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Pistenraupenfahrer Herr Wendler und sein Popometer

Fotostrecke: Als Pistenraupenfahrer unterwegs im Skigebiet Fotos
DPA

Wenn andere schlafen, sind sie auf der Piste: 22 Männer präparieren die Skiabfahrten rund um die Zugspitze. Jochen Wendler ist einer von ihnen. Bei der Arbeit vertraut er auf sein Gefühl für Schnee.

Endlich ist der langersehnte Schnee da, Skifahrer drängen auf die Pisten. Für Jochen Wendler und seine Kollegen heißt das: Nachtarbeit. Sie präparieren die fast 100 Skipisten des Garmischer Skigebiets "Classic" rund um die Zugspitze - mit "Katl" und "Vreni". So haben die Männer ihre Pistenraupen genannt. Frauen gibt es im Team der 22 Fahrer nicht. Im Aufenthaltsraum am Hausberg hängen ein Geweih und ein Kruzifix an der Wand - und ein Kalender mit Pin-up-Girls.

Gefahren wird in zwei oder drei Schichten, je nach Schneefall. Die erste beginnt um 16.30 Uhr, die letzte geht bis 1 Uhr nachts oder auch länger, wenn es sein muss.

Jochen Wendler, 53, ist gelernter Informationselektroniker. Schon während der Schulzeit hat er in den Ferien an Skiliften gearbeitet, seit fünf Jahren gehört er zum Team der Pistenraupenfahrer. "Ein guter Raupenfahrer hat das Gefühl für den Schnee im Hintern", sagt er. "Ich hab' einen Popometer eingebaut." Roman Marterer ist schon seit 20 Jahren dabei. "Ich bin froh, wenn ich hier oben bin", sagt er. "Hier genieße ich die Ruhe und die Aussicht ins Tal."

Die Raupenfahrer sind das ganze Jahr über beschäftigt. Auch im Sommer pflegen sie die Pisten, erneuern Anlagen oder mähen die Abfahrtshänge. Pistenraupenfahrer ist kein Ausbildungsberuf. Die meisten hier haben vorher mit Bau- und Landmaschinen gearbeitet. Die Raupen sind wahre Hightech-Maschinen: Drei Bildschirme zeigen Daten zur Schneebeschaffenheit und die Bilder einer Rückfahrkamera an.

Während der Arbeit hören die Fahrer Radio oder unterhalten sich über Funk mit ihren Kollegen. Neulich ging es um Rotwild: Die Tiere hatten Matsch an den Hufen und machten die frisch präparierten Pisten dreckig. "Wir wollten den Rehen schon Fußabstreifer hinlegen, damit der Schnee nicht braun wird", sagt einer der Fahrer und lacht.

Echten Ärger bereiten den Männern nur Tourengeher. Vor allem, wenn die Raupe an einer Seilwinde hängt, kann das für die Sportler lebensgefährlich sein. "Es ist eine Begegnung der unheimlichen Art", sagt Wendler.

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5  Bilder
Schneehersteller: Neun Stufen für weiße Flocken

vet/dpa

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