind es die Lehrer, weil die doch Vorurteile haben.
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Viele Paare wünschen sich für Söhne oder Töchter möglichst ungewöhnliche Namen. Ein Name darf einem Kind aber nicht schaden, auch das Geschlecht soll erkennbar sein - Auszüge aus Begründungen für Vornamen, denen die Gesellschaft für deutsche Sprache zustimmte.
Nemo
Nemo ist in Wilfried Seibickes Historischem Deutschen Vornamenbuch als männlich verzeichnet. Im Lateinischen bedeutet nemo "niemand". Einem breiteren Publikum bekannt wurde der Name Nemo durch Jules Vernes Roman "20.000 Meilen unter dem Meer": Der Kommandant des U-Boots Nautilus lässt sich mit "Kapitän Nemo" anreden. Nemo ist auch der Name eines kleinen Fisches aus einem Kinofilm. Nemo, traditionell ein Jungenname, hat sich deshalb in der letzten Zeit weiter durchgesetzt. Auch die formale Analogie zu männlichen Namen wie Adamo, Anselmo, Cosimo, Emmo, Heimo, Immo, Jeronimo, Reimo, Salomo, Tammo, Timmo dürfte zu seiner Anerkennung beigetragen haben. Zudem ist andererseits an die italienischen bzw. spanischen Vornamen Nemore, Nemorio, Nemorino und Nemoroso zu denken, zu denen leicht die Kurzform Nemo zu bilden ist.
Legolas
Auch literarische Namen können als reguläre Vornamen betrachtet werden. Legolas geht auf den Roman von John R. R. Tolkien zurück. Für die letzten Jahre wären etwa Smilla (Mädchenname, zurückgehend auf einen Roman von Peter Høeg) oder Aragorn (Jungenname, ebenfalls auf Tolkien zurückgehend) als Beispiele bzw. Vorbilder anzuführen. Vanessa, gebildet von Jonathan Swift, ist ein älterer Beleg. Die Namen, die Tolkien seinen Gestalten beilegt, folgen altenglischen, walisischen oder gälischen Formen oder sind solchen nachempfunden, sodass sie wie traditionelle Vornamen wirken und entsprechend gedeutet werden können.
Destiny
Das englische Wort destiny für "Bestimmung, Schicksal" hat sich in den letzten Jahren im angloamerikanischen Raum als Vorname durchgesetzt und besonders als Mädchenname verbreitet. 1993 nennt Daniel A. Richman ihn in seinem Buch "From Aaron to Zoe. 15,000 Great Baby Names" als weiblichen Vornamen. In den folgenden Jahren nahm die Beliebtheit von Destiny in Nordamerika zu, und dieser Name wurde auch für Jungen vergeben. Angesichts vieler Belege kann man sich wohl dem Elternwunsch nach Billigung dieses Vornamens nicht verschließen. Destiny wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache schon mehrmals bestätigt.
Niksa
Der Vorname Niksa (auch in den Varianten Nischa, Niksha, Nikha) ist in slawischen Sprachen - u.a. im Serbokroatischen - belegt, als weiblicher, aber auch als männlicher Vorname. Als männlicher Vorname gehört er als Koseform zu Vornamen wie Nik/Nika/Niko, die zu Nikanor bzw. Nikola/Nikolaj zurückführen. Nur im Bulgarischen existiert Nikha/Niks(ch)a als weiblicher Vorname; hier handelt es sich um eine Anpassung des rumänischen weiblichen Namens Neacsa. Einer Eintragung von Niksa als Jungenname steht nichts im Wege.

Abgelehnte Vornamen
Und was spricht gegen diese Namen?
Die Gesellschaft für deutsche Sprache schreibt viele Gutachten, wenn Eltern Namensvorschläge einreichen, die von den Standesämtern nicht ohne weiteres anerkannt werden. Die Beispiele für abgelehnte Vornamen sind oft kurios.
Huckleberry
Sicherlich ist Mark Twains literarische Gestalt des Huckleberry Finn altbekannt, doch Huckleberry ist weder im Englischen noch im Deutschen als Vorname anzusehen. Huckleberry Finn (oft Huck, selten auch Hucky genannt), Sohn des Ortstrunkenbolds, ist in den Jugendromanen Mark Twains gewissermaßen ein Kuriosum und gilt vielen als Außenseiter. Bezeichnenderweise findet bzw. fand sich das Wort im amerikanischen Slang und beschreibt z. B. "einen Menschen, der gerade für einen bestimmten Zweck benötigt wird". Englisch-deutsche Wörterbücher weisen Huckleberry als "Amerikanische Heidelbeere" aus - wir haben es also zunächst mit einem Pflanzennamen zu tun. Huckleberry gibt es darüber hinaus als Familiennamen, auch hin und wieder in Deutschland. Aus all dem ergibt sich, von einer Eintragung abzuraten.
Tiger
Wir haben über zwanzig englische und angloamerikanische Vornamenbücher durchgesehen, aber nur in einem fanden wir einen Hinweis, dass Tiger in den Vereinigten Staaten gelegentlich als Vorname gebraucht wird. Als Beispiel wird ein Musiker namens Tiger Haynes genannt. Bei dem Golfspieler Woods sind wir nicht sicher, ob Tiger sein echter, "amtlicher" Vorname ist oder nur ein ehrender Beiname. Ob diese Beispiele genügen, um Tiger auch in Deutschland als Vornamen anzuerkennen, ist eine namensrechtliche Frage, die nur Juristen entscheiden können. Wir machen jedoch darauf aufmerksam, dass in Deutschland ein etwas anderes Namensrecht gilt als in den Vereinigten Staaten. Danach sind bei uns Wörter des allgemeinen Sprachgebrauchs wie z.B. Tierbezeichnungen (Pferd, Hund, Katze, Adler, Amsel und eben auch Tiger, Leopard, Panther) als Vornamen nicht zugelassen.
Leuis
Die Schreibweise ist nicht belegt, zudem stellt die Aussprache eine Schwierigkeit dar.
Caruso
Der Name ist nur als Familiennamen belegt.
Puppe
Gegenstandsbezeichnungen sind als Vornamen unzulässig.
Berlin, London und Casablanca
Ortsnamen sind als Vornamen unzulässig. Es gibt auch Ausnahmen, die sich mittlerweile durch den häufigen Gebrauch, etwa in Amerika, als Vorname etabliert haben, z. B. Sydney, aber Berlin, London und Casablanca sind als Vornamen nicht belegt.
M.
Buchstaben haben keinen Vornamencharakter.
Friedensreich
Friedensreich ist nur als Künstlername belegt. Friedensreich Hundertwasser hieß eigentlich Friedrich Stowasser, als tatsächlicher Vorname ist Friedensreich unbelegt.


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