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Neues für Steuerzahler Aber bitte mit Quittung

Wer vom Staat Geld zurück haben will, sollte die neuen Regeln kennen Zur Großansicht
DPA

Wer vom Staat Geld zurück haben will, sollte die neuen Regeln kennen

Neues Jahr, neue Regeln: Am 1. Januar 2014 treten zahlreiche Gesetzesänderungen in Kraft. Ob riestern mit Schutz gegen Berufsunfähigkeit, Fahrtkosten für die Dienstreise oder Verpflegungspauschale - es ändert sich einiges für Arbeitnehmer.

Rürup-Sparer können sich freuen. Ab dem 1. Januar können sie beim Finanzamt höhere Beiträge als Sonderausgaben geltend machen. Und wer eine beruflich bedingte Zweitwohnung nutzt, wird diese einfacher absetzen können. Diese und andere wichtige Änderungen für Steuerzahler im Überblick:

Regelmäßige Arbeitsstätte: Arbeitnehmer, die an mehreren Standorten ihres Unternehmens tätig sind, sollten mit ihrem Arbeitgeber klären, welcher ihr erster Einsatzort ist. Der Grund: Während das Finanzamt bislang die "regelmäßige Arbeitsstätte" als Bezugspunkt für die Berechnung der Entfernungspauschale angesetzt hat, wird dies ab Januar 2014 an der "ersten Tätigkeitsstätte" festgemacht.

Wie oft und in welchem Umfang der Arbeitnehmer dort arbeitet, spielt keine Rolle, solange er dem Standort "dauerhaft zugeordnet" wird. Dauerhaft heißt, während des gesamten Vertragsverhältnisses oder länger als 48 Monate. Wer von seiner Wohnung zu anderen Einsatzorten als seiner "ersten Tätigkeitsstätte" fährt, kann künftig jedes Mal die Hin- und Rückfahrt mit 30 Cent pro Kilometer ansetzen - also sehr viel höhere Beträge als bislang.

Die Regelung bedeutet aber auch: Arbeitnehmer, die dauerhaft bei einem Kunden eingesetzt sind, können die Fahrten nun nicht mehr als Dienstreisen absetzen. Das häusliche Arbeitszimmer kann übrigens nicht als "erste Tätigkeitsstätte" gelten.

Verpflegungspauschalen: Bisher bekamen Arbeitnehmer sechs Euro vom Arbeitgeber erstattet, wenn sie mindestens acht Stunden auf Geschäftsreise waren. Bei einer Reise von mindestens 14 Stunden waren es zwölf Euro, dauerte die Reise 24 Stunden gab es 24 Euro.

Nun fällt die erste Stufe weg: Die steuerfreie Zwölf-Euro-Pauschale gibt es bei einer Abwesenheit ab acht Stunden. Für Tage, an denen der Arbeitnehmer beruflich 24 Stunden von seiner Wohnung entfernt ist, erhält er wie zuvor 24 Euro. "Eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit liegt vor, wenn der Arbeitnehmer vorübergehend außerhalb seiner Wohnung und seiner ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig wird", erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Übernachtungsausgaben: Wer auswärts arbeitet und für Übernachtungen in Hotels oder Pensionen zahlen muss, kann diese Aufwendungen wie bisher beim Finanzamt als Werbungskosten absetzen. Dabei werden nach wie vor alle Ausgaben berücksichtigt, für die Belege vorliegen. Allerdings: Ab 2014 berücksichtigt der Fiskus die Aufwendungen nur noch 48 Monate lang. Danach können nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW nur noch maximal 1000 Euro monatlich als Werbungskosten für Übernachtungen steuerlich geltend gemacht werden. Hat der Arbeitnehmer die auswärtige Tätigkeit mindestens sechs Monate unterbrochen, beginnt die 48-Monats-Frist wieder neu.

Zweitwohnung: Die Kosten für eine Zweitwohnung am Arbeitsort können vereinfacht steuerlich geltend gemacht werden. Bisher orientiert sich das Finanzamt an den Kosten für eine 60 Quadratmeter große Wohnung mit durchschnittlicher ortsüblicher Miete, erklärt die Bundessteuerberaterkammer. Den Nachweis dafür zu erbringen, ist mitunter mit hohem Rechercheaufwand verbunden.

Ab 2014 entfällt das Ermitteln ortsüblicher Vergleichskosten. Die tatsächlichen Aufwendungen für eine zusätzliche Unterkunft bei doppelter Haushaltsführung können dann bis zu einem Höchstbetrag von 1000 Euro im Monat steuermindernd angesetzt werden. Dieser Betrag umfasst allerdings alle Kosten, die mit der Wohnung zusammenhängen, also Miete inklusive Betriebskosten und Miet- oder Pachtgebühren für Kfz-Stellplätze, die vom Mieter nachweislich bezahlt wurden.

Riester-Rente: Riester-Verträge können um einen Schutz gegen Berufsunfähigkeit und verminderte Erwerbstätigkeit sowie um die Absicherung für Hinterbliebene ergänzt werden. Auch dafür gewährt der Staat die üblichen Zulagen und Steuervorteile. Die wichtige Änderung: Ab 1. Januar 2014 können 20 Prozent der Altersvorsorgebeiträge - maximal 2100 Euro je Förderberechtigtem - für die zusätzliche Versicherung eingesetzt werden. Bislang sind es nur 15 Prozent.

