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Online-Lebenslauf Schlüsselreize für Personaler

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DDP

Wer seinen Lebenslauf online stellt, erhöht seine Chancen, unerwartet ein Jobangebot zu bekommen. Dumm nur, dass auch zigtausend Andere auf diese Idee kommen. Um aus der Masse der Talente herauszuragen, hilft nur eine gelungene Präsentation.

Dana P. hatte - fast - alles richtig gemacht: Für den Shoot beim Profi-Fotografen warf sie sich in Business-Schale. Sie wusste auch, dass sie mit Mailadresse "kleinehexe@" in Personalabteilungen nicht landen konnte. Sie wählte einen seriösen Namen und wechselte zu einem Provider, der nicht jede E-Mail mit Werbesprüchen verziert.

Nur ganz am Schluss ließ Dana P. neune gerade sein. Dabei hätte es sie keinen Cent gekostet, einen Ausdruck ihres Onlinelebenslaufs einer Freundin zur Korrektur zu geben: Die Buchstabendreher in "Abendgynmasium Dresden" und "Verhandlnugssicheres Englisch" fielen ihr erst auf, nachdem ihr Qualifikationsprofil sechs Wochen wie Blei in der Bewerberdatenbank einer großen Jobbörse gelegen hatte.

Der Online-CV eröffnet Absolventen und Wechselwilligen einen einfachen und kostengünstigen Weg in den Job. Fast alle Karriereportale bieten die Möglichkeit, nach der Registrierung mit wenigen Klicks einen Lebenslauf anzulegen und in eine Bewerberdatenbank einzustellen.

Online-CV
Schlüsselreize für Personaler setzen
Unternehmen suchen in Bewerberdatenbanken systematisch, das heißt, sie geben Begriffe ein, die für die zu besetzende Stelle relevant sind. Im Online-CV bieten sich vor allem die Freitextfelder an, um solche Schlüsselreize auszusenden. Wichtig ist, die Begriffe in ausformulierte Argumente einzubauen, statt sie plump herunterzubeten.
Personalverantwortung/Führungsverantwortung
Lässt sich gut unter Berufspraxis einreihen. Auch ein qualifiziertes Ehrenamt, beispielsweise bei einer Studenteninitiative, kann Führungsverantwortung mit sich bringen.
Auslandserfahrung/Interkulturelle Kompetenz
Einige CV-Vorlagen reservieren dafür einen eigenen Gliederungspunkt. Unbedingt nutzen! Ansonsten unter Berufspraxis oder Studium anbringen.
CSS, XHTML, Jquery etc.
Spezialkenntnisse immer beim Namen nennen! Gerade in der IT-Branche kann die Entscheidung für Kandidat A oder B an einer bestimmten Programmiersprache hängen. Fachchinesisch ist nicht schön, hat aber im Online-CV Berechtigung.
Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit etc.
Vorsicht: Bei den so genannten Soft Skills funktionieren die Schlüsselreize eher nicht, weil die Begriffe ausgelutscht sind. Persönliche Eigenschaften lassen sich leicht behaupten, aber schwer beweisen. Deshalb gilt "Taten statt Worte", etwa der Hinweis auf sportliche Erfolge als Beleg für Leistungsbereitschaft und Ehrgeiz.
Aus diesem Pool fischen Unternehmen und Headhunter interessante Kandidaten, um sie zur nächsten Auswahlrunde - Telefoninterview, persönliches Vorstellungsgespräch oder Assessment-Center - einzuladen. Für Jobsucher ist dieser Service kostenlos.

Die Latte für Bewerber liegt niedrig, was zwei Haken hat: Zum einen ist die Konkurrenz in diesem Job-Web riesig, zum anderen wird manch einer zu einer schlampigen Präsentation verleitet. Karriereberaterin und Buchautorin Svenja Hofert rät zu besonderer Sorgfalt, "denn das Internet vergisst nichts".

Anspruchsvoll wie ein gedruckter Lebenslauf

Dieter Schmich vom Bewerbungs-Center Schwetzingen empfiehlt, allzu private Informationen oder Fotos draußen zu lassen. "Nehmen Sie sich genügend Zeit", lautet die Devise, die Unternehmen wie Volkswagen oder die DAB Bank ausgeben. Was manchem nicht bewusst ist: Die formalen Ansprüche sind genauso hoch wie bei einer gedruckten Bewerbung.

Aus bis zu 200 Mustern können sich Jobsucher im Internet einen Online-CV "nach Maß" aussuchen. Der Aufbau ist meist gleich: An einen Block mit den persönlichen Daten schließen sich Berufspraxis, Studium, EDV-Kenntnisse, Fremdsprachen, besondere Kenntnisse an.

