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Berufswünsche der Generation Y Sicherheit schlägt Einkommen

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Corbis

Work-Life-Balance: Generation Y auf der Suche nach dem Glück

Berufsanfänger stehen im Ruf, sich mehr für ihr Privatleben zu interessieren als für den Job. Jetzt zeigt eine neue Untersuchung: Generation Y ist deutlich leistungsorientierter als gedacht.

Sie kommen bestens ausgebildet von der Uni, stehen in den Startlöchern für einen Topjob - vor ihnen liegt eine steile Karriere. Und dann biegen sie einfach in eine andere Richtung ab. Warum - why - fragt sich angeblich die Generation Y, soll sie nach Dienstwagen und Gehaltsbonus streben, wenn das private Glück dabei auf der Strecke bleibt?

Also nichts wie raus aus dem Hamsterrad und auf zur Sinnsuche und Work-Life-Balance, so beschreiben der renommierte Soziologe Klaus Hurrelmann und auch andere Experten die Generation der heutigen Berufsanfänger.

Offenbar ist die Generation der 20- bis 30-Jährigen aber deutlich leistungsbereiter als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, die dem KarriereSPIEGEL exklusiv vorliegt. Demnach achten nur etwa 21 Prozent der Generation Y in Deutschland in Karrierefragen primär auf die innere Zufriedenheit. "Die Generation Y ist in ihrer Mehrzahl leistungswillig und sehr zielstrebig", sagt Roman Diehl, Auftraggeber der Analyse.

Für die Untersuchung hat ein Marktforschungsinstitut im Auftrag der Unternehmensberatung Consulting Cum Laude 1000 Vertreter der 18- bis 32-Jährigen aus den Fachrichtungen Naturwissenschaften, Ingenieurswesen, Betriebs- und Volkswirtschaft, Informatik, Jura, Soziologie und Psychologie befragt - davon ein Drittel Studenten, ein Drittel Absolventen und ein Drittel junge Berufseinsteiger.

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Generation Y: Was wir sein wollen, wenn wir groß sind
Überraschung Öffentlicher Dienst

Die Autoren haben verschiedene Typen aus ihren Daten ermittelt. Mit 30 Prozent setzt die größte Gruppe dabei auf traditionelle Werte. Ihr Antrieb ist der Aufbau einer soliden Lebensgrundlage - und die Suche nach Sicherheit. 25 Prozent der befragten Berufsstarter seien dagegen stark vom Wettbewerbsgedanken angetrieben. Sie wollen genauso gut oder besser sein als Bezugspersonen in ihrem Umfeld, reagieren auf Leistungsdruck positiv. Ihnen ist hohe Anerkennung wichtig.

Nur 21 Prozent geben die typischen Werte der Generation Y an: Sie legen in erster Linie darauf Wert, sich wohl zu fühlen. Eine klare Zukunftsvision haben sie dabei nicht, ihnen ist Selbstständigkeit, Mobilität und Veränderung wichtig.

Eine Überraschung ergibt sich auch bei der Frage nach den beliebtesten Arbeitgebern: Demnach rangiert ein sicherer Job im Öffentlichen Dienst (33 Prozent) an erster Stelle - es folgen mittelständische Unternehmen (32 Prozent) sowie Industrieunternehmen (28 Prozent). Auf den letzten Plätzen befinden sich Unternehmensberatungen (12 Prozent), Handels- und Dienstleistungsunternehmen (9 Prozent) sowie Banken und Versicherungen (8 Prozent).

"Unternehmen verspielen das Potenzial der Generation Y"

Die Generation der 20- bis 30-Jährigen sei durchaus an einer langfristigen Bindung an Unternehmen interessiert, glauben die Studienautoren. Unter den wichtigsten Faktoren, die ein attraktives Unternehmen ausmacht, steht ein gutes Arbeitsklima an erster Stelle - die wichtigsten Kriterien dabei sind Fairness (70 Prozent), Wertschätzung (52 Prozent), Vertrauen (34 Prozent).

Untersuchungen zur Motivation der heutigen Berufsanfänger verfolgen auch wirtschaftliche Interessen. Weil Unternehmen angesichts von geburtenschwachen Jahrgängen dringend gut ausgebildete Fachkräfte suchen, wollen sie wissen, wie die Generation Y tickt. "Entgegen der Vorurteile über die Generation Y brauchen Unternehmen nicht zu fürchten, dass ihnen die ambitionierten Nachwuchskräfte ausgehen werden", sagt Diehl. "Aber viele Unternehmen müssen grundlegend an ihrer Unternehmenskultur arbeiten. Ohne einen partizipativen Führungsstil und ein wertschätzendes, offenes Betriebsklima verspielen Unternehmen das Potenzial der Generation Y und werden sich im Wettbewerb um die besonders begehrten Fachkräfte nicht durchsetzen können."

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insgesamt 48 Beiträge
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1. wieso Sicherheit schlägt Einkommen?
sarang he 22.10.2014
die jungen Leute wissen, dass eine Verbeamtung die realen Einkommen bei Hinzurechnung der Altersicherung in einer Höhe sind, die vielleicht mal von 1 % der Leute vergleichbarer Qualifikation und Verantwortung in der Privatwirtschaft erreicht bzw überboten wird
2.
jasuly 22.10.2014
"Demnach achten nur etwa 21 Prozent der Berufseinsteiger in Deutschland in Karrierefragen primär auf die innere Zufriedenheit. "Die Generation Y ist in ihrer Mehrzahl leistungswillig und sehr zielstrebig", sagt Roman Diehl" *** Und ich dachte immer, innere Zufriedenheit wäre eine Grundvoraussetzung für gute Leistungen...
3. ein Rat an die jungen Leute
rl_germany 22.10.2014
Sicherheit gibt es nicht mehr, im Zweifelsfall sind Arbeitgeber, die schlechter bezahlen, genauso "doof", wie die, die höhere Gehälter zahlen. Also im Zweifelsfall das höhere Gehalt nehmen ;-)
4. Nur die Elite wird Beamter
berater2050 22.10.2014
Das die Mehrzahl der Hochschulabsolventen von einer Verbeamtung träumt ist ein alter Hut. Allerdings vergessen viele, dass der höhere Staatsdienst hohe Ansprüche stellt. Ohne Prädikatsexamen oder Spitzen-Diplom geht da nichts. Der große Rest muss sich in der Privatwirtschaft herumgeschlagen.
5. Im öffentlichen Dienst
zeichenkette 22.10.2014
arbeiten nun wirklich nicht nur Beamte. Selbst unbefristete Verträge sind dort mittlerweile fast die Ausnahme. Aber wenigstens muss man sich dort nicht laufend mit dem Arbeitgeber um Dinge streiten, die einem zustehen: Wenn irgendwas gesetzlich geregelt ist, dann ist das dort halt einfach so. In der Privatwirtschaft sieht das leider ganz, ganz anders aus. Wäre schön, wenn das anders wäre.
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