Kreativität steckt in jedem - bei den einen liegt sie lediglich etwas verborgener als den anderen. Mit den richtigen Techniken kann es gelingen, verschüttetes Potential frei zu legen und das eigene Hirn zu neuen Höchstleistungen zu bringen. Die Gretchenfrage dabei ist: Wie lernt man kreativ?
Nicht unbedingt in teuren Seminaren, so zumindest die Antwort der Stiftung Warentest. Diese testete zehn unterschiedliche Kurse zum Thema. Das Ergebnis: Die Kurse privater Anbieter waren teuer (zwischen 975 und 1730 Euro für jeweils zwei Tage). Und die Qualität schwankte zwischen Geisterbahn und Geistesblitz. Günstige E-Learning-Kurse lehnten die Tester allesamt als unbefriedigend ab - einsam vor dem Bildschirm lässt sich Ideenreichtum kaum generieren. Sind es doch gerade bei diesem Thema der Trainer und die Teilnehmer, die Inspiration vermitteln.
Eine Beispielaufgabe: Die Teilnehmer sollen sich für ihre Firma eine Aktion für die Weihnachtszeit ausdenken. Ihnen fällt zunächst nichts kreativeres ein, als eine Weihnachtskarte an die Kunden zu schicken. In zehn bis zwölf Schritten müssen sie nun diesen Gedanken erweitern. Einmal soll die Aktion kleiner sein, einmal größer: "Manche Teilnehmer wollten am Ende Plätzchen mit persönlichen Grüßen backen, andere einen Chor gründen oder ein Daumenkino basteln", berichtet Uhlig. Nach maximal einer halben Stunde hätten alle die langweilige Karte durch eine kreativere Idee ersetzt.
In anderen Seminaren dauert es länger bis der kreative Funke überspringt - oder er bleibt ganz aus. Im Seminar "Kreativität im Arbeitsalltag" von Comelio arbeitete der Dozent ziemlich uninspiriert ein Lehrbuch durch, berichteten die Tester. Praktische Übungen habe er kaum angeboten. Dabei machen die den Unterschied, am besten ausgeführt in der Gruppe - denn krumme Gedanken beflügeln sich gegenseitig, ein paar Sprüche hin- und hergeworfen und schon entstehen neue Welten in den einzelnen Köpfen.
"Ein guter Einfall ist kein Zufall", so Bernd Weichmann, Professor für Pädagogische Psychologie. Gerade weil viele im Beruf auf Befehl kreativ sein müssen, ist es um so wichtiger, die richtigen Kreativitätstechniken verinnerlicht zu haben und auf Abruf bereit: "Sie funktionieren wie Rezepte, die sich leicht nachkochen lassen". Jeder sollte mehrere Rezepte kennen und je nach Anlass variieren.
Zum Nachkochen die besten Ideen für bessere Ideen:
Andersrum denken
Stellen Sie Ihr Problem auf den Kopf. Statt zu fragen: Wie können wir schneller sein? Heißt es: Wie werden wir langsamer? Kommt manchem erstmal unsinnig vor, hilft nach der ersten Überwindung aber auf die Sprünge zu neuen Lösungswegen.
Perspektive wechseln
Tauschen Sie mit einem Kollegen den Schreibtisch oder setzen Sie sich bei Ihrem eigenen an die andere Seite. Schaut irgendwie alles anders aus? Genau, das soll's auch.
Humor zeigen statt Angst haben
Eine steife, angespannte Atmosphäre ist Gift für Kreativität. Lockerer Umgang mit den Kollegen und vor allem sich selbst hilft, neue Ideen zu entwickeln. Beim Brainstorming beispielsweise wird die oberste Regel immer wieder missachtet: Alles darf gesagt werden und keiner wird kritisiert - geht nicht, gibt's nicht! Junge, kreative und schnelle Unternehmen wie Google und Co machen dies vor in Büros, die besser aussehen als mancher Urlaubs-Club. Aber garantiert nicht wie ein Büro.
Drüber schlafen
Das mach im Schlaf - klar. Denn das Gehirn arbeitet weiter und somit kommen gute Ideen oft nachts. Wichtig: Sofort nach dem Aufwachen notieren.
end
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