Von Gunthild Kupitz (Text) und Odile Hain (Fotos)
Schweden, Dänemark, Schweiz, Österreich, Italien, Polen, Belgien, Tschechien. Für seinen Job war Hinrich Henke lange Zeit in ganz Europa unterwegs; zu allen international wichtigen Messen und Schauen ist er gereist. Denn das, was er kann, können nicht viele.
Hinrich ist Kuhfitter, und bis vor anderthalb Jahren war er der einzige, der das hauptberuflich in Deutschland machte. Inzwischen schert der 40-Jährige als Angestellter des niedersächsischen Besamungsunternehmens Masterrind, wenn er nicht gerade Landwirten deren Bullensperma für die Zucht verkauft.
Für die internationale Fachausstellung Eurotier in Hannover hat er unter anderem knapp vier Stunden lang die schwarzbunte Holsteinkuh Florida vorbereitet, eine zweieinhalbjährige Nachzucht von Jango, "unserem bestverkauften und interessantesten Bullen zurzeit". Eine perfekte Schönheit sei Florida nicht, sagt Henke, lobt aber ihre "guten Fundamente, ihr gutes Euter".
"Ich bin ein Wettbewerbstyp"
Bei aller Tierliebe, es kann auch ein schmutziger Job sein. Das weiß Henke so gut wie seine Kollegen, etwas die Kieler Studentin Luise Heiden. Denn wenn vor Auktionen die Kühe zu echten Stall-Beautys herausgeputzt werden, kann es feucht werden, gerade am hinteren Ende: Kot mit dem Eimer aufzufangen gehört zum Job. Denn Flecken auf dem Fell würden die Chancen trüben. Der Job habe schon "viel mit Scheiße zu tun", sagt Luise Heiden lakonisch.
"Ich bin ein Wettbewerbstyp, ich messe mich gern", sagt Henke. Das Studium schmiss er irgendwann. Bereut hat er es nicht. Geflügelzucht oder Feldwirtschaft haben ihn ohnehin nicht interessiert - "ich bin ein Kuhmann".
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