Die "amerikanische Chronologie", die das Leben rückwärts aufrollt, also bei den jüngsten Stationen beginnt, hat sich weitgehend durchgesetzt. Die Bewerber klicken in ein Formular und füllen die sich öffnenden Textfelder, wobei die Freitextfelder besondere Aufmerksamkeit verdienen. Denn sie bieten die Möglichkeit, Schlüsselreize auszusenden: Überlegen Sie zuvor, welche Stichworte in Ihrem Lebenslauf für Personaler besonders attraktiv sein könnten. Wichtig ist, sie in ausformulierte Argumente einzubauen, statt sie plump herunterzubeten.

Damit der Chef nicht mitliest

Ein Passwort verhindert unbefugten Zugriff. Auf dem Bildschirm des Personalers hat der Online-CV die normale Print-Anmutung. Oft stehen verschiedene Lebenslauf-Versionen zur Verfügung. Bestimmte Daten werden für das Unternehmen erst sichtbar, nachdem es einen Kontaktwunsch geäußert hat. Diese Funktion ist als Schutz für Kandidaten gedacht, die sich aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis bewerben und ungern ihrem Chef in einer Jobbörse über den Weg laufen wollen.

Einige Plattformen bieten neben der automatischen Übersetzung zwischen Dateiformaten auch die in eine Fremdsprache. Die Ergebnisse überzeugen aber in der Regel nicht. Wer auf Unternehmen im Ausland zielt, sollte sich lieber auf "vor Ort" programmierten Plattform eintragen. Rechtschreibfehler, wie sie Dana P. unterlaufen sind, lassen sich so natürlich auch nicht ausschließen. Da hilft wieder nur die Freundin, die Korrektur liest - und hoffentlich Muttersprachlerin ist.

Kerstin Krüger
Christoph Stehr ist freier Journalist in Hilden. Sein Beitrag erschien zuerst auf Monster.de.

