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Wertewandel Die Hausfrau stirbt aus

Frau mit Kind: Nachwuchs wünschen sich die meisten Frauen. Einen guten Job aber auch. Zur Großansicht
Corbis

Frau mit Kind: Nachwuchs wünschen sich die meisten Frauen. Einen guten Job aber auch.

Bügeln, waschen, Kinder erziehen, damit kann man locker seine Tage füllen. Immer weniger junge Frauen wollen das, ein gut bezahlter Job ist ihnen wichtiger. Das passt auch den Männern: Sie mögen nicht mehr die Alleinverdiener sein, zeigt eine Studie.

Vati geht zur Arbeit, Mutti macht den Haushalt - dieses Modell hat offenbar endgültig ausgedient. Alleinernährer der Familie wollen nur noch wenige junge Männer sein, die meisten wünschen sich eine finanziell unabhängige Partnerin. Auch bei den jungen Frauen hat die Hausfrau keine Lobby mehr: Weniger als fünf Prozent sagen, dass ihnen Familie wichtiger sei als die eigene Erwerbstätigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und der Zeitschrift "Brigitte".

Im Jahr 2007 hatte immerhin jeder zweite befragte Mann gesagt, er wünsche sich eine Partnerin, die sich um den eigenen Unterhalt kümmert. Bei der aktuellen Umfrage wünschten sich dies 76 Prozent der Männer. Ein eindrucksvoller Wertewandel, meint Studienleiterin Jutta Allmendinger.

Die Forscher hatten 2007 mehr als 2000 Frauen und Männer zwischen 17 und 19 Jahren sowie zwischen 27 und 29 Jahren befragt. 2010 und 2012 wurde die Umfrage mit denselben Teilnehmern wiederholt. 2012 beantworteten 501 Männer und Frauen die Fragen.

"Wer Kinder hat, kann keine Karriere machen"

Bei den jungen Frauen ist der Wunsch, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, ungebrochen hoch. 91 Prozent der Befragten sind der Job und eigenes Geld sehr wichtig. "Die von vielen erwartete Retraditionalisierung von Frauen ist nicht zu beobachten", sagt Allmendinger.

93 Prozent der befragten Frauen sagen, sie wollen Nachwuchs. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie beurteilen sie allerdings zurückhaltend. Obwohl sie heute eher als 2007 meinen, dass Unternehmen auf die Belange von Eltern eingehen, sehen sie mit Kindern ihre Chance auf eine Karriere dahinschwinden: 53 Prozent der Frauen stimmen der Aussage zu: "Wer Kinder hat, kann keine wirkliche Karriere machen." 2007 hatten dies nur 36 Prozent gemeint.

Die Möglichkeit für Väter, ihr Berufsleben für Kinder zu unterbrechen, hat sich nach Einschätzung der Befragten positiv entwickelt. 47 Prozent sehen hier Fortschritte. Allerdings bleiben Pflege und Kindererziehung trotzdem Frauensache: Ein Drittel der Männer würde die Arbeit nicht für die Kindererziehung unterbrechen.

afp/vet

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 351 Beiträge
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    Seite 1    
1. CSU aufgepasst
Georg_Alexander 10.09.2013
Euch stirbt das Familienmodell weg!
2. qualifiziert und berufstätig
groegi 10.09.2013
... aber um den Preis, dass heute beide Eltern zusammen so viel verdienen wie früher der alleinberufstätige Elternteil, d.h.: ein Verdienst reicht i.d. R. nicht mehr für den Familienunterhalt
3. Kauft euch was schönes!
gullfisk 10.09.2013
Die gesunde Familie stirbt aus. Wenn ihr die letzten auf der Erde seid kauft euch was schönes von eurem Geld! Als geldverdienenter Mann muss ich sagen das meine Frau die größere Arbeit leistet! Leider wird uns oft das Gegenteil suggeriert und der Mensch wird nur noch an dem gemessen was er hat und nicht was er ist.
4. qualifiziert und berufstätig
groegi 10.09.2013
... aber um den Preis, dass heute beide Eltern zusammen so viel verdienen wie früher der alleinberufstätige Elternteil, d.h.: ein Verdienst reicht i.d. R. nicht mehr für den Familienunterhalt
5. Krippenrealität
trulla 10.09.2013
Blöde nur, dass ausgerechnet in der letzten "Zeit" ein schöner, eindrucksvoller, deprimierender Artikel über die Realität im "Familienparadies" Frankreich zu lesen war. Erschöpfte, von ihren Kindern entfremdete Mütter und eine Gegenbewegung, die den gesellschaftlichen Zwang zur Vollberufstätigkeit junger Mütter bremsen will. Mütter, die mit Milchpumpe ihre Mittagspause verbringen und ihr Baby nur noch nachts" sehen", dürften auch in D bald Realität werden - während man in Frankreich schon weiter ist. Schlaftabletten für Babys und Kinder, Antibiotika bei Schnupfen und Fieber - all das gehört dann dazu, wenn Mama und Papa Karriere machen von Klein auf.
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