Rürup-Rente: Wer für eine Rürup-Rente anspart, kann einen höheren Satz seiner eingezahlten Beiträge steuerlich absetzen. Im Rahmen des Sonderausgabeabzugs von maximal 20.000 Euro sind nun 78 Prozent (bisher 76 Prozent) der Beiträge anrechenbar. Andererseits steigt der Anteil der nachgelagerten Besteuerung dieser Renten auch um zwei Prozentpunkte auf 68 (bisher 66) Prozent. Ab Januar ist es außerdem möglich, bei der Rürup-Rente eine separate Versicherung gegen Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung abzuschließen.

Helge Denker/Falk Zielke/dpa/end

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    Seite 1    
1. Arbeitsbeschaffung
wilfriedbenn@t-online.de 01.01.2014
Zitat von sysopDPANeues Jahr, neue Regeln: Am 1. Januar 2014 treten zahlreiche Gesetzesänderungen in Kraft. Ob riestern mit Schutz gegen Berufsunfähigkeit, Fahrtkosten für die Dienstreise oder Verpflegungspauschale - es ändert sich einiges für Arbeitnehmer. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/riester-und-ruerup-das-ist-2014-neu-fuer-steuerzahler-a-940150.html
Alle Jahre wieder immer neue Regularien, warum einfach wenn es auch kompliziert geht! Das dient immer nur Finanzbeamten und Steuerberatern zur Arbeitsbeschaffung, gleichzeitig wird es immer komplizierter. Es sprach doch schon einmal jemand von Steuervereinfachung? Diese kommt am St.Nimmerleinstag. Der steuerzahlende Bürger ist immer der Dumme!
2. Unsere Steuergesetze sind pervers
hoppla_h 01.01.2014
Ob Einkommensteuer mit Absetzungs-Schlupf-Löchern, Mehrwertsteuer mit nicht nachvollziehbaren unterschiedlichen Sätzen, oder bis hin zu Steuern auf Kraftstoffe - Stichwort: Diskussionen über die berühmte Flugbenzin-Steuer-Befreiung oder die Kaskaden-Besteuerung mit Mehrwertsteuer auf Mineralölsteuer: *"Pervers!"* Ist zu hoffen, oder zu befürchten, dass da JEMAND mal kommt und diesen "Gordischen Knoten" durchschlägt? - Statt: "Weiter so!" hiesse das: "Systemwechsel!"
3. "Zahl ...."
sasmurtas3.0 01.01.2014
Zitat von sysopDPANeues Jahr, neue Regeln: Am 1. Januar 2014 treten zahlreiche Gesetzesänderungen in Kraft. Ob riestern mit Schutz gegen Berufsunfähigkeit, Fahrtkosten für die Dienstreise oder Verpflegungspauschale - es ändert sich einiges für Arbeitnehmer. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/riester-und-ruerup-das-ist-2014-neu-fuer-steuerzahler-a-940150.html
Und das ganze unter dem Einkommensteuergesetz vom 16.10.1934, unterzeichnet von dem Usurpator und Massenmörder Adolf Hitler. Als Finanzbeamter ist man ja fast dazu geneigt zu sagen: "War ja doch nicht alles so schlecht, was der GröFaZ gemacht hat....", zumal § 353 StGB jeden Finanzbeamten von seinen "Plünderungen" strafbefreit, und der, von den Nazis "kassierte" Straftatbestand des "Amtsmissbrauchs" nie wieder in Deutschland eingeführt wurde. Prost Neujahr!!! http://www.gesetze-im-internet.de/estg/BJNR010050934.html
4. Na
Rudolf_56 01.01.2014
Zitat von sasmurtas3.0Und das ganze unter dem Einkommensteuergesetz vom 16.10.1934, unterzeichnet von dem Usurpator und Massenmörder Adolf Hitler. Als Finanzbeamter ist man ja fast dazu geneigt zu sagen: "War ja doch nicht alles so schlecht, was der GröFaZ gemacht hat....", zumal § 353 StGB jeden Finanzbeamten von seinen "Plünderungen" strafbefreit, und der, von den Nazis "kassierte" Straftatbestand des "Amtsmissbrauchs" nie wieder in Deutschland eingeführt wurde. Prost Neujahr!!! http://www.gesetze-im-internet.de/estg/BJNR010050934.html
die meisten Leute werden wieder verschreckt aufhorchen. Denn sie wissen nicht, was alles an Gesetzen aus dem 3. Reich übernommen wurde, die da gemacht wurden und heute noch gern Gültigkeit haben. Z.B. kann man sich nicht vor einem gewöhnlichen Landgericht selbst verteidigen, usw. usw. Wird eh nicht gebracht, denn Spiegel Online hat mit der freien Meinungsäußerung nichts am Hut. Na wenigstens liest es der extrem demokratisch eingestellte ZENSOR des SpOn, wenn er Lust hat. Prost Neujahr...Meine Wünsche werden Sie nie erreichen, oder doch?
5. Ausbeutung
kross62 01.01.2014
Seit 15 Jahren gleiche Spesensätze und das ist alles was ihr uns Reisenden zu bieten habt? Beispiel: Auf Geschäftsreise mit dem Auto eine Tag 200km hin und am anderen Tag wieder zurück. Beide Tage weniger als 24h abwesend also gesamt 24€ Verpflegungspauschale. Das Frühstück im Hotel kostet mindestens 8€. In billigen Restaurants ist man pro Mahlzeit 12€ los. Erster Tag Mittag und Abendessen, zweiter Tag Frühstück und Mittag macht 44€. Also 20€ draufgelegt. Für jeden km Fahrt gibt es 30 Cents Spesen, aber Auto kostet 60 Cents pro km. (Ist schon ein Sparsames) Also bei 400km Fahrt nochmals 120€ draufgelegt.
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