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insgesamt 17 Beiträge
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    Seite 1    
1. Quatsch
Pinon_Fijo 04.03.2012
Zitat von sysopDDPWer seinen Lebenslauf online stellt, erhöht seine Chancen, unerwartet ein Jobangebot zu bekommen. Dumm nur, dass auch zigtausend Andere auf diese Idee kommen. Um aus der Masse der Talente herauszuragen, hilft nur eine gelungene Präsentation. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,746979,00.html
Wow, nach ganzen sechs Wochen noch keinerlei Rückmeldung auf ihren eingestellten Lebenslauf, das liegt bestimmt an den zwei Buchstabendrehern ! Entschuldigung lieber Autor, die zwei Buchstabendreher mögen durchaus auffallen, aber deshalb wird niemand gleich aussortiert. Ausgenommen hiervon mögen Berufe sein, die es zu tausenden gibt: Arzthelferin, Industriekaufmann, Sachbearbeiterin. Aber glauben Sie ernsthaft, ich würde mich als Akademiker mit zig Fortbildungen für zwei Buchstabendreher rechtfertigen ?????
2.
thana 04.03.2012
Zitat von sysopDDPWer seinen Lebenslauf online stellt, erhöht seine Chancen, unerwartet ein Jobangebot zu bekommen. Dumm nur, dass auch zigtausend Andere auf diese Idee kommen. Um aus der Masse der Talente herauszuragen, hilft nur eine gelungene Präsentation. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,746979,00.html
Naja, man muss eben immer mehr Ausreden finden, warum jemand nicht genommen wird. Und natürlich muss immer der Bewerber der Schuldige sein. Daran, daß sich 4 bis 5 Millionen Leute um rund 500.000 Arbeitsplätze streiten (und da diese Zahl vom Arbeitsamt stammt, dürften da auch Privatvermittler mit Mehrfach- und Falschanzeigen dabei sein), kann es natürlich nicht liegen.
3.
CMH 04.03.2012
Die wichtigsten "Schlüsselreize" sind eine gute Bildung und eine hohe fachliche Qualifikation. Dann klappt's auch mit dem Job....
4. Rechtschreibfehler
Schäfer 04.03.2012
Zitat von Pinon_FijoWow, nach ganzen sechs Wochen noch keinerlei Rückmeldung auf ihren eingestellten Lebenslauf, das liegt bestimmt an den zwei Buchstabendrehern ! Entschuldigung lieber Autor, die zwei Buchstabendreher mögen durchaus auffallen, aber deshalb wird niemand gleich aussortiert. Ausgenommen hiervon mögen Berufe sein, die es zu tausenden gibt: Arzthelferin, Industriekaufmann, Sachbearbeiterin. Aber glauben Sie ernsthaft, ich würde mich als Akademiker mit zig Fortbildungen für zwei Buchstabendreher rechtfertigen ?????
Gerade weil dem Personalbüro der Bewerber nicht bekannt ist, muss es sich auf Dinge kaprizieren, die aus den Daten ersichtlich sind, und das sind bspw. Rechtschreibfehler. Natürlich gibt es Jobs, in denen Rechtschreibfehler von Vorteil oder lässlich sind, deshalb ist die Geschichte mit den Buchstabendrehern so allgemein nicht richtig. Dass Akademiker besonders privilegiert wären, stimmt auch nicht. Es ist nicht ersichtlich, wieso einem Journalisten oder Lektor zig Fortbildungen automatisch "Gynmasium" aufwiegen sollen.
5. ...
kfp 04.03.2012
Zitat von thanaNaja, man muss eben immer mehr Ausreden finden, warum jemand nicht genommen wird. Und natürlich muss immer der Bewerber der Schuldige sein. Daran, daß sich 4 bis 5 Millionen Leute um rund 500.000 Arbeitsplätze streiten (und da diese Zahl vom Arbeitsamt stammt, dürften da auch Privatvermittler mit Mehrfach- und Falschanzeigen dabei sein), kann es natürlich nicht liegen.
Ganz genau. Einerseits nimmt sich ein Personaler ja bekanntlich nur 1,73 Sekunden Zeit, eine Bewerbung durchzuschauen, andererseits findet er darin sofort Tippfehler in Gynmasium usw., die man, selbst wenn man es weiß, oft erst beim 2. und 3. Hinschauen erkennt. Aber Hauptsache, der man kann dem Bewerber die Schuld geben und muss nicht zugeben, dass diese Online-Lebensläufe eh für die Katz sind (bzw. dafür, dass noch weniger etablierte Zeitarbeitsfirmen auch schnell ihre Datenbanken aufbauen können)...
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Checkliste: Das perfekte Bewerbungsfoto
Profis ranlassen
Urlaubs- oder Automatenbilder gehen gar nicht. Besser einen Termin im Porträtstudio buchen. Ein "Business-Shoot" mit mehreren Posen in verschiedenen Outfits dauert eine bis anderthalb Stunden und kostet zwischen 150 und 300 Euro.
Was gibt's für den Preis?
Bei Profi-Aunahmen zu solchen Tarifen sollten eine kurze Outfit-Beratung sowie eine Grundvisagie (Make-up und Basis-Styling) drin sein. Wer die Fotos auch für Veröffentlichungen verwenden will, erwirbt die Nutzungs- und Bildrechte gleich mit. Einen Satz einfache Bewerbungsbilder gibt es ab 20 Euro.
Auf mehrere Karten setzen
Jede Branche hat ihre eigenen Dresscodes, die sich im Bewerbungsfoto widerspiegeln sollten. Banken mögen es klassisch-korrekt, für Werbeagenturen dürfen Kleidung, Pose und Hintergrund lockerer sein. Der Fotograf weiß das, aber man muss ihm sagen, dass die Bilder an unterschiedliche Adressen gehen.
Bunt oder Schwarzweiß?
Auf die Frage, ob Farbe oder Schwarzweiß, gibt es keine branchenspezifische Antwort. Einige Bewerbungsberater halten Schwarzweiß-Aufnahmen für ausdrucksstärker.
Details beachten
Dezente Farben - im Gesicht wie am Körper - kommen am besten an. Kein auffälliger Schmuck, keine extravagante Frisur. Flecken auf dem Anzug oder abgestoßene Hemdkragen sind tabu. Wer immer eine Brille trägt, tut dies selbstverständlich auch auf dem Foto. Und: lächeln!
Aufhübschen nur mit Zurückhaltung
Vorsicht mit fotografischen Finessen wie Kopfanschnitt oder extremer Schieflage der Bildachse. Ebenso Vorsicht mit digitalen Nachbearbeitungen, die mancher übereifrige Fotograf anbietet: Pickel wegretuschieren ist in Ordnung, aber eine Zahnlücke muss der Zahnarzt richten - nicht der Fotograf.
Richtig präsentieren
Wer sich "auf Papier" bewirbt, klebt das etwa 6,5 mal 4,5 Zentimeter große Foto rechts oben auf den Lebenslauf. Keine Büro-Heftklammer nehmen, sondern ein kleines Stück beidseitig klebendes Klebeband. Das Bild einzuscannen und aufzudrucken, empfiehlt sich nur, wenn das Druckergebnis tadellos ist.
Ist größer besser?
Verfechter des "Deckblatts" in Bewerbungen lassen sich oft dazu verleiten, ein größeres Bild und eine andere Darstellung, etwa ein Halbformat, zu verwenden. Die Seriösität darf darunter nicht leiden. Und die Verhältnismäßigkeit muss gewahrt sein: Wer einen Praktikumsplatz sucht, erntet mit einem Bühnenfoto Kopfschütteln.

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