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Rente mit 63 Betriebe rechnen mit Ruhestandswelle

Ab jetzt ohne uns: Verlieren die Unternehmen jetzt viele Fachkräfte? Zur Großansicht
DPA

Ab jetzt ohne uns: Verlieren die Unternehmen jetzt viele Fachkräfte?

Die Rente mit 63 ist in Kraft - was heißt das für die Unternehmen? Die Hälfte der Betriebe erwartet, dass sich nun viele Kollegen aufs Altenteil verabschieden. Die Nachbesetzung sehen sie als Problem.

Die Personalleiter in deutschen Unternehmen rechnen mit einer Rentenwelle infolge der "Rente mit 63", die zu Beginn dieses Monats in Kraft getreten ist. Rund 55 Prozent von ihnen glauben, dass in den kommenden zwei Jahren Mitarbeiter häufiger als zuvor in Rente gehen werden, 41 Prozent gehen nicht davon aus.

Das geht aus einer Befragung des Münchener Ifo-Instituts und des Personaldienstleisters Randstad bei rund 1000 Personalverantwortlichen exklusiv für KarriereSPIEGEL hervor. Mit dem Rentenpaket hat die Große Koalition für alle Arbeitnehmer den Renteneintritt mit 63 Jahren ohne Abstriche beim Rentenniveau ermöglicht. Voraussetzung, dass sie mindestens 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben. Davon können also hauptsächlich Menschen Gebrauch machen, die früh ins Erwerbsleben gestartet sind und nicht etwa erst ein Studium gemacht haben.

Entsprechend verhält sich das Umfrageergebnis, wenn man die Branchen gesondert betrachtet. Im Verarbeitenden Gewerbe rechnen die meisten Chefs mit vorgezogenen Renteneintritten, nämlich 66 Prozent. Am niedrigsten ist diese Zahl in den Dienstleitungsbranchen, mit 45 Prozent.

"Verlust von Wissensträgern"

Was bedeutet das für die Wirtschaft? Gut die Hälfte der befragten Betriebe glaubt, den Personalschwund ohne Schwierigkeiten ausgleichen zu können, nämlich 53 Prozent. Dagegen rechnen 42 Prozent mit einem Personalengpass und fürchten Probleme bei der Nachbesetzung. Befragt nach ihrer Bewertung der Neuregelung sahen viele Personalmanager den "Verlust von Wissensträgern und Fachkräften" als großes Problem; die Zeit reiche nicht, um die Kenntnisse der älteren Mitarbeiter an jüngere weiterzugeben. Auch könnte die betriebliche Altersvorsorge nun deutlich teurer werden.

Einige erkennen aber auch Vorteile für ihr Unternehmen, nämlich dass sich die "Altersstruktur verjüngt" und teils hoch dotierte Mitarbeiter günstig ersetzt werden könnten. So sänken die Personalkosten insgesamt.

Das Ifo hat diese Umfrage im Rahmen der vierteljährlichen Flexindex-Untersuchung durchgeführt. Mit dem Flexindex erfassen Ifo und Randstad, inwieweit Betriebe in Deutschland Instrumente zur Flexibilisierung der Arbeitsleistung einsetzen, etwa befristete Verträge oder Zeitarbeit. Das Mittel der Wahl sind dabei nach wie vor Überstunden und Arbeitszeitkonten, deren Verbreitung seit Monaten zunimmt. Befristete Verträge dagegen werden immer seltener geschlossen.

Auch Zeitarbeit kommt immer häufiger zum Einsatz, was den Umfragepartner Randstad freuen dürfte, der damit einen großen Teil seines Umsatzes erwirtschaftet. Beinahe wurde sogar der Höchstwert vom 2. Quartal 2008 erreicht.

