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Büro-Kung-Fu So verteidigen Sie sich gegen Ihren Chef

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Corbis

Kämpfende Manager: Die richtige Abwehrstrategie ist alles!

5. Teil: Wrestling - schmutzige Tricks erkennen und parieren

Nicht nur bei versuchtem Charaktermord ist Metakommunikation ein probates Mittel. Diese Technik ist auch in Situationen nützlich, wenn Sie Ihrem Chef allein gegenübersitzen. Zum Beispiel, wenn Sie über Ihr Gehalt verhandeln oder zu einer Zeit Urlaub nehmen möchten, in der Ihr Vorgesetzter Sie gern im Betrieb haben will - obwohl er weiß, dass Ihre Familie Ihnen aufs Dach steigt, wenn Sie sich nicht freinehmen.

Solche Gespräche erinnern weniger an einen ehrlichen Kung-Fu-Kampf. Sie haben viel von einer Wrestling-Show. Man kennt die Szene aus dem Fernsehen: Der Schiedsrichter wird abgelenkt, dreht den Kämpfern den Rücken zu. Da schnappt sich der eine Wrestler einen Stuhl, zieht dem Gegner eins über - und gewinnt den Kampf.

Zwar wird Ihr Chef Sie vermutlich nicht mit dem Sessel verprügeln, wenn Sie ihn um mehr Geld bitten. Doch er kann im Kampf perfide rhetorische Waffen zücken. Schließlich sind Sie mit ihm allein, ohne Schiedsrichter.

Hier ein Auszug aus der Liste der schmutzigen Tricks:

Selektion: Ihr Chef bewertet ein Projekt oder Ihre Arbeit nur anhand ausgesuchter Kriterien und stellt die Dinge dadurch negativer da, als sie sind.

Gegenmittel: Erweitern Sie die Diskussionsbasis. Sagen Sie: "Die von Ihnen angesprochenen Punkte sind richtig und wichtig. Lassen Sie mich aber noch weitere Aspekte ergänzen, ohne die sich die Qualität meines Projekts/meiner Arbeit nicht vollständig bewerten lässt..."

Schwarzweißmalerei: Laut Ihrem Chef gibt es nur zwei Möglichkeiten, um sich zu einigen. "Der Kunde braucht den Entwurf in 14 Tagen, und ausgerechnet in der kommenden Woche haben Sie Urlaub. Entweder Sie verschieben ihn - oder das Projekt platzt."

Gegenmittel: Zeigen Sie Alternativen auf. Sagen Sie: "Die Abteilung von Herrn Schmitz hat gerade ein Projekt beendet und noch kein neues begonnen. Wenn zwei Mitglieder aus seinem Team diese Woche bei uns mitarbeiten, könnte der Kunde den Entwurf sogar schon Ende dieser Woche in Empfang nehmen." (Und Sie können wie geplant verreisen.)

Trügerische Kausalketten: Ihr Chef nennt für die Lösung eines Problems eine zeitliche Abfolge, die unbedingt eingehalten werden muss. In Wahrheit handelt es sich um ein Scheinargument, um Zeit zu gewinnen. Beispiel: "Ich kann Sie jetzt noch nicht in eine andere Stadt versetzen. Ich muss erst die Personalprobleme in Ihrer Abteilung in den Griff bekommen."

Gegenmittel: Durchbrechen Sie die Kausalkette. Sagen Sie: "Soweit ich es einschätzen kann, ist meine Versetzung nicht abhängig von anderen Personalfragen. Wichtige Projekte, die ich für die Firma schon jetzt in Angriff nehmen könnte, verzögern sich nun."