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1. ach so
juergenwolfgang 08.07.2014
Zitat von sysopDPADie Rente mit 63 ist in Kraft - was heißt das für die Unternehmen? Die Hälfte der Betriebe erwartet, dass sich nun viele Kollegen aufs Altenteil verabschieden. Die Nachbesetzung sehen sie als Problem. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/rente-mit-63-betriebe-rechnen-mit-ruhestandswelle-a-979924.html
Ach Gott habe ich Mitleid mit diesen Betrieben! Ob die Mitabeiter nun mit 63 gehen oder mit 65 oder mit 67 oder 70. Die Betriebe sehen ein Problem! Egal ob ein Mitarbeiter nun früher oder später ausscheided aus dem Arbeitsleben, die Wirtschaft sieht ein Problem. Nur wenn die Mitarbeiter zeitgerecht sterben dann ist alles ok. Dann sollen die Betriebe eben rechtzeitig Junge und Menschen mittleren Alters rechtzeitig nachrücken lassen und ausbilden. Alles eine Frage der Planung! Aber Hauptsache die Rente mit 63 (bei mindestens 45 jahren harter Arbeit) anprangern. Dabei ist die Zahl derer, die diese Rente mit 63 bekommen, sehr überschaubar.
2. Die andere Hälfte?
lini71 08.07.2014
Zitat von sysopDPADie Rente mit 63 ist in Kraft - was heißt das für die Unternehmen? Die Hälfte der Betriebe erwartet, dass sich nun viele Kollegen aufs Altenteil verabschieden. Die Nachbesetzung sehen sie als Problem. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/rente-mit-63-betriebe-rechnen-mit-ruhestandswelle-a-979924.html
Komisch... Ich kenne nur die andere Hälfte der Läden :-) Da sind alle Ü58 selten, weil in VO geschickt, und erste VP Gespräche finden ab 56 mit immer größeren Druck statt. Merkwürdig, kann mir mal jemand einen Laden/Büro/Fabrikhalle zeigen in denen Ü60 arbeiten?
3. Rechtzeitig kümmern....
Dan22 08.07.2014
Unsere Unternehmer hätten schon vor Jahren mehr Ausbildungplätze schaffen können. Zum Thema Nachhaltigkeit.Die ist in Deuschland schon lange vergessen. Was ist eigentlich mit den Millionen Eiwanderern in Deutschland? Die sollte man mal besser integrieren und für Arbeitsplätze sorgen.
4. Egal
willi2007 08.07.2014
Die Betriebe haben immer etwas zu jammern, solange ein Arbeitnehmer nicht ein kostenloses Praktikum, am besten so 10 bis 15 jahre, absolviert oder zum Arbeiten Geld mitbringt. Alles andere sind für die Betriebe doch nur Kosten, die den eigenen Gewinn schmälern. Ich bin mir sicher, wenn es ginge, würden Millionen von Arbeitnehmern ihre Arbeit lieber heute als morgen aufgeben und den Arbeitgebern mit einem breiten Grinsen den Stinkefinger zeigen. Nun brauchen die Arbeitgeber ja nicht gram zu sein, es stehen genügend fleißige Frauen und Männer aus Bulgarien und Rumänien für eine Arbeit in Deutschland Schlange.
5. Problem?
carranza 08.07.2014
Zitat von sysopDPADie Rente mit 63 ist in Kraft - was heißt das für die Unternehmen? Die Hälfte der Betriebe erwartet, dass sich nun viele Kollegen aufs Altenteil verabschieden. Die Nachbesetzung sehen sie als Problem. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/rente-mit-63-betriebe-rechnen-mit-ruhestandswelle-a-979924.html
Wer zusieht, wie die alten Obstbäume in absehbarer Zeit immer weniger und bald gar nichts mehr tragen und nicht rechtzeitig ein paar neue pflanzt, der wird sich sein Obst zumindest für längere Zeit kaufen müssen. Problem: Die Frage ist doch nur, was langfristig teurer ist. Kurzfristige Lösung: Sofern der Fachkräftemangel nicht sowieso mal wieder erstunken und erlogen ist, dürfte sich mancher alte Hase dank der Ausbildungsmuffel auf lukrative Beraterverträge freuen.
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