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insgesamt 14 Beiträge
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1.
renieh44 18.04.2012
ist garantiert der falsche Beginn einer Widerrede, denn das würde ich sofort mit "nein" stoppen. Viel besser scheint mir zu sein, die Antwort mit "Ich will..." zu beginnen. Z.B.:"Ich will hier die wichtigsten Punkte noch einmal herausstreichen." Und nicht: "Lassen Sie mich die wichtigsten....."
2.
eigentlicher_Schwan 18.04.2012
Zitat von sysopCorbisIhr Boss geht Ihnen mit dummen Sprüchen auf die Nerven, beleidigt oder mobbt Sie sogar? Das lässt sich ändern - mit geschmeidiger Selbstverteidigung können Sie fiese Attacken kontern. Chefgeplagten Angestellten helfen die Basistechniken des Büro-Kung-Fu. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,825182,00.html
"Kung-Fu" heißt nichts anderes als "harte Arbeit". Setzen. Weitermachen. :))
3.
u_s 18.04.2012
... es gibt wirklich KungFu-Kurse zur Selbstverteidigung im Büro (allerdings eher gegen körperliche Übergriffe). Man kann sich nicht vorstellen welche Schmerzen eine Büroklammer oder ein Bleistift an der falschen Stelle hervorrufen können :)
4. Eher gelber Gürtel
H. Krämer 18.04.2012
Für diese Tipps im Umgang mit schwachen Chefs kann ich keinen schwarzen Gürtel vergeben wie im Artikel zu großzügig geschehen; eher mit der Farbe gelb einen Anfänger-Gürtel. Der Ansatz an sich ist zu loben, sich nicht von schwachen Chefs niedermachen zu lassen, sondern mit Verstand die eigene Position zu behaupten; denn die meisten auch noch so intelligenten Untergebenen kneifen aus Angst sich mit dem Chef anzulegen. Fast jede(r) kennt aus Erzählungen im Bekanntenkreis diverse Erlebnisse mit schwachen bis unfähigen Chefs (für die aktuelle Position). Und wie enden diese Geschichten: Man nimmt sich zurück, Kollegen nehmen sich zurück, geben berechtigte Positionen auf und überlassen die Meinungshoheit und das Handlungsfeld einer dafür ungeeigneten Person. Ich kenne aus meiner Arbeit genug solcher Situationen, da besteht die erste Aufgabe meist darin, bei den "Unterdrückten" erst einmal Überzeugungsarbeit dafür zu leisten, dass sich etwas machen lässt für eine Verbesserung der Lage. Denn zu viele setzen sich selbst viel zu enge Grenzen, was sie für sich als machbar sehen; in der Folge mit vielen unnötigen persönlichen Belastungen verbunden. Hier kann ich den Artikel über den "Schlagfertigkeitstrainer" loben, dass er überhaupt einen Ansatz findet zur Wahrung der eigenen Würde; nicht mehr aber für die Ausführung. Das würde in vielen Situation zu viel an intellektueller Arbeit beim Chef erfordern; hier muss mit Argumenten gearbeitet werden, die näher am Niveau und der Interessenlage des Chefs sind. Solch einen Chef interessiert nicht das Anliegen von Untergebenen. Auch vermisse ich hier jeglichen Hinweis darauf, auf welche Weise man zu geeigneten Basis-Techniken des Büro-Kung-Fu kommen kann. Hier werden exotische Begriffe verwendet, um das Thema attraktiver aussehen zu lassen. Ob Tan Tui oder Kung-Fu, beides sind Kampfarten, die man auf die Schnelle mit ein bißchen Basis-Technik nicht annähernd so ausüben könnte, dass sie diese qualitativ hochwertige Bezeichnung verdienen. Auf diese Weise werden Leute mit solchen "Tipps" deshalb abstürzen, weil sie sich nun selbst auf einem hohen Ross sehen, das sie im Kampf-Gallopp reiten wollen, ohne auch nur im Schritt-Tempo mit dem Pferd schon vertraut zu sein.
5.
Nörgelkopf 18.04.2012
Stellen sie sich vor, der Chef steht in langen Unterhosen vor ihnen. Das hilft noch am besten.
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